Scheibenkritiken #6

Das Thema Musik ist auf meinem Blog entgegen meinen Wünschen nicht gerade der Publikumsmagnet. Darum habe ich mich auch schwer getan, überhaupt noch Scheibenkritiken zu posten, da die letzten drei Posts insgesamt gerade mal 5 Kommentare hervorriefen. Aber irgendwie verspüre ich dennoch den Drang, zu einigen neuen Platten etwas zu sagen, ich bin nur noch am Schauen, in welchem Format das geschieht. Im Moment bleibt es aber hierbei.

Hot Chip – In Our Heads

Ihr fünftes Album katapultiert die britischen Indie-Hippies von Hot Chip weit nach vorne in meine Jahres-Top-Ten. Der experimentielle Mix aus Electro und Indie, den In Our Heads bringt, funktioniert perfekt und bringt uns neben sphärischen Hymnen auch grossartige Dance-Tracks mit coolem 80’s-Sound. Mit dieser Scheibe sind sie weit vorne in meiner Favoritenliste fürs Zürich Openair zu finden.

Klingt ein bisschen wie „Odd Blood“ von Yeasayer

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– 6. Juni 2012 (Domino)

Die Ärzte – auch

Das neue Album von Die Ärzte ist solide, aber dadurch auch etwas brav und verhalten. auch fehlt der Wille, etwas zu bewegen, den Jazz ist anders so speziell machte. Die Songs sind nichtsdestotrotz cool und knüpfen zumindest musikalisch nahtlos an den Vorgänger an. Nur gehen sie leider selten tiefer und können damit nicht mit solchen botschaftsschwangeren Tracks wie Rebell oder Schrei nach Liebe mithalten.

Klingt ein bisschen wie „Jazz ist anders“ von Die Ärzte

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– 13. April 2012 (Hot Action Records)

Norah Jones – Little Broken Hearts

Norah Jones‚ Neue ist anders als ihre bisherigen Scheiben. Unbeschwerter und experimentieller als das, was man von der Dame kennt, so kommt Little Broken Hearts daher. Und das ist eine willkommene Abwechslung zum langsam eintönig und austauschbar klingenden Jazz, den Norah Jones bisher bot. Unverändert sind dagegen die im Kontrast zur musikalischen Leichtfüssigkeit stehenden melancholischen Texte.

Klingt ein bisschen wie „Until We Get There“ von James Gruntz

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– 25. April 2012 (Blue Note)

Jack White – Blunderbuss

Dass Jack White der wichtigere Teil von The White Stripes war, ist allgemein bekannt, wird aber mit seinem Soloalbum Blunderbuss noch deutlicher. Der Sound ist unverändert gut, und doch ist es nicht einfach ein neues Album der Stripes. Jack White experimentiert mit verschiedenen Sounds, Stilen und Musikern und legt über das Gesamtprodukt seine gewohnt grossartigen Vocals.

Klingt ein bisschen wie „Get Behind Me Satan“ von The White Stripes

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– 23. April 2012 (Third Man Records)

  • Zeitzeugin

    Also ich mag das Album der Ärzte 🙂

    Btw: poste doch einfach was du posten willst… wobei ich im Glashaus sitze, poste auch ungern was, wenn ich weiß, dass bei den letzten Posts dieser Art wenig kommentiert wurde *g*

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  • Irene

    Habe das neue Album von Norah Jones irgendwie gar nicht beachtet, weil mir der Sound etwas langweilig wurde. Doch das klingt jetzt wirklich frisch und unbeschwert. Werde wohl doch noch genauer reinhören müssen 😉

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  • Killerqueen

    Ich fänd das ganz cool, mehr über Musik zu lesen, du Kommentarjäger 😉 Wenn ich nach den Kommentaren meiner Posts gehen würde, dürfte ich gar nichts mehr posten 😀
    Am meisten Kommentare hatte bis jetzt mein Ärzte-Konzertreview, und wahrscheinlich auch nur, weil ich sie nicht soooooo toll fand. 😉

    Die Kritiken sind ja leider sehr kurz gehalten, fände Hintergrundinfos noch spannend, zum Beispiel WARUM Norah Jones sich verändert hat – hat ja in letzter Zeit diverse Musikprojekte mit ganz spannenden Musikern gemacht, was sie sehr beeinflusst hat. Bei Jack White wäre auch noch lustig zu wissen, dass er ja 2 Bands für die CD und auch für die Tour engagiert hat – einmal eine männliche, glaube hauptsächlich dunkelhäutige, Band und einmal eine weibliche – was er damit begründet hatte, dass Männer und Frauen eine ganz eigene Art hätten, Instrumente zu spielen und Musik zu interpretieren, und dass er damit aus den Songs die absolute Power herausholen wollte… 😉 Ein Perfektionist am Werk.

    So und jetzt halt ich die Klappe 🙂

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  • Sibel

    Mir gefällt das neue Album von Die Ärzte. Die Texte empfinde ich zwar als sehr oberflächlich (außer vll Waldspaziergang), aber ich vermisse doch stark die Zeiten von „Deine Schuld“ und „Schrei nach Liebe“ … Das neue Album ist für mich nur noch „Radiomusik“ (was aber nicht unbedingt schlecht gemeint ist.=

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  • Julian

    Das Norah Jones Album ist das erste Blue Note Album, mit dem ich nicht bemustert wurde… Deshalb habe ich es auch nicht kritisiert, wenn es aber mal runtergesetzt wird, werde ich reinhören. Obwohl ich von ihr bisher nur 2 Songs gut finde: Sunrise und die neue Single. Ihr Duett-Album …featuring ist allerdings extrem gut und auf dem Jazzalbum mit Willie Nelson überzeugt sie auch. Aber das sind ja alles keine Kompositionen von ihr.

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  • Intergalactic Ape-Man

    Die Tiefe der Ärzte spielt sich auf auch ja eher textlich ab, wobei mir eher die leisen Provokationen gegen eigene Fans liegen, da ich kein typischer Ärztefan bin. Oder vielleicht doch auch typisch, weil mir alles nach der Auflösung in den 80ern nicht mehr voll gefallen hat. Und so ist das nun „auch“, diese Scheibe hat wiedermal Ansätze, ist aber nie wirklich toll. Wenigstens wächst die Platte mit den Durchgängen.

    Viel tolle finde ich aber, daß ich darüber gar nichts von der Norah Jones Platte mitbekommen habe. Das Cover sieht schonmal toll aus. Mal abwarten, bis sie billig zu kriegen ist.

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  • Määäx

    Hot Chip sind ja awesome. Nur nicht aufhören mit den Kritiken 🙂

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