The Lorax (2012)

„Unless someone like you cares an awful lot, things aren’t going to get better. They’re not.“

Meiner Meinung nach geht es dem Animationsfilm nicht mehr so gut, wie auch schon. Die Studios ruhten und ruhen sich auf den alten Erfolgen aus, bringen schier endlose Reihen, die immer schlechter werden, und das neue Material ist meist durchschnittlich und austauschbar. Klassiker vom Format eines Finding Nemo oder Toy Story lassen auf sich warten, bzw. sind schlicht Mangelware (Brave war imho grossartig, ist aber eine Eintagsfliege). Die Verfilmung des Dr. Seuss-Buches The Lorax passt da genau in dieses Schema, und wäre mir eigentlich auch keinen Kinobesuch wert gewesen. Hätte sich nicht Danny DeVito auch auf deutsch selber synchronisiert. Was erwartungsgemäss scheisse kam.

Um das Herz der angebeteten Audrey zu gewinnen, geht Ted aufs Ganze. In diesem Fall heisst das, dass er ihr einen Baum schenken will, was in der künstlichen Stadt Thneedville, wo man echte Bäume nur noch vom Hörensagen kennt und ihnen die Plastikversionen vorzieht, nicht gerade ein leichtes Unterfangen ist. Once-Ler, ein Eremit, der ausserhalb der Stadt wohnt, kann Ted aber helfen, denn es war niemand anderes als Once-Ler selber, der vor Jahren dafür sorgte, dass die Bäume ausgestorben sind.

Die Story liest sich leider nicht ansatzweise so abgedreht, wie sie effektiv ist. Der kunterbunte The Lorax erweist sich schnell als geeignete Nachmittagsunterhaltung für ADS-Kinder und Drogensüchtige gleichermassen. Was anfangs noch ganz lustig und schräg ist, ist spätestens nach einer halben Stunde nur noch anstrengend. Ich kenne die Vorlage nicht, aber dieser Dr. Seuss muss ein unglaublich bescheuerter und nerviger Zeitgenosse gewesen sein. Denn andauernd wedelt er mit dem Mahnfinger rum, und hätte es am Liebsten, wenn gleich alle Zuschauer den Grünen beitreten würden.

„I am not a human being! I am an anim… Lorax!“

Dabei hat er, bzw. die Verfilmung seines Stoffes dem Zuschauer inhaltlich gar nicht viel zu bieten und verkauft sich lediglich über seinen Humor, die Nebenfiguren, von denen sich die Macher wohl einen ähnlichen Erfolg wie von den Minions erhoffen, und den angeblich ziemlich unterbeschäftigten Danny DeVito (er synchronisiert sich in 5 Sprachen), dessen Lorax aber so unverständlich und lieblos ist, dass er es doch lieber bleiben gelassen hätte. Und wenn man sich dann letztlich doch irgendwie mit dem Film zurechtfindet, kommt irgendeine von diesen Gesangseinlagen, die einfach nur schlimm sind und eine grausamere Vergewaltigung der Sinne als die kunterbunte Willy Wonka-Welt.

Ob er etwa schlecht sei, hinterfragt Once-Ler in einer Gesangseinlage sein Tun. Das hätten die Macher im Bezug auf den Film auch tun sollen. Denn The Lorax ist schlecht. Wirklich schlecht. Die Verfilmung von Dr. Seuss‘ moralinschwangerem Drogentraum funktioniert mal so gar nicht, und wird wohl auch die Zielgruppe nicht wirklich treffen, denn es gibt unterhaltsamere Animationsfilme.

  • donpozuelo

    Ja, den fand ich auch absolut furchtbar. Das einzig interessante war tatsächlich, dass DeVito alles selber vertont.

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  • Kryll

    Gehts noch? Dr. Seuss ist eine Legende, klar haben seine Geschichte immer eine Moral, sie sind ja auch vor allem für Kinder gedacht.

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  • Silencer

    Haha, geiles Review. Bestätigt meinen Eindruck nach den Trailern, die auch schon nervend-überdreht daherkamen. Kennst Du „Horton hört ein Hu“? War auch eine Seuss-Verfilmung, würde ich mal interessieren ob die funktioniert.

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  • Silencer

    Für die Meinung ist die Sternchenbewertung noch zu gut. Wofür gibt es Null Punkte? Mediamarktwerbung?

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  • Dos Corazones

    Haha, ja Animationsfilme gibt es mittlerweile einfach zu viele, da kann nicht jeder ein Hit werden. Hoffen wir mal, dass sich Pixar demnächst wieder zusammenreißt und nach den ganzen Franchises wieder einen Bombenhit landet (Brave geht da ja in die richtige Richtung, finde ich…)

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