Scheibenkritiken #9

Scheibenkritiken9

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch tierisch auf das neue Album eurer Lieblingsband freut, und es dann effektiv auch cool ist? Eigentlich bin ich es mir gewohnt, dass irgendwann auch ein mieses Album folgt, aber gerade im aktuellen Jahr werde ich reihenweise positiv überrascht. Auch das neue Album der britischen Noisettes ist nämlich bombastisch. Ihre Scheibe Contact und drei weitere Alben gibt es in den nunmehr neunten Scheibenkritiken.

Noisettes – Contact

Das „The“ im Namen ist weg und so auch der Drummer Jamie Morrison, doch das ändert nichts daran, dass die Noisettes ihre musikalische Entwicklung, die bereits in ihrem zweiten Album Wild Young Hearts zu hören war, konsequent weiterführen. Heisst konkret, weg vom verrauchten Indie-Soul-Mix und hin zum immer tanzbareren, rockigen – ja fast schon massentauglichen Sound. Aber das macht Contact nicht etwa schlecht, im Gegenteil. Die dritte Platte braucht sich nicht hinter den Vorgängern zu verstecken und ist ein grossartiges und ungemein erfrischendes Album, das nur ganz ganz ganz kurz (Ragtop Car) durchhängt und mein persönliches Lieblingsalbum 2012 ist.

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– Mono-Ra-Rama (26. August 2012)

SAD – Update 2

Der Berner Sandro Durrer, oder eben SAD, hat auf seinem Update 2 so ziemlich alles, was Rang und Namen in der Schweizer Urban-Szene hat, versammelt. Aber leider hat er bei den Kombinationen der Musiker nicht immer ein gleich glückliches Händchen bewiesen, gerade die der urbanen Musik eher abgewandten Göla und Lovebugs wirken schrecklich deplaziert – überhaupt ist die ganze Scheibe nicht wirklich mehr als ein loses Konstrukt, bei dem nichts so richtig zusammenpassen will. Dennoch hats trotzdem ein paar Perlen drauf – Wolf, bereits besprochenes 1 oder C.Mee & Lily Yellows Eyes of a Stranger zeigen, dass SAD auf seinem vierten Album längst nicht alles falsch gemacht hat.

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– Sound Service (1. Februar 2013)

Madness – Oui Oui Si Si Ja Ja Da Da

Den Preis für den genialsten Albentitel (den Wikipedia freundlicherweise mit Yes Yes Yes Yes Yes Yes Yes Yes für uns übersetzt), haben Madness schon auf sicher. Oui Oui Si Si Ja Ja Da Da ist zwar nicht ganz so durchorchestriert, wie noch ihr Quasi-Comeback, das Konzeptalbum The Liberty of Norton Folgate, aber doch ein würdiger Nachfolger, was vorallem an Tracks wie My Girl 2 oder Circus Freaks liegt. Diese knüpfen nahtlos an das, was man von den vorherigen Alben kennt, und sind doch alles andere, als blosse Kopien – Achtmal Ja für die Nutty Boys.

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– Lucky 7 Records (29. Oktober 2012)

Selah Sue – Selah Sue

Die Belgierin Sanne Putseys alias Selah Sue brachte ihr gleichnamiges Debütalbum bereits vor zwei Jahren heraus, aber ich schaffte es erst jetzt, mir diese Scheibe endlich zuzulegen. Und insofern kann ich jedem verzeihen, der das Album noch nicht hat, aber spätestens jetzt sollte man es sich auf die Liste setzen. Selah Sue vermischt auf ihrem Erstling nämlich gekonnt sämtliche Black Music-Genres und experimentiert mit einer Selbstverständlichkeit und Lockerheit, dass ich überzeugt bin, dass ihr noch Grosses bevorsteht. Und obendrein gibts noch ein umwerfendes Feature von Cee Lo Green.

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– Because (4. März 2011)

  • Julian

    Ich habe die Selah Sue Scheibe damals für JMC bewertet und war auch ziemlich angetan. Absolute Zustimmung: Sollte man gehört haben!

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