Avatar (2009)

Zwar habe ich Avatar erst gestern, und somit 2010, gesehen, doch der Film erschien ja bereits im Dezember, womit ich ihn als 2009-Film einstufe, auch wenn er trotzdem nicht ins Ranking für den Vader Award 2009 kommt. Ich nehme an, dort würde er gnadenlos abräumen. Denn der Film ist eine Wucht. Ob er bereits Camerons Vorwerk Titanic getoppt hat, ist unklar, aber anzunehmen. Denn wenige Tage zuvor lag man lediglich ein, zwei Millionen vom Rekordhalter zurück. Wie auch immer, der Film hat einiges zu bieten, und ich rate jedem, der ihn noch nicht gesehen, hat, dies zu tun. Denn mit Avatar wird – auf vielen Ebenen – Filmgeschichte geschrieben. Und für den DVD-Player ist der Film fast schon zu schade.

Effekte und Pandora

Im 3D-Format gehen Avatars Effekte leider verloren. Man achtet zu stark auf den 3D-Effekt. Dennoch stechen viele Effekte heraus, wie beispielsweise das Raumschiff, das zu Beginn über Pandora schwebt. Es passiert selten, dass ich in einem Film meinen Mund vor Staunen kaum mehr schliessen kann und noch weniger, dass dies gleich mehrmals vorkommt – dennoch, Avatar hat beides geschafft. Die Natur, die Tiere, die Flieger und Helikopter – alles wirkt glaubhaft, man beschäftigt sich nie mit der Frage, ob etwas echt sei oder nicht – es ist es einfach. Basta. 😉 Was mich sehr freut, ist zu sehen, wie Cameron sich Mühe gegeben hat, eine ganze Welt, nein, ein ganzes Ökosystem, mit Tieren, Pflanzen und Menschen zu schaffen, die so schön zusammen passen, dass man das Ganze für bare Münze nimmt. Gut, nicht gerade soo, aber ihr versteht mich 🙂 Pandora wird durch diese liebevolle Gestaltung zum Leben erweckt.

Parallelen und Modellcharakter

Avatar ist nicht nur Unterhaltung. James Cameron zeigt anhand eines ausgeklügelten Modells, was für Arschlöcher wir Menschen doch sind. Cameron bedient sich keiner fiktiven Rassen, damit der Zuschauer zurücklehnen kann und sich denken kann, dass das ja ohnehin nichts mit ihm zu tun hätte, sondern er zeigt uns als arrogante Schweine, die wir teilweise sind. Cameron stellt die gnadenlose Ausbeutung der Erde dar, von deren Folgen wir offensichtlich nicht lernen. Ich bin sehr froh, dass der Film nur teilweise ein Happy-End hat. Einerseits zeigt er, dass die Realität da draussen nicht Platz in einer DVD-Hülle hat und Tatsache ist, aber andernseits zeigt er auch, dass sich etwas machen und erreichen lässt. Ich will nicht wie ein Öko-Fuzzi klingen, aber auch ich bin doch nicht zufrieden mit der globalen Umweltpolitik. Die Verbundenheit der Na’vi mit der Natur ist parallel zu jener von Naturvölkern auf der Erde zu sehen, und genauso verhält es sich mit der Sichtweise der Menschen dazu. Über diesen Aspekt des Films bin ich unendlich froh.

Soundtrack

Es wurde oft gemäkelt, dass der Soundtrack zu stereotypisch sei und sich sehr klischeehaft gestalte. Ich finde, durch die ethnischen Melodien verleiht Komponist Horner dem Film einen Stempel, den auch Cameron den Na’vi und ihrer Kultur bereits teilweise aufdrückt. Mit afrikanischen und asiatischen Einflüssen, die sich Horner mit einer Musikethnologin zu einer neuen Volksmusik für Pandora zusammenmischte, überzeugt der Sound an allen Enden. Doch Horner benutzt, gerade für Action, den „klassischen“ Filmmusikstil, der das Ganze zu einem Spektakel der Sinne aufpusht. Leona Lewis‘ Abspannsong „I see you“ ist ebenfalls grossartig und erinnert klar an Horners Vorwerk „My Heart Will Go On“, während Lewis immer mehr zu Whitney Houston wird.

YouTube Preview Image

Länge

Viele Freunde und Bekannte erzählten, dass Avatar sich in die Länge zöge und oft durchhinge. Manche beklagten sich deshalb auch wegen Kopfschmerzen, die ihnen das lange 3D-Schauen bereitet hätte. Mit knapp drei Stunden hat Cameron wieder einmal einen ultralangen Film gedreht, doch anders als beispielsweise bei Titanic oder aber Transformers 2, wird einem nie langweilig. Die Spannung wird ständig aufrecht erhalten und bis zum Höhepunkt durchgezogen. Die erste Hälfte des Films ginge von der Länge gut als ein einzelner Film durch, doch das ist auch gut so: Je mehr Avatar desto besser 🙂

Humor und Klischees

Der Film nutzt den Faktor Humor so geschickt ein, dass man nicht in einem Moralapostel-Film à la Al Gore sitzt, sondern in einem spannenden Blockbuster mit guten Pointen. Nicht dass man jetzt einen Comedy-Film erwartet, aber so einige, gezielte Pointen oder geschickte Situationscomedy lockern den Film auf und tragen zusätzlich zur Zufriedenheit des Zuschauers bei 😉 Wahrscheinlich unfreiwillig komisch sind die Transformers-Roboter, die einfach so dämlich aussehen, dass man sie schwer ernstnehmen kann. Ein Negativ-Punkt ist jedoch, dass Cameron unzählige Klischees benutzt. So zum Einen das Klischee „Hoffnungslosigkeit-und-doch-am-Ende-Rettung-durch-die-Person-von-der-man-sich-Rettung-erhofft-hat“ (Siehe Jakesullys Gebete zu Eywa) oder das altbekannte und bei Kinogängern mit Geschmack verhasste „Rettung-in-letzter-Sekunde“-Klischee, als Neytiri Jakesully im letzten Moment rettet. Solche Klischees sind schade und nehmen Avatar etwas von seinem Glanz.

Fazit

Plopper hat sich auch ganz nett hergerichtet 😉

Ich habe hier wohl den ausführlichsten Filmpost seit langem geschrieben, und musste mich auch etwas zurücknehmen und kürzen, denn Avatar hat sich als mein neuer Lieblingsfilm des Monats herausgestellt. Was 2010 noch kommt, muss echt viel zu bieten haben, um Avatar zu toppen. Daher habe ich auch meinen Header entsprechend hergerichtet 🙂 Ich freue mich jedenfalls schon richtig auf Teil II und III der Trilogie!

  • Darth Ridiculous

    Ich selbst bin kein Filmkritiker, aber ich muss auf ein Bild verweisen, das mich beeidruckt hat. In dem Forum, in de,m ich es gefundne habe, herrscht die Meinugn vor, Avatar sei „0815“.

    http://failblog.files.wordpress.com/2010/01/epic-fail-avatar-plot-fail.jpg

    AntwortenAntworten
  • Darth Ridiculous

    Pocahontas ist typisch SciFi. 🙂

    AntwortenAntworten
  • Windowsbunny

    Mir hat er auch super gefallen, und Dein Schweine-Avatar ist echt supi geworden!!

    AntwortenAntworten
  • Lichtschwert

    Das mit dem Avatar-Pocahontas-Vergleich gibt’s auch als Harry-Potter-Star-Wars-Vergleich.
    http://treebeard31.files.wordpress.com/2006/11/harry_potter.jpg

    AntwortenAntworten
  • Lichtschwert

    Achja: Ich werde in den nächsten Wochen in den Film gehen. Soll ja – technisch gesehen – wie Star Wars vor 30 Jahren sein.

    AntwortenAntworten
  • Lichtschwert

    Auf jeden Fall. =)
    – – –
    graval, du hast schon lange nichts mehr kommentiert. Ich fühle mich so einsam auf meiner Seite … =(

    AntwortenAntworten
  • Lichtschwert

    War jetzt auch im Kino. Meine Kritik ist hier:
    http://lichtschwert.wordpress.com/2010/02/14/avatar-aufbruch-nach-pandora/
    – – –
    Gegen Ende, als Mutter Natur sich gegen die Menschen auflehnt, habe ich so richtige Hassgedanken gegen die Menschen bekommen und vollkommen vergessen, dass ich selbst noch einer bin und kein Na’vi. 😕 Da habe ich echt gedacht: Ja! Zeigt’s ihnen, den brutalen Ausbeutern! 😐

    AntwortenAntworten
  • Kathy

    Ich freu mich schon wahnsinnig auf die Fortsetzung(en) dieses tollen Films. Die Farben waren so unglaublich toll und intensiv, so hat mir das gefallen. Anscheinend arbeiten sie an einer Technik Unterwasser-Szenen besser einzufangen. Ich bin gespannt.
    Hier der Artikel dazu: http://blog.filmfrage.net/neue-technik-fur-unterwasser-aufnahmen-der-avatar-sequels/

    AntwortenAntworten

Kommentar schreiben