The Hunger Games (2012)

„I just keep wishing I could think of a way to show them that they don’t own me. If I’m gonna die, I wanna still be me.“

In den letzten Jahren feierte der Teeniefilm grosse Erfolge, und jetzt, wo der Vorreiter Twilight allmählich die Bühne verlässt, ist man auf der Suche nach einem Nachfolger. Flops wie Beastly oder I Am Number Four konnten sich gar nicht erst etablieren, und so versucht man es also mit einer von der Twilight-Autorin persönlich empfohlenen Reihe namens The Hunger Games. Diesmal scheint die Rechnung auch tatsächlich aufzugehen, der erste Teil der Trilogie wird nicht nur in Amerika fieberhaft erwartet, sodass es den „Tributen von Panem“ tatsächlich gelingen könnte, die Vampire abzulösen – sofern der Film den Leuten auch gefällt, was natürlich eine ganz andere Sache ist.

Die Nation Panem ist in dreizehn Distrikte aufgeteilt, die sich in der Vergangenheit gegen das Kapitol, die Hauptstadt und das Zentrum des Wohlstandes, auflehnten. Ein Distrikt wurde dabei zerstört, die restlichen zwölf verloren ebenfalls das Kräftemessen gegen das Kapitol und zur Strafe für den Aufstand muss jedes Distrikt je ein Mädchen und einen Jungen im Alter von 12 – 18 an ein Turnier auf Leben und Tod schicken, von dem nur jemand lebend zurückkehrt. Als ihre Schwester ausgewählt wird, meldet sich Katniss Everdeen an ihrer Stelle freiwillig, und findet sich bald in einem Kampf ums nackte Überleben wieder, bei dem rasch klar wird, dass, wer überleben will, Opfer bringen muss.

Dass The Hunger Games in einer anderen Liga spielt als oben genannte Flops, zeigt auch schon das Drehbuch – die Story wird geradlinig und ohne unnötige Sidetracks erzählt, und verstrickt sich dadurch auch nicht in irgendwelchen Logiklöchern (wir schauen gütig mal über husch hingezauberte Arenabestien hinweg) oder langweilt etwa. Im Gegenteil – nach einem etwas holprigen Start kommt der Film in Fahrt und bleibt bis zum Schluss spannend. Zu verdanken ist dies zum einen dem beklemmenden Setting sowie den guten Schauspielleistungen – vorallem in der Arena. Und trotzdem ist die Stärke von The Hunger Games, dass der Film sich nicht zu ernst nimmt, sondern augenzwinkernd eine Lovestory vorlegt, die gar keine ist. Sondern nur dazu dient, die Zuschauer mal eben für sich zu gewinnen. Was man durchaus als subtilen Seitenhieb auf die klischeehafte Lovestory in solchen Teeniefilmen verstehen soll.

Bitch, I'm fabulous!

Dafür fehlt dem Film jeglicher Hintergrund – in wenigen Augenblicken wird grob die Vergangenheit von Panem erzählt, damit hat es sich aber auch. Weder die Gründe für diese Aufstände, noch das Verhältnis der Distrikte zum Kapitol oder den anderen Distrikten wird erläutert – ganz zu schweigen vom Schauplatz oder der Zeit, in der der Film spielt. Warum sich Cinna oder Haymitch für Katniss einsetzen, bleibt ebenfalls schleierhaft, es scheint fast, als würde man alles daran setzen, dass der Fokus bei den Spielen selbst liegt. Abgesehen von einigen Highlights ausserhalb der Arena (Stanley Tucci als narzisstischer Showmaster gehört definitiv dazu) finden sich die guten Schauspielleistungen dann auch bei den Tributen – allen voran Jennifer Lawrence, die die unnahbare und eingeschüchterte Katniss Everdeen sehr glaubhaft spielt und damit etwa Woody Harrelson oder Donald Sutherland in den Schatten stellt.

The Hunger Games hebt sich vom stereotypischen Teeniefilm ab, und überraschte mich in dieser Hinsicht auch – vorallem, weil er sich nicht scheut, auch etwas härtere und kontroversere Saiten anzuschlagen, als dies andere Vertreter des Genres tun. Er zieht sein Ding durch, und bietet dem Zuschauer etwas Neues. Damit, und mit seiner allgemein verhältnismässig guten Qualität, hebt sich der Film deutlich von anderen Teen-Romanverfilmungen ab und bietet auch Potential für zwei weitere Fortsetzungen.

 

  • donpozuelo

    Saßen wir zufällig in der gleichen Pressevorführung oder wie kommt’s, dass du den Film auch schon gesehen hast? 😉

    Ich fand den FIlm aber auch überraschend gut. Hat mir gut gefallen, dass sie sich erstaunlich viel Zeit gelassen haben, bevor die eigentlichen „Hunger Games“ losgingen. Dadurch haben sie die einzelnen Charaktere schön aufbauen können.

    Dass wenig zur Vergangenheit gesagt wurde, fand ich jetzt ehrlich gesagt nicht weiter tragisch. Zumal man ja stark davon ausgehen darf, dass in den folgenden zwei Filmen darüber vielleicht doch noch mehr berichtet wird.

    Im Großen und Ganzen wirklich ein sehr guter Film.

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  • Cem

    @donpozuelo: Ist wohl eine Begleiterscheinung von Owleys plötzlichem FAME! 😛

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  • donpozuelo

    @Cem: Gut möglich!!! Irgendwann kommt er bestimmt auch noch ins Fernsehen 🙂

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  • Cem

    @donpozuelo: verwundern würd’s mich nicht. 🙂

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  • Lukas

    Jetzt müsst ihr mir nur noch erklären, wie ihr immer an die ganzen Presse/Preview/Gedöns-Tickets kommt. Dann würde ich euch vielleicht auch wieder verzeihen. 🙂

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  • Cem

    @Lukas: Diese elitären Kerle wollen unter sich bleiben! 😉

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  • Cem

    @Owley: Hast den Film um einiges besser bewertet als ich zuerst gedacht hätte… Habe mit einer 7 oder so von dir gerechnet. Aber immerhin bleibt dadurch meine Theorie aufrecht erhalten. hehe

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  • Sascha

    Wie hast du den bitte schon jetzt gesehen?! ICH HASSE DICH!
    Bzw. der Backstory: Als Fan der Bücher darf ich dir schon mal sagen, dass da einiges im zweiten bzw. drittel Teil kommt.

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  • Sascha

    Okay, und nun die ehrliche Antwort bitte?

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  • Cem

    @Owley: Meine Theorie besagt, dass du nicht in er Lage bist einen Film schlecht zu bewerten. Hast du schon mal weniger als 5 Sterne vergeben? 😛

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  • Lukas

    @Owley: Du knallst die Alte UND darfst dann noch eher und umsonst in die Filme? Das prangere ich an! UNGERECHTIGKEIT! 😀
    @Cem: Glaube ich auch. Also, beides. Zu der Bewertungsgeschichte: Siehe vorne, Erklärung: er machts wie ich und guckt mit Vorliebe Filme, die ihm höchstwahrscheinlich auch gefallen werden. Dazu bewertet er dann im Zweifelsfall lieber etwas positiver, als negativer, und schon hat man nur noch gute Bewertungen. So gehts zumindest mir 😉

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  • Xander

    Woanders habe ich gelesen:
    „Ein in jeder Beziehung zweitklassiger Abenteuerfilm mit hanebüchenem utopischen Brimborium, der eigentlich nur 13-14jährigen gefallen dürfte, meiner Befürchtung nach aber auch Heerscharen anspruchsloser Trivialbuch-Leserinnen ködern wird.“
    Ja was denn nun?

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  • Lukas

    @Owley: Ein ZUCKERschlecken sicherlich nicht. If you know what I mean 😛 Trotzdem. For great Justice!

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  • Lukas

    @Owley: What has been heard… cannot be unheard Oo

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  • Lukas

    Nachdem ich den Film jetzt auch gesehen habe: ich stimme dir schon größtenteils zu, vor allem die Hintergrundgeschichte ist wirklich argh dünn – was aber nach Aussagen eines Freundes, der mit im Kino wahr und die ersten beiden Bände letzte Woche gelesen hat – im Buch nicht großartig anders ist. Allerdings hat der Film mich persönlich etwas mehr umgehauen als „8,5“ (subjektive Meinung ist subjektiv 😉 ), da vor allem dieses völlig perverse Setting einfach… pervers ist. Aber gut pervers. Im Sinne von bewegend-pervers wie normal es für alle wirkt und gleichzeitig eine der abartigsten Vorstellungen ist, die ich seit langem in einer Gesellschaftsgeschichte gesehen habe und dass es auch knallhart einfach so gezeigt wurde. „HAPPY HUNGER GAMES!“
    Selbst wenns manchmal vorhersehbar war, ziemlich spannend war’s definitiv trotzdem. Und die Lawrence war gut. Und Stanley Tucci! Stanley Tucci war (siehe dein Bild). Und Woody Harrelson. Eigentlich alle; ich hätte spontan nichts auszusetzen, schauspielerisch. Einiges ist zwar wie gesagt etwas zu kurz geraten (auch abseits der background story, z.B. die Geschichte mit Gale und ihrer Schwester oder das Arena-Finale), aber im Großen und Ganzen war ich schon ziemlich begeistert.
    Man verzeihe mir meine Ausschweifungen, ich habe fertig.

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