Hotel Transylvania (2012)

„Are they gonna kill me?“ – „Not if they think you’re a monster.“ – „That’s kinda racist.“

Seit nunmehr drei Jahren haben die Sony Animation Studios keinen Film mehr gemacht – zwar haben sie in Zusammenarbeit mit den Jungs von Aardman gleich zwei produziert (Arthur Christmas und The Pirates! Band of Misfits), sowie für The Smurfs die digitalen Schlümpfe beigesteuert – aber die letzte wirkliche Eigenproduktion Cloudy with a Chance of Meatballs stammt von 2009. Und das merkt man Hotel Transylvania auch an, denn der Film wäre vor ein paar Jahren noch gut gewesen, ist aber verglichen mit aktuellen Filmen leider nur Mittelmass.

Vor den neugierigen Augen der Menschen versteckt führt Dracula in Transilvanien ein Hotel, in dem die Monster unbesorgt ausspannen können. Für den 118. Geburtstag seiner Tochter Mavis hat er alle seine Monsterfreunde versammelt, und es soll eine spektakuläre Feier werden. Doch ausgerechnet mitten in die Vorbereitungen platzt Jonathan, ein menschlicher Reisender, der sich verlaufen hat. Dracula muss handeln, denn sollten die monströsen Gäste erfahren, dass ein Mensch unter ihnen weilt, wäre im Hotel die Hölle los…

Die Geschichte von Hotel Transylvania ist eigentlich ein alter Hut. Klar, die Verpackung, mit Dracula, Monstern und Vampiren ist neu, aber das was drinsteckt, sahen wir schon oft: Der Vater, der seine Angst auf sein Kind projiziert, und damit auf Dauer mehr kaputtmacht, als rettet, und sich schliesslich selber mit seiner Angst konfrontiert sehen muss. Zeitweise erinnert dieser Plot stark an Tangled, auch wenn die Geschichte sich allgemein dann doch stark von der hier unterscheidet. Da er so vorhersehbar ist, ist Hotel Transylvania auch nur selten spannend, was immerhin zur Folge hat, dass man sich zurücklehnen und dem Hintergrundgeschehen und den Details widmen kann.

So erkennt man auch ganz deutlich (und ansonsten spätestens im Abspann) die Handschrift von Genndy Tartakovsky, der sich unter anderem für die Serie Clone Wars verantwortlich zeichnet. Die Figuren sind gewohnt überzeichnet, überspitzt und überdreht – und ebenso sind es ihre Bewegungen. Tartakovsky kennt da scheinbar keine Grenzen, auch wenn es für meinen Geschmack ruhig ein bisschen knalliger und bunter hätte zugehen dürfen. Immerhin zündet der Humor des Films: Der Slapstick, auf den der Film konsequent setzt, funktioniert ebenso wie die nicht immer ganz braven Lacher – vorallem wenn sie auf Kosten einiger Glitzervampire fallen.

„Isch ‚abe mit main Ratt‘ vor ain paar Jahr‘ noch gekocht fier Pixar!“

Erwartungsgemäss geht Hotel Transylvania in der Masse unter – er hebt sich weder von der Story, noch vom optischen her von anderen Animationsfilmen ab, und auch der Voice-Cast sticht nicht wirklich heraus. Auch wenn er eine höhere Gagdichte als mancher DreamWorks-Film hat, reicht das noch nicht für eine Kinoempfehlung. Auf dem heimischen Bildschirm dürfte der Film aber ordentlich Spass machen.

  • donpozuelo

    Die Gagdichte ist wirklich extrem!!! Da feuern sie einen nach dem anderen ab. Aber ansonsten war’s dann auch schon… die einzelnen Figuren kommen tatsächlich nur schwer zu Geltung…

    Für die „Kleinen“ wird’s aber, denk ich mal, reichen. 😉

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  • Cem

    Die Gagdichte ist, was mich am Film am meisten gestört, ermüdet und letztlich sogar gelangweilt hat. Kindern ist das erfahrungsgemäss tatsächlich alles scheissegal. Doch allen über 14 Jahren rate ich von dem Film ab. Die sollen sich lieber noch etwas auf WRECK-IT-RALPH gedulden.

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  • Cem

    @Owley: Echt jetzt? Mir tat der Arsch weh nach diesem Film. Ein paar gelungene Gags sind auf jeden Fall mit dabei, zugegeben. Kann mich aber an keinen davon mehr erinnern… sagt ja auch etwas über den Film aus.

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