SERIES: James Bond – Roger Moore & Timothy Dalton (1973 – 1989)

Keine Bange, ich habe euch nicht vergessen. Oder James Bond. Nur dauert es halt ein bisschen, bis man alle Bond-Filme, die Roger Moore und Timothy Dalton gemacht haben, gesehen hat. Denn es handelt sich doch immerhin um deren 9 (7 für Moore, 2 für Dalton), was eigentlich erstaunt, wenn man bedenkt, dass sie eher unbeliebte Darsteller waren – der eine war zu ulkig, der andere war zu ernst. Ich mag sie beide auf ihre eigene Art, bei ihren Filmen kann ich dagegen weniger pauschal urteilen, hats doch den einen oder anderen Schnitzer dabei. Welche das sind, gibts nach dem Klick im zweiten von drei Bond-Grossreviews, das erste über Sean Connery und George Lazenby gibt es hier.

Live and Let Die (1973)

„A man comes. He travels quickly. He has purpose. He comes over water. He travels with others. He will oppose. He brings violence and destruction.“

Nachdem drei MI6-Agenten in Übersee getötet werden, soll James Bond den Fall untersuchen. Er gerät dabei recht schnell auf die Fährte des Diplomaten von San Monique, namens Kananga, der mit dem Unterweltsboss Dr. Big gemeinsam Drogen schmuggeln soll. Als Bond mit Kanangas Seherin Solitaire anbandelt und sie nebenbei noch entjungfert, wodurch sie ihre Fähigkeit verliert, ist dieser erst recht verärgert und setzt alle Hebel in Gang, um Bond das Handwerk zu legen…

Dass man sich um jeden Preis vom Connery-Image lösen wollte, das wird Live and Let Die rasch klar – Kein Wodka Martini, mehr Galgenhumor, kein Besuch im Büro und mehr Sex. Ansonsten sucht man hinter all dem Woodoo-Getue und wilden Verfolgungsjagden vergeblich nach einem schlüssigen Plot. Den gibt es schlichtweg nicht, und Regisseur Guy Hamilton macht auch nichts, um das zu verheimlichen. Doch auch der Humor zündet nicht immer, die „lustigen“ Henchmen Whisper (der Flüsternde) und Tee-Hee (der Kichernde) sind nicht mehr als billige Witzfiguren und richtig cool wirds auch nur um Baron Samedi – oder JW Pepper, die imho coolste Figur der ganzen Serie.

James Bond: Roger Moore
Gegenspieler: Yaphet Kotto (Kananga/Mr. Big)
Henchman: Julius W. Harris (Tee-Hee), Earl Jolly Brown (Whisper), Geoffrey Holder (Baron Samedi)
Female Lead: Jane Seymour (Solitaire)

Titelsong: Live and Let Die – Paul McCartney & Wings

Trivia: Das ist der erste von zwei Auftritten des ikonischen Südstaatensheriffs JW Pepper – der nächste folgt in „The Man With The Golden Gun“, beide Male gespielt von Clifton James.

The Man With The Golden Gun (1974)

„Who’d want to put a contract on me?“ – „Jealous husbands! Outraged chefs! Humiliated tailors! The list is endless!“

Eine Kugel mit der Aufschrift „007“ wird dem MI6 zugestellt – der Absender ist der Killer Francisco Scaramanga, der „Mann mit dem Goldenen Colt“, ein Auftragskiller, der seine Opfer mit einem ebensolchen tötet. Und da Bond noch nicht so schnell sterben will, macht er sich auf, den mysteriösen Killer aufzuspüren, um ihm das Handwerk zu legen, bevor dieser selbst den Agenten töten kann…

The Man With The Golden Gun gilt als Flemings schlechtester Roman – zum Glück gilt das nicht für den Film, der bis auf einige Figuren kaum etwas mit der Vorlage gemein hat. Diesmal muss sich Bond zwar keinem Superschurken stellen, der die Weltherrschaft an sich reissen möchte, doch das wird dem Film nie zum Nachteil, werden doch dadurch die Figuren an sich viel eingehender beleuchtet. Auch wenn es dabei nicht weniger absurd zu und her geht als in den vorherigen Filmen, mit fliegenden Autos, Schraubensprüngen über eine Brücke und einem kleinen, aber intriganten Handlanger. Für Christopher Lee war das einer seiner ersten Grosserfolge, die bis heute nicht ausbleiben und die ihn zu einem der beliebtesten britischen Schauspieler gemacht haben – und das nicht ohne Grund.

James Bond: Roger Moore
Gegenspieler: Christopher Lee (Francisco Scaramanga)
Henchman: Hervé Villechaize (Nick Nack)
Female Lead: Maud Adams (Andrea Anders), Britt Ekland (Mary Goodnight)

Titelsong: The Man With The Golden Gun – Lulu

Trivia: Christopher Lee ist der Stiefcousin des zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits verstorbenen Bond-Autoren Ian Fleming.

The Spy Who Loved Me (1977)

„Now pay attention, 007. I want you to take great care of this equipment. There are one or two rather special accessories…“ – „Q, have I ever let you down?“ – „Frequently.“

Als Nuklear-U-Boote der Briten und Russen gleichermassen von der Bildfläche verschwinden, spannen die verfeindeten Nationen zusammen, in der Hoffnung, diesen Fall damit rascher aufklären zu können. Konkret heisst das, dass James Bond mit der heissen Agentin Anya Amasova zusammenspannen muss, deren Liebhaber er jedoch unglücklicherweise kurz davor getötet hat. Gemeinsam decken sie den Plan des Reeders Karl Stromberg auf, der eine neue Zivilisation unter dem Meeresspiegel starten will – und dazu die Gesellschaft an der Oberfläche auslöschen will.

The Spy Who Loved Me fängt einmal mehr fulminant an – und dazu mit einer Geschichte, wie sie nur ein Bond schreiben kann. Der lange Freifall von Bond (bzw. dessen Stuntman) entstand durch Komplikationen mit dem Fallschirm, der sich nicht öffnen liess. Das, und die zeitweise etwas gar cartoonige Musik von Marvin Hamlisch, ist aber das einzige Handicap, mit dem der Film zu kämpfen hat, denn ansonsten ist der Streifen ein solider Bond, der für einmal auch mit etwas mehr Tiefsinn als gewöhnlich aufwartet, und einem klaren Statement: Nur wenn die Grossmächte des Westens zusammenspannen, kriegen Sie etwas hin. Gegen diese „Achse des Guten“, gegen die Kombination Roger Moore und Barbara Bach, bzw. MI6 und KGB, sowie den viel schillernderen Richard Kiel als Beisser (bzw. Jaws), hat dann auch der an und für sich solide Curd Jürgens als Main Villain Karl Stromberg keine Chance, und geht schlichtweg neben all den perfekt aufgelegten Darstellern unter (No pun intended). The Spy Who Loved Me ist ohne Frage der zu jener Zeit unterhaltsamste Moore-Bond.

James Bond: Roger Moore
Gegenspieler: Curd Jürgens (Karl Stromberg)
Henchman: Richard Kiel (Jaws)
Female Lead: Barbara Bach (Anya Amasova)

Titelsong: Nobody Does It Better – Carly Simon

Trivia: In diesem Film wird verraten, wie „M“ richtig heisst – nämlich Miles (er wird so von „Alexis“ Gogol angesprochen). Das hinterlässt Erklärungsbedarf für Judi Dench. A propos: Robert Brown, künftiger „M“-Darsteller, hat in diesem Film ebenfalls einen Auftritt.

Moonraker (1979)

„My God, what’s Bond doing?“ – „I think he’s attempting re-entry, sir.“

Eine Rakete des Typs „Moonraker“ verschwindet beim Transport nach Grossbritannien – das MI6 vermutet eine Entführung und setzt deshalb James Bond auf den Fall an. Dieser besucht den Hersteller, einen Adligen namens Hugo Drax, und entdeckt, dass mehr hinter der offensichtlich durch Drax organisierten Entführung steckt, als es den Schein hat. Doch er ist nicht der Einzige, der Drax‘ allmählich auf die Schliche kommt, gemeinsam mit der Undercover-Agentin des CIA, Holly Goodhead, deckt er einen Plan auf, die Menschheit auszulöschen und findet sich bei der Mission, diesen Plan zu vereiteln bald im Weltraum wieder…

Die Geschichte ist ein alter Hut – ursprünglich sollte auf The Spy Who Loved Me die Verfilmung der Kurzgeschichtensammlung For Your Eyes Only folgen, aber nach dem Erfolg von Star Wars entschied man sich bei EON dafür, stattdessen Moonraker zu verfilmen, und Bond für einmal in den Weltraum zu schicken. Und so abgedreht die Idee sein mag und so campy das Feuergefecht im All auch daherkommt – der Film funktioniert. Unter anderem, weil sich gute Action regelmässig mit subtilem Humor abwechselt, für den vorallem Beisser und seine Freundin, aber auch eine grosse Portion unfreiwilliger Komik zuständig sind. Die Story dagegen ist erschreckend einfallslos und recyclet grosse Teile des Plots von The Spy Who Loved Me: Ein grössenwahnsinniger Mogul will die Menschheit auslöschen und eine neue Superrasse gründen. Nichtsdestotrotz funktioniert der abgespacete Bond unglaublich gut.

James Bond: Roger Moore
Gegenspieler: Michael Lonsdale (Sir Hugo Drax)
Henchman: Richard Kiel (Jaws)
Female Lead: Lois Chiles (Holly Goodhead)

Titelsong: Moonraker – Shirley Bassey

Trivia: Die Explosion der Raumstation am Schluss (vor dem grossen Rums) erreichten die Macher, indem sie das Modell mit Schrotflinten zerschossen.

For Your Eyes Only (1981)

„I don’t expect you to understand, you’re English, but I’m half Greek and Greek women like Elektra always avenge their loved ones!“

Als ein Steuercomputer für Atomraketen, ATAC, an Bord eines Schiffs der britischen Marine verschwindet und Timothy Havelock, der für dessen Bergung zuständig ist, zusammen mit seiner Ehefrau getötet wird, muss James Bond herausfinden, wer dafür verantwortlich ist. Die Spur führt ihn über Spanien schliesslich nach Griechenland, wo das Schiff gesunken ist, zu einem Schmuggler namens Columbo, der nicht nur für den Mord an den Havelocks verantwortlich sein soll, sondern auch das ATAC an die Russen verkaufen will. Unterstützung erhält er beim Versuch, Columbo zu fassen, von Melina Havelock, der Tochter der Ermordeten…

Nach zwei sehr übertriebenen Bondfilmen wollten die Macher für For Your Eyes Only einen Gang zurückschrauben und mehr auf Story als auf einen nach der Weltherrschaftstrebenden Bösewicht setzen. Mit Julian Glover sowie dem Plot um Rache und falsches Spiel ist ihnen das gelungen – For Your Eyes Only ist nicht nur der härteste, sondern auch der storytechnisch interessanteste Bond bis dato – der anders als die Vorgänger durch spannende Twists aufwartet. Carole Bouquet gibt zudem einmal ein interessantes Bondgirl ab, das nicht nur durch optische Reize gefällt, während der grossartige Chaim Topol den Han Solo der Roger Moore-Filme mimt. Ebenfalls herausragend ist das Setting, das mich in meiner früheren Meinung, dass For Your Eyes Only einer der besten Moore-Bonds ist, bestätigt. Zudem wartet der Film mit dem besten Schlussgag aller Zeiten auf.

James Bond: Roger Moore
Gegenspieler: Julian Glover (Aristoteles Kristatos)
Henchman: Michael Gothard (Emile Locque), John Wyman (Erich Kriegler)
Female Lead: Carole Bouquet (Melina Havelock)

Titelsong: For Your Eyes Only – Sheena Easton

Trivia: Nebendarstellerin Cassandra Harris (Lisl von Schlaf) heiratete während des Drehs einen jungen Briten, den sie auch ans Set mitnahm. Der Mann hiess Pierce Brosnan, und sollte 14 Jahre später selber den James Bond geben.

Octopussy (1983)

„Mr. Bond is indeed of a very rare breed… soon to be made extinct.“

Als Agent 009 mit einem Fabérge-Ei in der Hand getötet wird, setzt das MI6 James Bond auf die Fährte eines Kunsthändlers namens Kamal Khan an, der zusammen mit einer schönen Britin namens Octopussy von Indien aus Juwelen schmuggelt. Bald wird Bond aber klar, dass es sich bei der nächsten geplanten Mission von Khan nicht nur um einfachen Schmuggel handelt, sondern um nicht weniger als um einen Plan, die westliche Welt in einen Krieg zu stürzen.

Wie schon der Vorgänger ist auch Octopussy eine Sammlung von Kurzgeschichten, die man zu einem grossen Plot vermengte – der Film selbst kommt aber nicht über den Stempel eines Episodenfilms hinaus. Überall fehlt der Biss und man hat ganz das Gefühl, als ob der Reihe zu diesem Zeitpunkt allmählich die Luft auszugehen schien. Anders lassen sich der eindimensionale Bösewicht, das uninspiriert wirkende Bond-Girl und nicht zuletzt der deutlich überalterte Roger Moore nicht erklären – alle hätten schon längst ausgetauscht werden sollen, wenn die Macher Octopussy noch hätten retten wollen – doch so bleibt der Film einer der schlechteren Filme der Reihe.

James Bond: Roger Moore
Gegenspieler: Louis Jourdan (Kamal Khan)
Henchman: Steven Berkoff (General Orlov), Kabir Bedi (Gobinda)
Female Lead: Maud Adams (Octopussy)

Titelsong: All Time High – Rita Coolidge

Trivia: Ursprünglich wollte man Roger Moore durch James Brolin, den Vater von Josh Brolin ersetzen, liess es dann aber bleiben, weil man glaubte, dass Moore den gleichzeitig in „Never Say Never“ spielenden Sean Connery besser ausstechen könnte, als ein unbekanntes Gesicht.

A View To A Kill (1985)

„Somebody will take care of you.“ – „Oh, you’ll see to that personally, will you?“

Über einen gestohlenen Mikrochip kommt James Bond auf die Fährte des superreichen Industriellen Max Zorin, dessen Firma diese Chips herstellt. Neben Pferden, die er auf seinem Gestüt mit Steroiden versetzt, scheint der ehemalige KGB-Agent Zorin noch ganz andere Leichen im Keller zu haben – und Bond läuft Gefahr, selber zu solch einer zu werden, erst recht, als er Zorins Plan, das Silicon Valley zwecks Auslöschung jeglicher Konkurrenz zu überfluten, aufdeckt.

Roger Moores Darstellung des Agenten ist nicht mehr so fantasielos, wie noch in Octopussy – aber auch in A View To A Kill (dessen Titel man nicht plumper hätte in den Film einbauen können) versagt der zu diesem Zeitpunkt fast sechzigjährige Brite, der den Rekord der meisten Filme als James Bond hält. Neben solch einem umwerfenden und zudem gut aufgelegten Schauspieler wie Christopher Walken, ist das aber zugegebenermassen auch sehr schwer. Dieser zählt definitiv zu den bedrohlichsten und glaubhaftesten Bösewichten der Reihe. Da ist es zweitrangig, dass ein Plot um Robo-Pferde oder die mal so nebenher in die Wege geleitete Überflutung eines ganzen Landstrichs nicht immer schlüssig sein kann – denn der Film ist schauspielerisch top besetzt und bietet auch den angenehmen Wechsel zwsichen Action und Humor, selbst wenn Roger Moore da nicht viel zu beiträgt. John Barrys zweitletzter Bond-Score erweist sich zudem als einer seiner besten.

James Bond: Roger Moore
Gegenspieler: Christopher Walken (Max Zorin)
Henchwoman: Grace Jones (May Day)
Female Lead: Tanya Roberts (Stacey Sutton)

Titelsong: A View To A Kill – Duran Duran

Trivia: Der damalige Freund von Grace Jones, ein junger Herr namens Dolph Lundgren, hatte in diesem Film – seiner Liebsten sei Dank – seinen ersten Filmauftritt. Zwar nur wenige Sekunden und ohne Sprechrolle (er ist der Agent, der in dieser Szene zu May Day hochschaut), aber scheinbar hats geholfen.

The Living Daylights (1987)

„‚I’m sorry, James. For you I have great affection, but we have an old saying: duty has no sweethearts.“ – „We have an old saying too, Georgi. And you’re full of it.“

Georgi Koskov, ein russischer General läuft zu den Briten über – was sich aber rasch als Farce herausstellt, ebenso die darauffolgende, scheinbare Entführung durch das KGB. James Bonds Auftrag ist es, den Verräter zu fassen, sowie seiner Behauptung, dass der russische General Pushkin eine Aktion zur Tötung ausländischer Spione eingeleitet hätte, nachzugehen. In Afrika kommt Bond dabei auf die Spur eines wahnsinnigen Waffenhändlers, der mit Koskov gemeinsame Sache macht – derweil werden immer wieder britische Spione getötet…

Es dauert einige Momente, bis Timothy Dalton in The Living Daylights in der Rolle des James Bond angekommen ist – doch dann gefällt der verhältnismässig recht brutale und kompromisslose Darsteller, zumindest besser, als ich das in Erinnerung hatte. Aber auch so scheint Dalton immer wieder das gewisse Etwas zu fehlen, das Connery, Lazenby oder Moore zu Bond machte – Timothy Dalton ist dagegen nur „ein Schauspieler, der Bond spielt“. Genau wie der Hauptdarsteller braucht auch der Film ein Weilchen, bis er in die Gänge kommt, doch sobald es läuft zeigt sich ein solider und spannender Plot, der Bond an eine bisher noch unbekannte Destination führte. Wermutstropfen sind bei The Living Daylights nur die Bad Guys, die genau wie das verdammt dämliche und überhaupt nicht herzige Bond-Girl nicht mehr als langweilige Pappfiguren sind. Immerhin gibt es dafür John Rhys-Davies als gemütlichen und nicht ganz so treuen russischen General. Und, ach ja, Andreas Wisniewski als abgefahrenster Henchman seit Langem.

James Bond: Timothy Dalton
Gegenspieler: Jeroen Krabbé (Georgi Koskov), Joe Don Baker (Brad Whitaker)
Henchman: Andreas Wisniewski (Necros)
Female Lead: Maryam d’Abo (Kara Milovy)

Titelsong: The Living Daylights – a-ha

Trivia: Joe Don Baker ist einer der diversen Bond-Darsteller, die zwei verschiedene Rollen inne hatten, und zudem einer der wenigen, die einen „Guten“ und einen „Bösen“ spielten – neben ihm taten das nur Walter Gotell (From Russia With Love & diverse Moore-Bonds), Charles Gray (You Only Live Twice & Diamonds Are Forever) und Maud Adams (The Man With The Golden Gun & Octopussy).

Licence To Kill (1989)

„Señor Bond, you got big cojones.“

Nachdem James Bonds Freund, der CIA-Agent Felix Leiter in seiner Hochzeitsnacht verstümmelt, sowie dessen Frau getötet wird, schwört der Agent des MI6 Rache. Damit stösst er aber auf taube Ohren, denn der Täter, Franz Sanchez, ist ein Drogenlord, der aufgrund diverser Bestechungen in zahlreichen Staaten Immunität geniesst. Von seinem Land alleingelassen begibt sich Bond auf eigene Faust auf einen Rachefeldzug.

Kaum ein James Bond-Film ist so gewaltlastig und kompromisslos wie Licence To Kill – überhaupt nicht mehr Gentleman-like gibt sich Timothy Dalton auf seinem (letzten) Rachefeldzug. Doch etwas muss man ihm, und auch George Lazenby, zugute halten: Sie sind die einzigen Darsteller, denen es gelang, den Agenten von seiner verletzlichen, menschlichen Seite zu zeigen (wobei ich zu diesem Zeitpunkt Craigs Filme noch nicht, bzw. zu lange her gesehen habe) – etwas, was dem Publikum wohl missfallen ist, wenn man ihre geringe Zahl an Filmen betrachtet. Dabei wäre es gar nicht mal so schlecht: Robert Davi gibt den aalglatten und einschüchternden Drogenboss, und ist als solcher auch sehr glaubhaft, Benicio del Toro ist in seinem erst zweiten Film dagegen einfach nur peinlich und höchstens zu belächeln. Doch abgesehen vom leicht verfehlten Ton ist Licence To Kill ein solider Bond-Film, der einen erstaunlich guten Mix aus Action und Tiefgang bietet – und mit einer der coolsten Schlussszene aufwartet.

James Bond: Timothy Dalton
Gegenspieler: Robert Davi (Franz Sanchez)
Henchman: Benicio del Toro (Dario)
Female Lead: Carey Lowell (Pam Bouvier), Talisa Soto (Lupe Lamora)

Titelsong: Licence To Kill – Gladys Knight

Trivia: Während der Explosion der Tanklaster zum Schluss knipste ein anwesender Fotograf dieses Bild. Nuff said.

  • donpozuelo

    Eine höchst imposante Zusammenstellung. Die Moore-Filme habe ich tatsächlich alle gesehen, von Timothy Dalton keinen einzigen. Aber bei nur zwei Filmen lässt sich das ja vielleicht auch leicht übersehen 😉

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  • Julian

    Die Filme ab For Your Eyes Only mag ich eigentlich sehr gerne. Carole Bouquet finde ich ja seit Bingo Bongo super, A View To A Kill war mein erster Bond. Octopussy habe ich zuletzt als Kind gesehen, war damals aber sehr begeistert. Muss ich mal wieder schauen. Dalton mag ich ganz gerne, Moore auch, aber beide keine Favoriten von mir.

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  • Lukas

    Live and Let Die 6,5 (angebracht wären 2 – einen für Moore, einen für JW Pepper), während OCTOPUSSY (!) 6 kriegt? Skandal!
    Vor allem, wo ich A View to a Kill gleich im Anschluss gesehen hab und diesen entgegen der Erinnerung erstaunlich langweilig fand, im direkten Vergleich mit Octupussy. Letzterer ist imho der zweitbeste Bond aller Zeiten 🙂
    Moonraker war witzig, aber latent schwachsinnig (sogar für James Bond 😀 ) und License to Kill fand ich doch erstaunlich fad, da er einfach nicht annähernd rüberkommt, wie ein Bond-Film jedweder Art 🙁 Dafür ist die Explosion am Ende klasse 😀 Ich hätte jedenfalls beide ein gutes Stück schlechter bewertet, hab sie allerdings auch schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen…
    Und Roger Moore ist und bleibt der beste Bond. Selbst noch vor Connery.
    Und das mit Octupussy geht wirklich gar nicht.

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  • Lukas

    Klar, ich sage ja auch nicht, dass die Bewertung völlig „falsch“ sei, das ist bei Bewertungen ja in der Regel ein Begriff, den man größtenteils vermeiden sollte.
    Ich finde nur, dass Octopussy einer der wenigen Bondfilme ist, die man jemandem zeigen kann, der noch nie einen von diesen gesehen hat und gerne wissen will, wie sich ein typischer Bond-Streifen „anfühlt“. Bondiger gehts für mich nicht, humorvollere gibt es auch kaum und die Settings sind klasse. Bond halt. Deshalb hat mich das, was du geschrieben hast, halt irgendwie ziemlich verwundert, vor allem der Vergleich zu Live and Let Die. Den fand ich so unbondig wie nur irgendwas 😉

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  • Lukas

    @Owley: Stimmt, der Lazenby ist auch ein gutes Beispiel, Goldfinger auch. Zum Kompromiss: In der Tat. Das ist so, als würde ich sagen, The Dark Knight zwar ganz nett, aber Batman Begins war nicht gut. Sakrileg 😀

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  • Julian

    Lazenby, Connery und der aktuelle sind meine. Ich muss mir mal die BluRay Box leasen…

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