2012 (2009)

2012

„The moment we stop fighting for each other, that’s the moment we lose our humanity.“

Ich muss gestehen, darauf, den Titel für diesen Post zu schreiben, hatte ich mich schon ein bisschen gefreut. Und welch besserer Zeitpunkt, um ein Review zu Roland Emmerichs apokalyptischem 2012 zu schreiben, wenn mans, als der Film in den Kinos war, verpasst hat, als der 21. Dezember 2012? Schliesslich ist dieser Film nicht unschuldig am aktuellen Hype um das Datum und den angeblich bevorstehenden Weltuntergang. Und aus diesem Grund hier also die vermutlich letzte Filmkritik auf diesem Blog.

2009 finden Forscher heraus, dass massive Sonnenwinde dazu führen, dass sich die Erdoberfläche in den Folgejahren derart stark und schnell erhitzt, dass diese dem Untergang geweiht ist. In einer geheimen Operation bauen die G8-Staaten zahlreiche Archen, mit denen sie bis zu 400’000 Leute vor der unausweichlichen Katastrophe retten wollen. Auch wenn die ganze Operation unter Verschluss gehalten wird, erfährt der geschiedene Familienvater Jackson Curtis davon. Während die Erde allmählich im Chaos versinkt, setzt Jackson alle Hebel in Gang, um sich und seine Familie an Bord einer dieser Archen zu bringen.

Ich habe bisher noch nie einen Roland Emmerich-Film gesehen (zu meiner Schande, ich höre schon eure schockierten Aufschreie), aber sein Ruf eilt dem Mann voraus. Mit der grossen Kelle angerührte Katastrophenfilme, das sei es, was der deutsche Regisseur produziert, und in diesem Punkt ist 2012 kein bisschen anders. Und auch wenn die Effekte zwischen „ganz grossartig“ und „ziemlicher Durchschnitt“ schwanken, so ist der Film immerhin konsequent – es ist der fucking Weltuntergang und es gibt nunmal keine unnötigen Überlebenden. Im Gegenteil, es sterben gegen 80% der wichtigen Figuren (wenn auch immer so, dass der Film auch noch für jüngere Zuschauer ansprechend ist – gähn). Dabei ist sich Emmerich nicht zu schade, auch gleich einige eigentlich noch interessanten Konflikte ganz plump durch Charaktertode aufzulösen.

Das ist etwas enttäuschend, erstaunt aber nicht, denn es passt nur zu gut zum Drehbuch. Dieses ist zwar ganz nett, aber ziemlich simpel gestrickt (Stichwort: Rettung in letzter Sekunde), und obendrein viel zu dünn, als dass es eine Laufzeit von zweieinhalb Stunden rechtfertigen würde. Und so ist 2012 spürbar zu lang geraten, und langweilt gerade zum Schluss hin doch ziemlich. Auch schauspielerisch macht der Film nicht viel her, die Schauspieler sind zwar gut gewählt und machen einen soliden Job, so etwas wie Spielfreude will irgendwie nicht so richtig aufkommen. Auch trotz des ernsten Themas dürfte man da doch etwas mehr erwarten.

Haymitch Begins.
Haymitch Begins.

Roland Emmerichs 2012 ist grober Blödsinn, der mit der grossen Kelle angerührt wird. Der Film ist nicht schlecht, nein, er unterhält zeitweise sogar, weil er nicht ganz so bierernst ist, wie er es gerne wäre und weil er trotz allem ziemlich viel Spektakel bietet. Wer aber mehr erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden.

6 Sterne

  • Sebastian

    Ich glaube, ich finde Sinnvolleres, um mich die letzten 7 1/2 Stunden auf der Welt zu unterhalten.

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  • Owley

    Ja, du könntest beispielsweise dein Profilbild 1435x ändern.

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  • Xander

    Stimmt, den könnte ich auch mal wieder gucken. Obwohl auch ich „nur“ sechs Punkte vergeben hatte, auch aus den selben Gründen. Aber wenn heut draußen schon nichts passiert, dann wenistens im Fernseher.

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  • donpozuelo

    Ich fand den auch Emmerich-okay!!! An vielen Stellen doch recht unterhaltsam, aber halt der typische Emmerich-Blödsinn. Aber damit muss man ja eh immer rechnen 😉

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  • Alan

    6/10 finde ich zwar viel zu nett, aber die „Haymitch Begins“-Bildlegende hebt das wieder auf. 😀

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  • 2012 (2009) | Film-Blogosphäre

    […] der Blogosphäre: CineKie Owley.ch Tonight is gonna be a large one. Watched Xanders […]

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