Ein schwarzer James Bond?
Bevor ich mich überhaupt zu diesem Thema auslasse, möchte ich vorausschicken, dass jegliche Kommentare darüber, dass und ob meine Meinung rassistisch sei, ignoriert werden. Das ist völliger Bullshit und hat nichts mit dem Thema zu tun. Ich habe viele Freunde, die kennen Leute, die schwarz sind. Okay, blöder Scherz beiseite, das oben ist wirklich ernst gemeint.
Mir geht es darum, dass in letzter Zeit immer wieder darüber diskutiert wird, ob es einen schwarzen James Bond geben soll, mit Idris Elba als Wunschkandidaten. Elba bringt sich immer wieder selber ins Gespräch und traf sich auch schon mit Barbara Broccoli, ihres Zeichens Produzentin der Filme und Tochter von Cubby Broccoli, der die Filmreihe ins Leben rief. Aber warum, frage ich mich? Es gibt einige Regeln zu Bond, und die wurden bisher immer eingehalten – so ist Bond ein britischer, männlicher Agent. Ich will auch keine Frau als Bond, ich will keinen amerikanischen Bond, und da Bond nunmal weisse Haut hat, soll es auch dabei bleiben. Der Rest ist mir egal, aber diese Dinge zeichnen Bond doch – nebst den vielen Charaktereigenschaften – aus, und müssen nun wirklich nicht geändert werden.
Von mir aus darf es gerne eine Actionfilmreihe mit Idris Elba oder sonst einem schwarzen Schauspieler als Superagenten geben, von mir aus darf sich gerne eine Frau als Geheimagentin beweisen, von mir aus darf gerne ein Amerikaner dasselbe tun (hallo, Ethan Hunt!) – aber nicht als James Bond. Der hat seinen Look und seine klaren Merkmale, und es hat nichts mit Rassismus oder Sexismus zu tun, wenn man die beibehält.





22 Kommentare
Ich bin ja jetzt nich so der große Bondfan, aber son schwarzen Gentleman fänd ich glaub ich cool.
Das Pierce Brosnan Ire ist, war anfangs auch ein Skandal. Und am ende hats keinen mehr gejuckt. Ich verstehe deine Argumente, aber als nich-eingefleichter Bondfan finde ich die Idee interessant. ^^
Da mein Vater in meiner Kindheit der Alleinherrscher über die Fernbedienung war, habe ich (soweit ich weiss) fast jeden Bond-Film schon gesehen. Deshalb hat es einerseits einen gewissen Reiz, einmal eine völlig andere Bond-Figur zu sehen, andererseits besteht die Möglichkeit (Wie sie bei jedem Kurswechsel vorhanden ist), dass man sich übernimmt und das Ganze völlig in die Hose geht. Aber Kurz gesagt: Abgeneigt wäre ich nicht…
Da bin ich vollkommen deiner Meinung, Owley. Im Endeffekt geht die Figur des James Bond auf Ian Fleming zurück. Und in seinen Büchern ist das nun mal so ein feiner englischer Gentleman-Agent. Alles andere würde überhaupt keinen Sinn ergeben, weil es dann einfach nicht mehr Bond wäre.
Du hast ja Ethan Hunt schon erwähnt. Wer es weiblich braucht, der hat Angelinas
“Salt”… und hey, wozu gibt’s “Shaft”? Rebooten und fertig, da ist dann sicherlich auch was für Idris Elba dabei. Aber einen schwarzen Bond? Bei aller Experimentierfreudigkeit meinerseits sage ich da dann doch lieber: “Nein danke” und verweise nochmals auf die Buchvorlage. Schließlich würde ja auch niemand hingehen und aus Bilbo plötzlich einen Elfen machen, nur weil das gerade gefragt sei.
P.S.: James Bond ist der Sohn des schottischen Ingenieurs Andrew Bond und einer Schweizer Bergsteigerin Monique Bond, geborene Delacroix. Nix mit schwarz!!!
Glücklicherweise hat Craig ja schon Verträge für ungefähr für 25 weitere Bond-Filme unterschrieben, oder?
Ein schwarzer James Bond wäre genauso wie ein weiblicher James Bond: Aaaaalbern!
@Sumi: Naja, da konnte man noch ein Auge zudrücken, denn Irland gehört zwar weder zum UK noch zum Commonwealth, aber ist immerhin Teil der britischen Insel. Das reicht dann für mich. Und wie gesagt: Elba kann gern was anderes machen, aber Bond muss es wirklich nicht sein.
Sollte auch gehen.
@Mela B.: Nein, als offiziellen Bond will ich Elba (oder einen anderen schwarzen Schauspieler) nicht haben, das passt nicht. Wir haben jetzt ja schon einen dunkelhäutigen Felix Leiter und sonst noch ein paar Leute
@donpozuelo: Meine Rede, meine Rede.
@Ey Lou: Sind nur 24, aber: yeah!
Kann dir und dem Don eigentlich nur ausnahmslos zustimmen. In aller Allgemeinheit ist mir die Hauptfarbe von Filmcharakteren (und Menschen auch, obviously) absolut und vollkommen wurscht, aber manche Figuren und Personen müssen einfach in einem gewissen Rahmen bleiben. Ich meine, bisher ist auch keiner auf die Idee gekommen einen asiatischen Abraham Lincoln zu casten. Oder einen weißen Martin Luther King. Obwohl das allein schon wegen der öffentlichen Reaktionen was hätte
Idris Elba ist ein Mann und er ist Brite. Also die wichtigsten Voraussetzungen erfüllt er wohl. Ich finde, dass er ein super Schauspieler ist und liebe seine Serie “Luther”, aber so wirklich vorstellen kann ich ihn mir als Bond auch nicht. Sollte es doch mal irgendwann dazu kommen, ist es für mich aber dann doch kein Weltuntergang…
@Lordy: Doch ein Weltuntergang wärs schon, zumal man diese Woche schon eins meiner Lieblingsfranchises mit den Füssen getreten hat.
Bin auf alle Fälle für einen schwarzen James Bond…wenn dafür ein weißer Shaft spielt
@Spanksen: Beschwör es nicht noch!!!
So richtig an triftigen Gründen warum kein schwarzer Schauspieler Bond spielen sollte mangelt es aber bisher trotzdem, sowohl im Artikel als auch in den Kommentaren.
Und das hier Hautfarbe mit Geschlecht oder fiktiven Fantasy-Rassen gleichgesetzt wird ist ja schon…naja.
@Bendrix: Meinst du das ernst? Was gäbe es denn deiner Meinung nach für Gründe, einen schwarzen Schauspieler (und ich meine das generell, nicht nur im Bezug auf Elba) abzulehnen, wenn nicht seine Hautfarbe, die sich mit der Vorstellung der Macher beisst? Viel Spass dabei, rassismusfrei zu argumentieren. Denn den anderen Punkt habe ich im Artikel deutlich genug erwähnt, und falls nicht, gibt es auch im Kommentarbereich genug zu lesen.
Wo beisst sich die Hautfarbe mit der Vorstellung der “Macher”? Wie essentiell ist denn es denn für Bond, dass er weiß ist? Davon abgesehen dass du dir persönlich einen schwarzen Bond nicht vorstellen kannst oder magst (und der Diskussion über die Gründe für letzteres willst du dich ja laut eigener Aussage nicht stellen) . Seit wann zeichnet Bond eine weiße Hautfarbe aus? Welche Bond-Geschichte hätte so nicht erzählt werden können, wenn er schwarz wäre? Wann spielte die in den Bond-Stories jemals eine Rolle bzw. warum sollte seine Hautfarbe in zukünftigen Bond-Abenteuern eine Rolle spielen?
Idris Alba ist männlich und Brite. Damit passt er in die von dir aufgestellten Regeln. Besser sogar als Pierce Brosnan, aber bei dem drückst du ein Auge zu, denn der ist zwar Ire, aber immerhin weiß. Craig ist im Gegensatz zu Connery blond. Wie passt das denn rein? Oder ist das “was anderes”?
Du erkennst Rassismus nicht einmal, wenn er dich in den Arsch beißt. Wenn man einem Schwarzen etwas abspricht, was man einem Weißen zugesteht, ist das Rassismus. Da ändert auch deine Einleitung nichts dran. Noch ein Tipp: Wenn es quasi unmöglich ist “Rassimusfrei zu Argumentieren”, dann ist es vielleicht ganz einfach nicht Rassimusfrei.
Ich erwarte keine Antwort darauf, weil du ja entschlossen hast, das Thema zu ignorieren. Aber vielleicht denkst du mal drüber nach wo Rassismus anfängt.
Viel Spaß noch in eurem “Bond muss weiß bleiben”-Club.
@Bendrix: Da du immerhin noch nicht so weit gegangen bist, mir konkret und ohne weitere Argumentation Rassismus zu unterstellen und weil ich dich doch zu einem gewissen Grad respektiere, gehe ich auf deinen Kommentar ein.
Die Filme hätten gemacht werden können, wenn ein Schwarzer die Hauptrolle gespielt hätte, da hast du natürlich schon Recht. Aber auch nur da. Denn letztlich ist das Aussehen von Bond in den Romanen klar definiert. Da zählt auch dazu, dass er nicht blond ist – ich sage nicht, dass ich diese Änderung gutheisse. Ich habe mich damit abgefunden, weil Craig den Rest super macht, und ich könnte mich auch mit einem dunklen Schauspieler abfinden, aber vermutlich würde mir das schwerer fallen, da bin ich ehrlich. Denn dunkelblonde statt schwarze Haare fallen nun mal nicht so auf, wie eine veränderte Hautfarbe. Letzten Endes ist es aber egal, ob und wie sehr – ich finde beides suboptimal.
Dass Brosnan Ire ist, ist tatsächlich “was anderes”, denn das fällt nicht auf den ersten Blick auf. Und den britischen Akzent hat er dennoch. Wenn ein Ami mit perfektem Briten-Akzent kommen würde, dann würde ich wohl auch nichts sagen. Es geht mir nicht darum, dass der Schauspieler Amerikaner ist, sondern, dass er vermutlich Eigenschaften mitbringt, die nicht in das Bild von Bond passen. In sprachlicher Hinsicht kann man das vermutlich verändern, was das Optische betrifft, ist das aber kaum veränderbar.
Damit also zurück zu deinem Punkt, dass die Filme auch mit einem schwarzen Schauspieler gemacht hätten werden können. Wie gesagt – an sich schon richtig, aber dann würde etwas fehlen. Es geht nicht nur um den Inhalt der Figur, sondern auch um das Optische. Der Typ kann meinetwegen ein toller Schauspieler sein, wenn er nicht den optischen Vorgaben entspricht, bin ich trotzdem nicht zufrieden. Gilt für mich auch umgekehrt. Vielleicht bist du auch im Privatleben einer dieser “Hach, nur die inneren Werte zählen”-Typen – meinetwegen. Das ist schön für dich, meiner Meinung nach aber pure Heuchelei. Um auf Bond zurück zu kommen: Mir ist die schauspielerische Leistung genauso wichtig, wie wie ein Bond-Darsteller aussieht.
Wenn es also Rassismus ist, dass ich eine Vorlage möglichst genau umsetzen werde, und damit vielleicht auch Gutmenschen vor den Kopf stosse, weil ich den Schauspieler nun weiss statt schwarz besetzt haben möchte, dann bitte – nenn mich einen Rassisten. Was ich zugegebenermassen recht enttäuschend finden würde, da ich dich bislang für einen gesitteten Menschen von zumindest durchschnittlicher Intelligenz hielt.
Harte Geschütze hier!
Eines sollte man noch bedenken: Bei Nacht wäre ein schwarzer James Bond definitiv besser getarnt, was für einen Spion ja nie verkehrt sein kann.
Bond könnte kein Schwarzer sein, denn er hat einen kleinen Penis, damit wäre wohl alles geklärt ^^
Nunja, mit dieser Einleitung spielst du einem unterforderten Sittenwächter und allzeitbereitem Ethno-Pfadfinder wie es der Bendrix zu sein scheint natürlich auch einen Steilpass. Das Stichwort “Rassimus” hätte gar nicht erst fallen dürfen/müssen.
Plus muss man auch verstehen, dass gewisse Leute den ganzen Fanboy-Standpunkt nicht nachvollziehen können aber dennoch unbedingt ihren Moralknüppel schwingen wollen. Womit solche Debatten ohnehin per se nichtig sind. Ich werfe ja am SVP-Parteitag auch nicht mit Batman-Argumenten um mich, nur weil’s vielleicht gerade passt. Obwohl…wäre ich da, würde ich.
Plusplus: Ein asiatischer Bond?
@Ey Lou und Spanksen: Ich liebe euch
@Damian: Ja, ich glaube auch, dass ich da schön reingetrampt bin – nun, jetzt weiss ichs eben. Und das mit dem Batman-Argument solltest du wirklich in Erwägung ziehen.
Rassisten! Überall Rassisten!
Äh, nein. Blödsinn. Auch wenn wir hier wie üblich nicht einer Meinung sind, ist das ja wohl ein legitimer Standpunkt, über den man wohl auch gut diskutieren kann, ohne gleich die Nazi-Keule auszupacken. Ich finde nicht, dass die Hautfarbe essentiell für die Figur ist, wie überhaupt Bond als Figur immer ein positives Stereotyp geblieben ist, im Sinne einer Projektionsfläche für Maskulinitätsfantasien, was ja absolut legitim ist. Ein ausgefeilter Charakter war Bond nie, das brauchte er für den Gehalt der Reihe auch gar nicht zu sein. Darum spricht auch nichts gegen Elba als Bond, wenn – und das ist der große Einwand, den ich gelten lasse – er eben nicht gecastet würde, weil man unbedingt einen “schwarzen Bond” haben will (denn das wäre in der Tat rassistisch), sondern weil er der Beste für die Rolle wäre.
Ich frage mich, wie die hartgesottenen Bond-Fans damals auf Judy Dench als M reagiert haben …
Und, inspiriert von Damian: Wo bleibt der schwarze Bruce Wayne?
@Sebastian: Wie sollte man denn einen schwarzen Bruce Wayne noch als Batman erkennen? Da wäre ja nur noch der gelbe Gürtel sichtbar – damit kann doch kein Regisseur arbeiten!
Leuchtende Nippel.