The Cabin in the Woods (2012)

„Good work, zombie arm.“

Mit Horror hab ichs nicht so. Ich kann und konnte mich nicht für das Genre begeistern, denn irgendwie klingt am Ende alles gleich und dafür muss ich mich nun wirklich nicht durch die ganzen Metzelorgien quälen. Auch The Cabin in the Woods scheint eine solche zu sein – Teenies verbringen das Weekend in einem Haus im Wald, Alkohol, Titten und Gemetzel. Doch der Film weiss auf ganz einzigartige Art und Weise zu überraschen und zu erstaunen. Weshalb ich meine Review so spoilerfrei, wie möglich gehalten habe, um niemandem die Überraschung zu nehmen…

Ein Weekend in einer Waldhütte – klingt nach Spass für die Teenager Curt und Jules, sowie deren Freunde Dana, Marty und Holden. Während Curt und Jules ihr Liebesleben in der freien Natur ausleben wollen, planen sie auch gleich noch Dana und Holden zu verkuppeln – klappt soweit alles auch ziemlich ordentlich. Und während sich die anderen ihren Hormonen hingeben, geht dem Kiffer Marty langsam ein Licht auf, worum es sich bei diesem Ort tatsächlich handeln könnte – aber da ist es schon zu spät…

Produzent Joss Whedon bezeichnete den Film als „liebevollen Hassbrief an das Genre“, das zu einer Anhäufung von Metzelorgien verkommen sei, und man merkt dem Film an, dass er neue, ungewohnte Wege gehen will. Es ist subtiler, ja man möchte schon fast sagen „geschmackvoller“, Horror, der einem da vorgesetzt wird – ohne dass an Blut und abgehackten Körperteilen gespart wird. Gleichzeitig parodiert der Film aber besagte Metzelorgien, spielt mit den Klischees und hebt sie auf, wie es ihm gefällt. Die klare Message von The Cabin in the Woods wird aber nur durch Whedons obige Aussage deutlich, denn der Film könnte genausogut eine Liebeserklärung an das Genre darstellen.

„Ha, ha. We all had a good laugh, but now do tell me this, mortals: Who of you blasphemic weaklings dared to cut my godly hair with the device you refer to as a ‚lawn mower‘?“

Dafür ist der Film aber deutlich zu selbstironisch und böse – was auch gleichzeitig seine Stärke ist. Neben dem schwarzen Humor gehören dazu auch die Charaktere, die aus dem 0815-Setting herausstechen, und mit denen man sich rasch identifizieren kann, weil sie sehr glaubhaft gezeichnet sind und ausserdem von frisch aufspielenden Jungschauspielern verkörpert werden. Da zeigt sich die Handschrift von LOST-Autor Drew Goddard, der einen einzigartigen Zugang zu seinen Figuren bietet, die – kurz nachdem man sich mit ihnen anfreundet – brutal aus der Welt scheiden müssen.

Über The Cabin in the Woods zu reden, ohne den Film wirklich zu behandeln, ist wie ein Überraschungsei anhand der Schokolade zu beurteilen. Das bringt niemandem wirklich etwas – versucht habe ich es trotzdem, denn ich möchte niemandem den Spass an diesem Film nehmen. Alles was ich jetzt noch sagen kann, ist, dass man sich den Film unbedingt ansehen muss, auch diejenigen Leute, die mit Horror wenig anfangen können. Denn klassischer Horror, das ist The Cabin in the Woods auf keinen Fall.

  • Dominik

    Hab’s nicht durchgelesen. Sehe aber die 9/10 und die allgemein guten Bewertungen. Ggf. gebe ich dem Film eine Chance, auch wenn ich mich dem Horrorgenre etwas abgewandt habe.

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  • Alice

    Kann nur zustimmen. Bin ebenfalls kein Horrorfan, aber Cabin in the Woods macht sich herrlich über die stets verwendeten Motive und Klischees lustig, wird dabei aber nicht lächerlich. Der Film schafft es tatsächlich, gleichzeitig Hommage, Parodie und vollwertiger Genrevertreter zu sein.
    Sehr sehenswert für Horror-Liebhaber und -Hasser! Die 9 Sterne sind verdient.

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  • donpozuelo

    Ich freu mich schon wie Bolle auf den Film und bin sehr froh, dass er bei dir ebenfalls so gut wegkommt wie bei so vielen anderen. Joss Whedon hat in diesem Jahr echt nen guten Run 😉 Soll mal fleißig so weitermachen… ob nun als Regisseur oder Produzent. Der traut sich wenigstens noch was.

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  • Fox

    Das Warten hat endlich ein Ende. Gestern gleich die erstbeste Gelegenheit genutzt, den Film zu sehen. (Und auch ich bin kein wirklicher Horror-Fan.)
    Der Film ist echt genial. Und als ich schon Vermutungen über das Ende hatte, ging es noch in eine ganz andere Richtung. SO MUSS EIN DREHBUCH SEIN, hätte ich am liebsten gerufen. 😛
    Ich hoffe, dass sich künftige Produktionen daran ein Beispiel nehmen. Ja, der Film mag nicht massentauglich sein, weil er aufgrund der Story-Ebenen ein wenig komplexer ist als diese „Hirn-Aus“/“Null-Anspruch“-Splatter-Streifen, aber endlich wird hier mal etwas Neuartiges ausprobiert.

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  • Spanksen

    Sehen muss!

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  • Waits

    Ich versteh nicht, warum dieser Film sich aus den Massen herausheben soll… Mir kam es eher vor als wäre jede einzelne scheussliche und gruslige Kreatur eingebaut worden, bis es keine mehr gab. Dass das ganze auch noch eine Parodie sein soll, ist mir irgendwie auch nicht aufgayfallen (!). Einzig erfrischendes Highlight fand ich das unerwartete Ende der Story, sonst ein ziemlicher Durchschnitts-Horrorstreifen.

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  • Marc

    Sorry ich fand den Film einfach nur mega schlecht!!! Verstehe keinen der diesem Film über 1 Stern gibt… ich muss aber auch sagen dies ist nicht mein Genere! Batman, The Avangers, Taken, Spiderman, Headhunters, Lockout, Avatar, Merida ect… diese Filme sind für mich TOP! Aber Cabin würde ich sogar 0 von 10 geben, einfach nur lächerlich dieser Film!

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  • Andi

    Es ist bereits eine Weile her seit dem du dieses Review geschrieben hast, aber ich habe den Film erst gerade jetzt gesehen.
    Ich habe doch schon einige Horrorfilme gesehen, aber dieser ist wirklich köstlich. Ich habe mich kaputt gelacht wegen all der Referenzen („The virgins death is optional…“, „…creepy old fuck practically wears a sign saying ‚YOU WILL DIE'“, „This isn’t right. We should split up…“)
    Nur ganz zum Schluss, in dem Raum mit den Blutfiguren war die Erklärung fast schon etwas überflüssig, aber wenn man mit den Klischees nicht vertraut ist, ergibt das wohl schon Sinn.
    Wirklich toller Film. Die Beschreibung „liebevoller Hassbrief“ könnte nicht besser passen!

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