Hugo Weaving redet ein bisschen viel Blödsinn

Ich mag Wendehälse nicht, schon gar nicht im Filmbusiness. Ich verstehe nicht, warum manche Schauspieler und Regisseure nachdem ihr Film gefloppt ist noch sagen müssen, wie scheisse der Film war. Fast als müssten sie beim Publikum etwas wiedergutmachen, dabei sollten sie am besten einfach nichts sagen. Tun sie aber nicht, und so gibts deshalb im Total Film eine unterhaltsame Rubrik mit Vorher-Nachher-Aussagen von Schauspielern und Regisseuren.
Einer, der in den letzten Tagen einfach lieber ruhig sein hätte sollen ist Hugo Weaving, vorallem bekannt für seine Rolle als Elrond in The Lord of the Rings. In einem Interview mit dem Collider zog er über seine Sprechrolle des Megatron in Transformers her.
“That’s a weird job for me because it honestly was a two-hour voice job, initially. I was doing a play and I actually didn’t have time, anyway. It was one of the only things I’ve ever done where I had no knowledge of it, I didn’t care about it, I didn’t think about it. They wanted me to do it. In one way, I regret that bit. I don’t regret doing it, but I very rarely do something if it’s meaningless. It was meaningless to me, honestly. I don’t mean that in any nasty way. I did it. It was a two-hour voice job, while I was doing other things.”
Was er damit bewirken wollte, verstehe ich nicht, denn wirklich interessant sind seine Aussagen nicht – ganz abgesehen davon, dass er sich damit sicher keine Freunde macht. Einer, der sich zudem so herablassend über einen Film äussert muss sich dann auch nicht wundern, wenn ihm die guten Rollen nicht angeboten werden.
Natürlich meldete sich dann auch gleich Michael Bay, der Regisseur der Filme, zu Wort. Nicht minder dramatisch, aber mit einer im Kern stimmigen Botschaft:
Stop complaining. Damit wäre Weaving dann wohl auch offiziell von Michael Bay ge-megan-foxed worden.
“Do you ever get sick of actors that make $15 million a picture, or even $200,000 for voiceover work that took a brisk one hour and 43 minutes to complete, and then complain about their jobs? With all the problems facing our world today, do these grumbling thespians really think people reading the news actually care about trivial complaints that their job wasn’t “artistic enough” or “fulfilling enough”? I guess The Hollywood Reporter thinks so.
What happened to people who had integrity, who did a job, got paid for their hard work, and just smiled afterward? Be happy you even have a job – let alone a job that pays you more than 98% of the people in America.
I have a wonderful idea for all those whiners: They can give their “unhappy job money” to a wonderful Elephant Rescue. It’s the David Sheldrick Wildlife Trust in Africa. I will match the funds they donate.”
Und natürlich liess es sich Weaving auch nicht nehmen, über sein Engagement bei Marvel, namentlich seine Rolle als Red Skull in Captain America: The First Avenger zu motzen. Da frage ich mich dann halt schon – wenn er das Zeug so mies findet, warum macht er es dann?
“I [signed a multi-picture deal] for Captain America. I think the tendency, with those films, would be to probably not bring a villain back. They might for The Avengers, but I didn’t think I’d be in Captain America 2 or 3. I don’t think Red Skull will be there. And it’s not something I would want to do again. I’m glad I did it. I did sign up for a number of pictures and I suppose, contractually, I would be obliged to, if they forced me to, but they wouldn’t want to force someone to do it, if they didn’t want to. I think I’ve done my dash with that sort of film. It was good to do it and try it out, but to be honest, it’s not the sort of film I seek out and really am excited by. As an actor, to do all sorts of different films is great. It stretches you in different ways. But, I increasingly like to go back to what I used to always do, which is to get involved with projects that I really have a personal affiliation with.”




9 Kommentare
Nun ja, sein Statement zu CAPTAIN AMERICA ist ja im Grunde angemessen und vor allem einmal ehrlich. Wobei natürlich gesagt werden muss, dass er nach einem weiteren Engagement im Franchise gefragt wurde – und da finde ich seine Antwort durchaus in Ordnung.
Zu seinem Voice-Over Job für TRANSFORMERS 3 jedoch gebe ich dir (und so leid es mir tut) sogar Michael Bay recht. Wenn die Schauspieler über 2 Stunden Arbeit meckern, die mal eben 200000 Dollar einbringt, sollen sie sich nicht darüber aufregen oder mit dem Geld was anständiges anstellen. So wie Sean Connery damals, als er seine Gage für 2 Minuten Screentime im Coster-Robin Hood spendete.
@Dos Corazones: Gut stimmt, meckern tut er über CapAm nicht, aber ich finde es schon irritierend, wenn er für mehrere Filme unterschreibt und sich dann wundert, dass die Macher davon Gebrauch machen wollen.
Warum tut es dir Leid, Bay recht zu geben? Man kann sagen über ihn, was man will, aber ein fertiges Arschloch ist er ja nicht.
Hmm, durch meinen Twitter-Eintrag oder generell schon im Kopf gehabt?
Na ich weiß nicht. Finde das durchaus interessanter als wenn jeder Schauspieler, wie üblich, über jede noch so überflüssige Rolle nur sagt, es sei das beste Erlebnis gewesen, dass er je gehabt hat. Das es jetzt mal deinen Lieblingsfilm trifft, nun ja.
@Dominik: Uh, ne, das habe ich gemacht, als ich die Newsbeiträge gelesen hab.
@Bendrix: Ach, mit Kritik an Transformers kann ich gut umgehen, da sie meist total berechtigt ist. Nur stören mich viele Dinge am Film gar nicht, ich finde sie meist cool. Aber einerseits noch nachzutreten, obwohls nicht wirklich nötig ist, finde ich etwas armselig, ganz zu schweigen davon, dass er hätte wissen müssen, worauf er sich einlässt.
Gut. Letzteres stimmt auf jeden Fall.
@Owley: Mich wundert es ja vielmehr, dass Nicolas Cage nicht so über seine Rollen herzieht. Aber eins ist klar, dieses Nachtreten ist großer Mist – zumindest, wenn man nur loswerden will, wie bekloppt das Engagement eigentlich wahr. Wäre er schlecht behandelt worden oder so, wäre Kritik ja angebracht, aber so finde ich es übertrieben, an die Öffentlichkeit zu gehen.
Und ich muss Bay “leider” zustimmen, weil ich den Typen nicht mag und seine Filme in der Regel auch nicht. Hier hat er jedenfalls recht.
Teilweise liegt so etwas aber daran, dass sich Stars ab einer gewissen Stufe auf der Karriereleiter sehr stark auf ihre Berater, ihr Management verlassen müssen und sich dann auch mal Deals aufschwatzen lassen, die angeblich in ihrem besten Interesse sind. Immer noch selber Schuld, klar, aber ein gewisses Verständnis habe ich da schon. Auch wenn es natürlich wenig hilft, nachher zu motzen.
@Dos Corazones: Genau, das meinte ich. Und Bay finde ich eigentlich okay, ich meine er ist ein Grossmaul und labert gerne Mist, aber seine Filme unterhalten mich. Fand bisher alles, was ich von ihm sah, cool.
Aber es hilft nun wirklich nicht, nachher noch nachzutreten.
@Sebastian: Klar, wir kennen ja alle das CollegeHumor-Video von Nicolas Cage.