Doktorspiele – Der Wieselkrimi: Teil 2

Was bisher geschah:

Dr. Keinnam Namlosz, ein Forscher wird kaltblütig mit einem Messer erstochen. Unter den Tatverdächtigen befinden sich Ladaam Namlosz, Namlosz‘ Exfrau und Anton Stillheit, ein gescheiterter Rock-Musiker.

Teil 2

Wiesel schlug die Tür hinter sich energisch zu. Der Fall war doch nicht so einfach, wie er erwartet hatte. Sie hatte ein einwandfreies Alibi. Ladaam Namlosz war zur Tatzeit bei einer Freundin an deren Geburtstagsfeier. Überprüft und sogar dokumentiert auf der Fotokamera einer Bekannten. Blieb also nur noch der Rocker. Wiesel genehmigte sich einen Instantkaffee aus der Maschine. Er schmeckte hässlich. Passte also zum Fall.

Er betrat den Raum, in dem er kurz zuvor die Ex-Gattin des Forschers verhört hatte. Ladaam hatte zwar zugestimmt, dass sie immer noch wütend war auf ihren früheren Gatten. Keinnam Namlosz hatte eine Affäre mit einer Laborantin gehabt. Zwar hatte er diese entlassen (auf Drängen seiner damaligen Frau) und Ladaam erhielt die Scheidung – die Wut blieb jedoch. Doch das klare Alibi räumte sämtliche Zweifel aus. Nun wäre also der zweite momentane Tatverdächtige am Zug. Anton Stillheit, gescheiterter Rockmusiker, früherer Bassist der Rockband Guitar Heroes. Chartleader über einige Monate. Bis zur Auflösung nach dem Tod des Drummers. Heute sieht man Stillheit den Erfolg nicht mehr an. Augenringe zeugen von einer wilden Zeit.

„Name.“ – „Anton Egon Stillheit“ – „Was haben Sie in der Zeit von 18 Uhr – 18.45 Uhr gemacht – heute Abend?“ Wiesel hatte wirklich keine Lust auf diese ermüdenden Verhöre. Stillheit schniefte laut und schluckte das Geschniefte geräuschvoll hinunter. Widerlich. „Na…“, überlegte er, “ Ich war…“, fuhr er dann mit nachdenklichem Blick fort, „Ich war, naja. Spielen. Gitarrenheld. Kennense dat Spiel?“ – Wiesel verneinte. „Zeugen haben Sie wohl keine?“ – Diesmal verneinte Stillheit. Dann schien ihm ein Licht aufzugehen „Das heisst… Naja – doch.“ – „Klartext, bitte“ – „Naja, ich hab nunja heute Abend dat Spiel gespielt. Und da glaub ich – ich weiss janich ob man das rausfinden kann – zu der Zeit etwa – wann war das nochma? 18 Uhr etwa?“ – Der Inspektor nickte. -„Hmmnja. Da hab ich den Heiskoor geknacht. Vielleicht kann man das, naja, Sie wissen schon, nachschauen oder so, naja.“ Wiesel notierte. „Und was sagen Sie, haben Sie geknackt? Den Tresor?“ Unter einem schrecklichen Grunzen begann der etwa eine Minute andauernde Lachanfall des Gegenübers. „Nah. Den Hei-Skoor! Sewissn schon, das Dinge wo wenn man, naja gut ist, man drein kommt.“ Er verstand. Der Wahnsinnige hatte den Highscore geknackt. Und stolz drauf war er auch noch. Wiesel war seinerseits stolz darauf, dass er das undeutliche Gebrabbel Stillheits verstand. Er würde sich freuen, wenn er den Typen los ist. „Ja dann überprüfen wir das mal.“

<< Teil 1 – Teil 3 >>

Kommentar schreiben