Madagascar 3: Europe’s Most Wanted (2012)

„What are you doing? Zebras can’t drive, only penguins and people can drive!“

Während Madagascar 2 mit viel Goodwill seinem Titel noch gerecht wurde, weil die Story ja vor der Haustüre Madagaskars spielte, auf dem afrikanischen Festland, hat Madagascar 3: Europe’s Most Wanted mit Madagaskar soviel am Hut, wie King Julien mit Bescheidenheit. Und leider ist sowas immer auch ein bisschen ein Indiz, dass den Machern langsam die Ideen ausgehen, und sie in einem Akt der Verzweiflung etwas völlig Neues bringen wollen – ein gutgemeinter Plan, der leider nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Wie im Falle dieses Filmes.

Da sie befürchten, dass die Pinguine von den Flitterwochen in Monte Carlo nicht mehr zurückkehren würden, und sie alleine in Afrika zurücklassen, begeben sich die vier Zootiere Alex, Marty, Melman und Gloria nach Monaco, um gemeinsam mit den Federviechern nach New York zurückzureisen. Doch leider sorgen sie dort für eine Massenpanik, sodass ihnen die Tierfängerbehörde von Monaco rasch auf den Fersen ist, angeführt von der gnadenlosen Chantel DuBois. So tauchen die vier in einem Wanderzirkus unter, doch damit fängt das Abenteuer erst richtig an…

Am meisten Probleme habe ich mit der Story: Die Reise nach Europa geschieht urplötzlich. Man weiss nicht, wie die Tiere von Afrika nach Monaco kamen, und das ist essentiell, denn war doch vorher noch das Hauptproblem der Figuren, dass sie nicht vom Kontinent wegkamen. Aber hey, eine lustige Story mit Zirkus, scheissen wir auf das, was wir in den Vorgängerfilmen aufgebaut haben! Das passt leider wieder nur zu gut zu DreamWorks. Auch der restliche Plot wirkt an den Haaren herbeigezogen, die Problematik des Zirkustierenkodex wurde einfach nur for the sake of it eingefügt und bietet keinen Boden für die Identifikation mit den Figuren.

Sowieso scheint mit Madagascar 3: Europe’s Most Wanted definitiv der Alltag eingekehrt zu sein. Die Figuren bestehen grösstenteils nur noch aus den altbekannten Klischees und Running Gags, und selbst King Julien ist nicht mehr ganz so komisch wie auch schon. Es gibt noch den ein oder anderen (nicht immer politisch korrekten) Lacher, aber der gehört vorallem den Pinguinen, Mort oder der fiesen Tierfängerin, die von Frances McDormand herrlich komisch synchronisiert wird. Sie ist dann auch die einzige neue Figur, die irgendwie gefällt – der Rest ist ein bisschen unnötiger Durchschnitt. Auch Hans Zimmer scheint das gespürt zu haben und liefert einen austauschbaren Düdelscore ab, mit Ausnahme des Tracks, der im Abspann läuft – aber den hat Zimmer ja eigentlich auch nur mitprouziert.

„A film called Madagascar, set in Europe? You being for real?“

Erwartungsgemäss erreicht die Reihe mit Madagascar 3: Europe’s Most Wanted ihren Tiefpunkt – nach den beiden ordentlichen Vorgängern bietet der dritte Teil einen hanebüchenen Plot, mittelmässige Figuren und die gewohnt nicht immer gleich treffsicheren Gags: Ziemlicher Durchschitt, eben.

  • Silencer

    Dann gucken wir lieber die Serie über die Pinguine.

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  • donpozuelo

    Ach, bei Joe Wrights „Hanna“ wußte man auch nicht, wie ihr Daddy aus dem Nirgendwo mitten in Berlin landet. Manchmal ist das gar nicht so wichtig 😉 Hier hat’s mich jetzt auch nicht gestört. Sind halt getaucht. Fertig aus. Den Rest fand ich super. Dem Ganzen nur vier Punkte zu geben, finde ich etwas hart.

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  • maloney

    …sogar eher unterdutchschnittlich…aber ja die Punkte sind gerechtfertigt

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