Prinzessin Mononoke (1997)

Zum dritten Mal habe ich Prinzessin Mononoke gesehen, auf Anraten einer Kollegin, nachdem ich ihn die ersten beiden Male jeweils schlecht fand. Damals fand ich sowieso alles doof, was mit Manga und Anime zu tun hatte. Nach dem dritten Mal sehen gefällt mir der Anime-Klassiker jedoch prima und ich denke, er ist durchaus eine Rezension wert.

Story

Im Japan des 15. Jahrhunderts wird ein unbescholtenes Dorf von einem zum Dämonen gewordenen Keiler heimgesucht. Dem Prinz Ashitaka gelingt es zwar, den Eber zu töten, doch weil dieser ihn berührt hat, ist er mit einem todbringenden Fluch belegt. Ashitaka macht sich auf, die Ursache für die rasende Wut des Ebers zu ergründen und begibt sich nach Westen, wo er an einen Ort, an dem der Gott des Waldes regiert. Die ansässigen Menschen, unter der Leitung von Herrin Eboshi, drängen die Tiere immer stärker in den Wald zurück, um die Erzvorkommen auszuschöpfen. Diese wehren sich so gut sie können, angeführt von den Wölfen, die vom Menschenkind San, der Prinzessin Mononoke, unterstützt werden. In einer letzten Schlacht hat es Herrin Eboshi auf den Kopf des Waldgottes abgesehen, doch die Waldbewohner und Ashitaka versuchen, genau dies zu verhindern…

Die Story ist sehr tiefgründig, und zeigt die Problematik des Menschen, der in seiner Habgier immer stärkere Eingriffe in die Natur vornimmt. Wikipedia schreibt auch von der Suche nach einem Konsens zwischen Mensch und Natur, den Ashitaka vermehrt anspricht und auch sucht, jedoch meist auf taube Ohren stösst. Es wird jedoch nicht in einem moralischen Finale (Menschen sterben, Tiere übernehmen) aufgelöst, sondern beide Seiten müssen letztlich Abstriche hinnehmen, um ihren Blick klären zu können.

Figuren

Bei der mysteriösen San, der „Dämonenprinzessin“, weiss man nie richtig, woran man genau bei ihr ist und wie sie Ashitaka gegenüber eingestellt ist. Das Bild von ihr, wie sie der Wolfsgöttin das vergiftete Blut aussaugt, um die Wunde zu reinigen, ist episch, und bleibt mir lange im Kopf. Ashitaka ist der klare Held, wenn auch weniger durch seine Kraft und Geschicklichkeit, als durch das Hinterfragen des Machtanspruchs der Menschen, und des Versuchs, eine Lösung für beide Seiten zu finden. Gewissermassen lassen sich Parallelen zu Avatar ziehen, aber das ist sicher kein Geheimnis. Die restlichen Figuren gefallen mir ebenfalls sehr gut, hervorzuheben sind sicherlich die Waldgeister, die mit ihren klappernden Köpfen und kindlichen Gesichtern lustig anzusehen sind. Abstriche gibt es jedoch beim Waldgott, dessen Gesicht einfach lächerlich und völlig unglaubwürdig wirkt. Ebenfalls sehr dämlich fand ich den spinnenartigen Gang des Wildschweindämonen Nago zu Beginn, das war ebenfalls ein Faktor, der ziemlich lächerlich anmutete.

Soundtrack

Ein weiterer Kandidat für das Prädikat „Gelungen“ ist dieser Score von Joe Hisaishi, der einfach perfekt in den Film passt. Interessanterweise lassen sich teilweise John Williams-Klänge heraushören, manchmal klingt – vorallem der gesungene Track – wie Enya, was ich jedoch für zufällig halte. Einige Tracks führen dazu, dass es mir eiskalt den Rücken hinunterläuft, so genial ist das Ganze komponiert. Westlicher Hollywood-Sound goes Japanische Musik – Ergebins: Geniale Filmmusik! 🙂 In meinen Augen ist ein Soundtrack unter anderem dann gut, wenn man beim Hören die Szene vor Augen hat. Was bei diesem Score zutrifft.

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Ein Film, den es nur zu empfehlen gilt – man muss sich jedoch auf die etwas andere Erzählweise des Animes einstellen und mitreissen lassen. Neben dem Simpsons-Film wahrscheinlich der beste Zeichentrickfilm, den ich bisher gesehen habe.

  • Laosüü

    Fand den auch sehr gut. Ist aber auch der einzige Anime-Film, für den ich mich je genug begeistern konnte, ihn dann tatsächlich auch anzusehen. ^^

    AntwortenAntworten
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