The Girl With The Dragon Tattoo (2011)

„What you’ll really be doing is investigating thieves, misers and bullies – the most detestable collection of people that you will ever meet – my family.

Das erste grosse Highlight des neuen Jahres war für mich ganz klar David Finchers hierzulande erst im Januar erschienene Adaption von Stieg Larssons Roman The Girl With The Dragon Tattoo, den ersten Teil der sogenannten Millennium-Trilogie. Und auch wenn ich weder Finchers Werk noch Larssons Bücher oder die schwedischen Verfilmungen, kenne, so machte mich doch der Look sowie der beste Trailer der letzten Jahre hibbelig auf diesen Film.

Nachdem er wegen Verleumdung verurteilt wird, erhält der Journalist Mikael Blomkvist vom Geschäftsmann Henrik Vanger einen Auftrag, den er nur schwer ablehnen kann: Im Gegenzug für die Wiederherstellung seines Rufes soll Blomkvist die Familiengeschichte der Vangers bearbeiten und dabei den Fall der verschollenen Harriet lösen, deren Mörder Vanger im engeren Familienkreis vermutet. Zusammen mit der Hackerin Lisbeth Salander entdeckt er dabei ein altes Familiengeheimnis, für das ihn einige Leute tot sehen möchten.

Wenn man die Vorlage nicht kennt, birgt das gleichzeitig Vor- und Nachteile. Man kann den Vergleich zum Buch nicht ziehen, was bei einer Adaption eigentlich noch wichtig wäre, dafür kann man den Film aber als eigenständiges Werk geniessen und ihn so für sich bewerten. Unter letzterem Gesichtspunkt gefällt der Film, ob er aber als Adaption funktioniert, da klingen die Meinungen weniger gut. Einige bemängeln die offenbar prüdere Handhabung der gezeigten Gewalt sowie von Sex und Vergewaltigung. Das glaube ich gern, denn Fincher wirkt jeweils in diesen Szenen sehr verhalten. Er deutet etwas an, zieht das Ganze aber nie konsequent oder glaubhaft durch.

Angesichts der überzeugenden Darstellerriege (Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer und Stellan Skarsgard in den wichtigsten Rollen), dem pumpenden und in seiner Zurückhaltung perfekten und damit oscarreifen Sound, dem spannenden Storytelling, das den Film trotz Überlänge nie langweilig macht, sowie dem besten Vorspann seit Jahren, ist das der einzig nennenswerte Vorwurf, den man dem bisher stärksten Film 2012 machen kann. Und vielleicht, die eine Szene mit der Katze. Ihr wisst welche. Ja, verdammt.

  • Anonymous

    „dem bisher stärksten Film 2012“ – was nicht schwer ist 😉
    Ansonsten: Zustimmung. Ich kenne zwar das Buch & den Vorgängerfilm, würde dem Film aber keine Zurückhaltung ankreiden. Fincher hat gezeigt, was er zeigen musste, nicht mehr, aber auch nicht weniger. So geraten eben diese Szenen auch nicht zum Selbstzweck.

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  • Xander

    Ach so, ich bin nicht „Anonymous“.

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  • kaddinator

    Ich hab den Film auch noch auf meiner Guckliste. Mal schauen welcher Film mir besser gefällt.

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  • donpozuelo

    😀 Siehst du, bei mir war genau das Problem, dass ich den Original-Film kannte. Deswegen gibt’s bei mir auch nur 7 Punkte. Insgesamt waren die Schauspieler zwar super, aber im direkten Vergleich war Noomi Rapace als Lisbeth besser als Rooney Mara. 😉

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  • donpozuelo

    Das stimmt. Den Schauspielern kann man wirklich keinen Vorwurf machen. Vor allem Mara nicht, die ist wirklich spitze. Der Film ist auch wirklich erste Sahne 😉 Nur im Vergleich zum schwedischen Film stinkt der dann doch ziemlich ab. In diesem Fall ist es sogar echt besser, wenn man das Original nicht kennt 😉

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  • Lukas

    140 Minuten OST Oo Holla…
    Jedenfalls wird der Film heute Abend auch geguckt und meine Vorfreude ist Fincher-typisch riesig 🙂
    Kenne auch weder Original (wird im Laufe des Jahres mal nachgeholt) noch Romanvorlage (dito), aber ich bin trotzdem mal sehr zuversichtlich. Eigentlich hatte ich mir bei der Konstellation von Regisseur, Darstellern und Thematik von Anfang an gedacht, dass man da quasi nichts falsch machen kann – und bisher scheine ich nach den Aussagen anderer ja Recht zu haben =)

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  • Lukas

    Kann schon sein, ja, da die Bücher ja (wenn man den Schreibstil gut findet) wirklich klasse sein sollen und die erste Verfilmung sich ja wohl sehr nah an der Buchvorlage halten. Aber LotR hab ich ja auch gesehen, bevor ich die Bücher gelesen hatte, Game of Thrones ebenso. Von daher seh ich das entspannt 🙂

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  • Lukas

    Oh ja, solltest du. Aber wenn du die Möglichkeit hast, dann besser gleich auf Englisch. Die zahllosen deutschen Übersetzungen (oder Französisch, falls du sowas bevorzugen solltest 😀 ) sind zwar allesamt nich schlecht, aber Tolkien’s Oxford-Professoren-Englisch erreichen sie dann leider doch nicht :/

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  • Lukas

    Nochmal deine Wertung angeguckt, 9,5/10 – passt 🙂
    Und: alter Schwede (höhö). Das Intro. Wäre ich nicht so verstört gewesen, hätte ich wohl vor Freude geschluchzt 😀 Die Schauspieler waren auch mal durch die Bank weg genial, einige mehr als andere, aber keiner (imo) schwach oder mittelmäßig.
    Nur eins sehe ich anders: prüde fand ich weder Gewalt noch Sex dargestellt, für ein R-Rating allenfalls angebracht – gerade eine bestimmte Szene mit einem bestimmten, fetten, widerwärtigen Beamten fand ich dann doch schon ganz schön heftig und direkt, wenn auch wie bei Fincher zu erwarten.Definitiv alles andere als verhalten, wie eigentlich auch sämtliche Poppszenen.

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  • Lukas

    Naja, meiner Meinung nach wäre ein „richtiges R“, wie du es forderst, nach dem, was ich gestern schon im Kino gesehen habe, ein sehr düsterer Thriller mit Hardcore-Szenen. Geht auch, ist aber drehtechnisch nicht immer so leicht und es bleibt die Frage, welchen Teil des Publikums das dann wohl mehr bzw. weniger ansprechen würde 😀

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  • Dr. Borstel

    Die angesprochene Übersättigung deinerseits kann ich nachvollziehen; hab die Originalfilme erst kürzlich gesehen und darum gerade auch nicht wirklich Lust auf den Fincher, obgleich ich ihm wohl zutraue, dass er das Original noch toppt. Vielleicht. (Nicht aber die Bücher.)

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