The Last Stand (2013)

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„How are you, Sheriff?“ – „Old!“

„Arnie is back!“ Naja, er war ja nie weg, wenn wir ehrlich sind. Ab und zu landete er doch noch im Scheinwerferlicht, und durfte Affären feiern, Begnadigungen nicht aussprechen und ganz, ganz selten sah man ihn auch noch auf der Kinoleinwand. Und nach einer langen politischen Karriere gibts 2013, zehn Jahre nach seiner letzten Titelrolle, endlich wieder einen neuen Schwarzenegger-Actionfilm. Unter der Regie des koreanischen Regisseurs Kim Ji-Woon sorgt der österreichische Bodybuilder in The Last Stand für Recht und Ordnung.

Als der mexikanische Drogenboss Gabriel Cortez bei einer Gefangenenverlegung flüchtet und mit hundert Sachen auf die mexikanische Grenze zurast, ist Ray Owens, der Sheriff des Grenzstädtchens Sommerton Junction fest entschlossen, dem Verbrecher Einhalt zu gebieten – auch wenn die Privatarmee, die Cortez als Eskorte aufbietet, und die Tatsache, dass Owens Truppe gerade mal vier Mann und Frau zählt, dieses Vorhaben doch ziemlich aussichtslos erscheinen lässt. Aber verdammt, wenn Owens sagt „Wea nat ganna let sis gai get sru aua taun wisaut a fait!“, dann meint er das auch so!

Nur damit wir das kurz festgehalten hätten, bevor ich mich in der Folge ausführlich mit dem Film befasse: The Last Stand ist ein Action-Film, und vorallem ein Arnie-Film. Soll mir also keiner kommen, und sagen, dass er oder sie mehr erwartet hätten, und enttäuscht seien, wie strunzdoof der Film doch ist. Denn das wäre irgendwie schön blöd. Das Coole an Ji-Woons Hollywood-Regiedebüt ist, dass es zwar dumm ist, aber dennoch bestens unterhält. Zugegeben, der Plot lässt schon arg zu wünschen übrig und strotzt nur so von Logiklöchern und Klischees – Gefangenenversetzungen ohne Air Support? Ein bis ins Detail geplanter und organisierter Masterfluchtplan eines rund um die Uhr bewachten Gefangenen? Ein genretypischer Maulwurf in den eigenen Reihen? Alles drin.

Aber Spass macht der Film eben trotzdem, auch weil der Cast erstaunlicherweise gut zusammenpasst und Schwarzenegger mit Rodrigo Santoro, Jaimie Alexander und Luis Guzman drei charismatische Schauspieler zur Seite gestellt werden, denen man die Ehre, mit dem Governator zu spielen, anmerkt. Johnny Knoxville kann mit einigen Jackass-Stunts zudem dafür sorgen, dass The Last Stand nie zu trocken oder grimmig wird. Der Humor ist ohnehin ganz okay – subtile Meta-Jokes über Schwarzeneggers Filmkarriere und bitterböse Gags über mexikanische Einwanderer reichen sich die Klinke, in einem Film, der irgendwie allen Klischees zum Trotz kein typischer Arnie-Film ist.

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„Hier hast du 20 Stutz. Und jetzt kauf dir ein sauberes Hemd, du Grüsel.“

Action und Humor – das ist ja nicht gerade ein allzu neues Konzept, aber es ist schon erfreulich, wenn das Konzept eben auch mal funktioniert. Wie das in The Last Stand der Fall ist. Klar, er spielt trotz allem in der intellektuellen Liga mit The Expendables und ähnlichem Blödsinn, aber immerhin spielt er in dieser Liga weit oben mit. Der Film macht Spass, bietet er doch wuchtige Action, röhrende Motoren und einen erstaunlich gut aufgelegten Arnold Schwarzenegger.

7,5 Sterne

  • donpozuelo

    Allein die Tatsache, dass Kim Ji-Woon den Film gemacht hat, lässt „The Last Stand“ schon interessant werden. 😀

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  • Dos Corazones

    Hm, ja. Ich gucke mir erstmal noch ein paar von Kim Ji-Woons vorigen Filmen an und sein Hollywood-Debüt folgt dann irgendwann zu Hause.

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  • The Last Stand (2013) | Film-Blogosphäre

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