The Dark Knight Rises (2012)

„There’s a storm coming, Mr. Wayne. You and your friends better batten down the hatches, because when it hits, you’re all gonna wonder how you ever thought you could live so large and leave so little for the rest of us.“

Vor vier Jahren kam mit The Dark Knight ein Film in die Kinos, der bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterliess. Und so fieberte ich seit diesem Moment keinem Film so stark entgegen, wie The Dark Knight Rises, dem finalen Teil von Christopher Nolans Batman-Trilogie. Ich verstehe damit auch jene Fans, die sich in der Vorfreude noch nicht spoilern lassen möchten, aus diesem Grund las ich im Vorfeld auch keine Reviews. Leider ist für diese Fans hier dann aber auch Endstation, denn meine Review enthält massenhaft Spoiler. Sorry!

Vor acht Jahren nahm Batman die Schuld für den Tod von Harvey Dent auf sich und tauchte ab – seither nahm die Justiz dank des „Dent Act“ Überhand in Gotham, Verbrechen gibt es kaum mehr. Glaubt man zumindest. Denn aus dem Untergrund plant der Terrorist Bane Gotham mit einer Bombe zu zerstören und das Werk seines Mentors Ra’s Al Ghul zu vollenden. Batman will sich ihm entgegenstellen, merkt aber rasch, welche Folgen es haben kann, wenn man während Jahren weg vom Fenster war. Und so scheint es, als wäre Banes teuflischer Plan gar nicht aufzuhalten…

Die Art, wie Bane ganz im Geiste der Occupy-Bewegung Gotham als Geisel hält und von der Aussenwelt abschottet schwankt zwischen episch und surreal. Trotzdem entstehen daraus viele interessante Situationen, wie etwa, dass die Polizei plötzlich aus dem Untergrund agieren muss, während Gotham auf sich alleine gestellt ist, und ohne Batman auskommen muss. Für den Kampf gegen Bane und seine Leute lässt sich Nolan dann auch nicht lumpen und zündet ein genial inszeniertes Actionfeuerwerk in den Strassen der Stadt, das zum Schluss, als Batman noch eine Bombe loswerden muss (mal wieder), an Spannung kaum zu überbieten ist. Untermalt wird das Ganze erneut von Hans Zimmers grossartigem Soundtrack, der die Figuren und das Feeling des Films gut einfängt – das Thema für Bane etwa gibt die Figur sehr gut wieder.

Der von Tom Hardy brilliant verkörperte maskierte Glatzkopf ist Batman nämlich in vielen Belangen überlegen und lässt sich in seinem Plan, Gotham der Erdboden gleich zu machen, von nichts und niemandem aufhalten. Es ist eine Qual, zuzusehen, wie er den aus der Übung gekommenen Batman in einem aufreibenden Kampf psychisch und physisch bricht. Diese Szene ist auch eine der besten des bis zu diesem Punkt zwischendurch leicht schwächelnden Films. Leider nutzt Nolan das Potential seines Bad Guys nicht konsequent, denn statt einen Blick hinter seine Maske zu erhaschen, erfährt man, dass Bane im Grunde nur wieder der muskelbepackte Strohmann eines grösseren Bösewichts war, der in einer immerhin überraschenden und an sich coolen Wendung enthüllt wird.

Omnomnom.

Die weiteren Rollen sind mit wenigen Ausnahmen gut besetzt, Christian Bale spielt abermals solide, muss sich aber wie schon in The Dark Knight nicht so sehr beweisen, wie noch in Batman Begins und Anne Hathaway sendet ein dickes „Fuck You!“ an alle Zweifler (das ich gerne unterschreiben möchte) und interagiert als Selina Kyle perfekt mit Batman. Auch die anderen neuen Figuren, etwa der von Joseph Gordon-Levitt gespielte John Blake und Marion Cotillard als Miranda Tate gefallen, wenn auch dem einen etwas viel, der anderen etwas zu wenig Screentime zugedacht wurde. Juno Temple ist hingegen – und es bricht mir fast das Herz, dies einzugestehen – ein völliger Reinfall und bringt den Film in keinem Punkt vorwärts. Es sind aber allgemein etwas viele neue Figuren, mit denen man sich zurechtfinden muss, sodass die einzelnen Charaktere etwas untergehen.

The Dark Knight Rises ist einer der besten Comicfilme der letzten Jahre und überzeugt im Grossen und Ganzen. Im direkten Vergleich mit den Vorgängern steht er aber deutlich zurück, da er ein bisschen zu komplex und surreal daherkommt und Nolan etwas gar viele Geschichten auf einmal behandeln möchte. Dennoch bietet der Film einen versöhnlichen (und symbolischen) Abschluss mit einem Augenzwinkern. The Dark Knight Rises is not the Finale we need, but the one we deserve – zumindest in Zeiten hirnloser Actionblockbuster.

  • Lukas

    „die Polizei muss aus dem Untergrund agieren“, höhö
    „ein Blick hinter die Maske“, höhö
    Mehr fällt mir dazu nicht ein 😀
    Gut auf den Punkt gebracht, ich stimme dir eigentlich in allem zu, bis auf bei einer Sache: die fette revelation am Ende, von der du sprachst, die fand ich ziemlich müde. Ich erinnere mich noch laut gemurmelt zu haben „OH, NEIN, WAS FÜR EINE ÜBERRASCHUNG“. Das war für mich eigentlich der einzige, dicke Kritikpunkt an der gesamten Geschichte, weil es einfach zu offensichtlich und bemüht daherkam – vor allem aber, weil es den so genial inszenierten Bane plötzlich in ein Nebenlicht rückte, dass er weder verdient hat, noch welches logisch-konsequent passen würde 😉
    Aber wie gesagt, ein einziger Punkt, von einigen Kleinigkeiten und diversen, wenn auch unnötigen Logikfehlern mal abgesehen. Im Endeffekt aber ein toller Film 🙂

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  • Pfirsich

    Grandioser Film. Sehr guter Comicstreifen. Eigentlich ein perfekter Abschluss einer nahezu perfekten Trilogie.

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  • Sibel

    Mir hat der Film auch sehr gut gefallen <3 Nur muss ich meinem Freund schon etwas recht geben als er meinte, dass Catwoman aus dem Film nicht wirklich etwas mit der Catwoman aus den Comics zu tun hat. Trotzdem sehr gute Schauspielleistung!

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  • donpozuelo

    Endlich mal jemand, der meine Euphorie teilt!!! Ich hatte schon Sorge, ich hätte einen anderen Film gesehen 😉

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  • Lukas

    @Owley: Jop, wobei ich das Ganze eher in Bezug auf generelle Storyabläufe meinte, da ich ehrlich gesagt keine Ahnung hatte, wer sowohl Talia als auch John sind. Also, vor dem Film 😉 Aber dass die scheinbar wohlwollende, liebenswürdige Ökophilantropin PLÖTZLICH die Böse ist, nachdem klar war, dass da noch irgendeine Person fehlt… das fand ich nicht wirklich überraschend 😀
    Die Besetzungen der oben genannten fand ich dennoch super und auch die Screentime, gerade von John, doch irgendwie gerechtfertigt. Nur den Twist hätten sie sich wie gesagt irgendwie sparen können, und Bane vielleicht lieber ein episches nuke ending spendieren sollen – er hätte es verdient gehabt 🙂

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  • Andi

    Ich mag es, wie die gleichen Motive aus den ersten Filmen verwendet werden bei der Entwicklung von Batman. Loch (Why do we fall?), Eis (Death by exile/Mind your surroundings)… Aber das Ende ist schon fast zu perfekt (ob es nun metaphorisch ist oder nicht)
    Gestört hat mich, dass der Film einiges von TDK gerade umgekehrt präsentiert. Kann man nun mit einer Lüge leben? Sind die Gefängnisinsassen nun eine böse Masse oder können sie noch überraschen? Ist Batman nun ein Idol oder ein Dark Knight?
    Aber spannend ist der Film sowieso! Und mir gefällt der Charakter von Robin sehr.

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  • Lukas

    @Owley: Oh, ne, mir fehlte da keine Person – aber es war offensichtlich, dass da mit Ra’s al-Ghuls (oder wie auch immer er geschrieben wird 😀 ) Kind noch irgendwas kommt und im ganzen Geflecht aus Bösen, Guten und denen dazwischen noch jemand fehlt. Zumal sie (Tate) ja, wie du schon sagtest, keinen wirklich richtigen Platz hatte 😉 Dass mit Blake die ganze Geschichte auch aus der Perspektive eines quasi „normalen“ bzw. Außenstehenden erzählt wird und somit gleich noch, wenn auch spät, eine Figur aus dem Batmanuniversum eingeführt wird, fand ich eigentlich ziemlich genial. Was vielleicht aber auch größtenteils an Joe Gordon-Levitt liegen kann. Soll heißen: ich fands so eigentlich ziemlich optimal, auch wenn wir etwas mehr Batman hätten haben können 🙂

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  • Spanksen

    Ich war nach all den durchwachsenen Kritiken auch sehr positiv überrascht und hatte ne Menge Spaß! Was mir richtig sauer aufgestoßen ist waren mal wieder die Syncrostimmen, gerade wenn Batman und Bane sich unterhalten haben wirkte es schon eher unfreiwillig komisch

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