Star Trek Into Darkness (2013)

STID

„I have no idea what I’m supposed to do, I only know what I can’t do!“

Dieses Wochenende veranstaltete ein Arbeitskollege einen Star Trek-Day, an dem wir vier Filme (The Wrath of Khan, The Voyage Home, First Contact und den Abrams-Reboot) schauten und anschliessend in die Spätvorstellung des mittlerweile zwölften Filmes, Star Trek Into Darkness, gingen. Das war gerade für mich als jemand, der lediglich den ersten J.J. Abrams-Film gesehen hat, die Chance, endlich Fuss in diesem Universum zu fassen. Und auch wenn ich mich wohl kaum den TV-Serien zuwenden werde, hat es mir – wie der Schweizer so treffend sagt – doch ziemlich den Ärmel reingenommen. Ganz abgesehen davon verschaffte mir die Sichtung dieser Filme einen zusätzlichen Vorteil, den ich aber erst in meiner spoilerhaltigen Review, die hier folgt, verraten werde.

Und ganz nebenbei handelt es sich bei Star Trek Into Darkness um den 250. auf diesem Blog besprochenen Film. Eine Zahl, die ich selber nicht für möglich gehalten hätte.

Als ein guter Freund bei Terroranschlägen ums Leben kommt, ist Captain James T. Kirk fest entschlossen, dem Verantwortlichen das Handwerk zu legen. Bei diesem handelt es sich um den athletischen John Harrison, ein ehemaliges Starfleet-Mitglied, das noch eine offene Rechnung mit einigen seiner früheren Vorgesetzten hat. Harrison zu fassen, ist jedoch keine leichte Aufgabe für die Crew der Enterprise, denn dieser hat sich an einen Ort zurückgezogen, an den sich Kirk, Spock und Co. aus Gründen besser nicht hinbegeben sollten. Doch der jüngste Starfleet-Captain hält von Regeln und Geboten bekanntlich nicht allzu viel…

Ein bisschen Sorgen machte ich mir um diesen Film schon, schliesslich bin ich ein grosser Fan des ersten Teils und wurde ganz allgemein als Fan von ersten Teilen schon ab und zu enttäuscht. Doch zum Glück ist das nicht der Fall bei Star Trek Into Darkness, der in der Tonalität perfekt an den Vorgänger anknüpft und den Spagat zwischen Humor, Action und Ernsthaftigkeit (ja, der Film hat drei Beine, deal with it) auf überzeugende Art und Weise meistert. Viel davon verdankt der Film seinem Bösewicht, der anders als Eric Bana im ersten Teil wirklich auch ein bedrohlicher Typ ist – und das schon vom ersten Moment weg. Benedict Cumberbatch spielt Harrison sehr vielschichtig, sodass man sich durch die vielen Twists und überraschenden Wendungen nicht selten dabei ertappt, wie man mit dem Kerl sympathisiert. Was natürlich völliger Blödsinn ist, denn spätestens, als er eröffnet, dass er seinen Namen mit Sharukh, Irrfan, Chaka und Dschingis teilt, sollte einem klar sein, auf wessen Seite der Batch ganz sicher nicht steht. Angesichts dessen schadet es übrigens sicher nicht, wenn man The Wrath of Khan gesehen hat, schliesslich nimmt Star Trek Into Darkness nicht nur hier Bezug auf diesen Film – eine ganze Szene wurde in leicht abgeänderter Manier übernommen.

Viele Subplots, wie das Liebesgebitche von Uhura und Spock oder Kirks erneute Suspension (die er erneut dank einer gewissermassen glücklichen Fügung umgeht) verlieren spätestens als das Element Khan auf der Enterprise auftaucht, ein wenig an Bedeutung. Das ist aber auch nicht weiter schade, wirken sie doch eher wie ein künstlicher Versuch, den Figuren zusätzliche Tiefe zu verleihen. Das ist gut gemeint, aber nicht wirklich nötig. Denn Star Trek Into Darkness darf ganz gerne ein Blockbuster sein und als solcher ein Script haben, das nicht unbedingt bis ins Detail auf die verschiedenen Crewmitglieder eingeht – schliesslich sorgt die illustre Darstellerschar auch so dafür, dass man die Charaktere so schnell nicht vergisst. Ebenfalls in Erinnerung bleiben einem die technischen Komponente: Optisch zieht Abrams alle Register, allein schon die Eröffnungssequenz ist meisterlich. Aber auch die Effekte sind überzeugend und authentisch, wie man das von ILM eigentlich erwarten darf. Die Lens Flares sind natürlich ebenfalls wieder an Bord, aber stören wirklich nur, wenn man keine anderen Probleme hat. Und last but not least: die Musik. Komponist Michael Giacchino festigt die Themen des letzten Teils und bringt mit London Calling und Ode to Harrison zwei neue Melodien, die bei mir bei jedem Hören für Gänsehaut sorgen.

"I'm better." - "At what?" - "Being awesome."
„I’m better.“ – „At what?“ – „Being awesome.“

Die Erwartungen wurden völlig erfüllt – Star Trek Into Darkness ist der bisher beste Film, den ich in diesem Jahr gesehen habe. Die Story ist spannend und auch an Action mangelts diesem Sequel nicht. Benedict Cumberbatch besticht zudem in seiner Rolle als… naja… das steht weiter oben. Ein rundum gelungenes Sci-Fi-Meisterwerk, das seinem Vorgänger in Nichts nachsteht.

10 Sterne

  • Alice

    Will nicht Spoiler-Review lesen… Muss.. .Film… schauen… gngaah…

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  • Lars

    Es ist auf jeden Fall der beste Star Trek Film von Abrams… 😉
    Ich muss ehrlich sagen, ich als alter Star Trek Nerd, der die Filme tausend Mal und bis auf „Enterprise“ jede der Serien mehrmals gesehen hat, war überrascht, wi gut mir der Film doch gefallen hat.
    Brauchte ich beim ersten Abrams-Trek noch 3 Anläufe, bis mir der Film einigermaßen gefallen hat, hat’s hier gleich beim ersten Mal geklappt, trotz grottenschlechter Synchro (wie der 1. eben auch). Wer Cumberbatch wirklich war, war mir nach relativ kurzer Zeit eh schon klar, wirklich unvorhersehbar war der Film dann halt doch nicht. Muss er ja auch nicht unbedingt.
    Dass die von dir erwähnte Szene so dreist geklaut wurde, empfand ich als alter Fan fast schon als Sakrileg, konnte mich aber noch damit abfinden. Die „Rettung“ war dann schon wieder n bisschen weit hergeholt (und hätte da nicht auch das Blut eines der andern Eiszapfen gereicht?).
    Sehr schön fand ich die doch zahlreichen Anspielungen auf die alte Serie / die alten Filme. Das Shuttle, Christine Chapel, Dr. Markus etc.

    Für dich vielleicht noch der Tipp: schau dir auch die anderen an. Die ungeraden Filme sind nicht unbedingt Meisterwerke, aber teils für die Rahmenhandlung interessant, und gerade einen der besten (nach 4, 8 und 2), nämlich Teil 6 habt ihr ausgelassen.

    😉

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  • donpozuelo

    Wenigstens schreibst du noch hin, dass du spoilerst. Habe letztens die SPON-Kritik zum Film gelesen und da wird Cumberpatch „wahre“ Identität ohne jede Warnung preisgegeben. Gar nicht gut!!!

    Ansonsten: Erst einmal Glückwunsch zur 250. Filmkritik!!!

    Und zum zweiten „Ansonsten“: Ich mochte den Film auch sehr, auch wenn ich nicht die volle Punktzahl rausgeholt habe. Allerdings werde ich mich, denke ich mal, nicht mehr dazu bewegen können, mir die alten Filme noch anzuschauen. Da wäre mir dann wahrscheinlich zu wenig Lense Flare drin 😀

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  • Lukas

    Lustigweise gings mir bei Into Darkness genau wie dir bei Iron Man 3 (zu dem ich auch noch was schreiben wollte, ich weiß, sorry), bei welchem es mir wiederum genau so ging wie dir bei Into Darkness. Okay, das waren irgendwie viele Worte für einfachen Sachverhalt, aber whatever 😀
    Jedenfalls bin ich aus dem Film nicht so ganz schlau geworden. Ich hab mich absolut drauf gefreut, war von vielem auch irgendwie arg begeistert (vor allem, wie ja hier schon viele aufgezählt haben: die Aufnahmen, Effekte, der Humor sowie die meisten Schauspieler, allen voran natürlich Pine und Cucumberbatch). Aber irgendwie hat mich die obermegahurenvorhersehbare Story – von einer einzigen Offenbarung Harrisons mal abgesehen – doch irgendwie hart genervt. Ich meine, ich war gut unterhalten, auf jeden Fall, und das rechne ich dem Film auch in vollem Umfang an. Aber ich kann micht nicht erinnern, wirklich einmal sowas wie Zweifel oder Spannung gefühlt zu haben, weil einfach von Anfang an immer klar war, wie jede erdenklich miese Situation doch noch gleich im letzten Moment auf scheinbar wundersame Weise gerettet wird. Und dabei hatte der Film einen so wunderbar düsteren Grundton, dass das ich das echt absolut schade fand…
    Das Intro war klasse, die (imho zu kurzen) (Raum-)Kämpfe natürlich auch und gerade die Szenen zwischen Kirk und Spock waren wieder zum Brüllen.
    Und trotzdem hatte ich nach 2 Stunden und unzähligen Cpt.-Obvious-Momenten doch das Gefühl, dass in Sachen Story und Tiefe (ja, ja, ich weiß, es ist Science-Fiction-Popcornkino, trotzdem) soo viel mehr hätte rausgeholt werden können 🙁
    Im – teilweisen – Gegensatz zu Iron Man 3, aber dazu schreib ich an der richtigen Stelle dann nochmal was.

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  • Spanksen

    War auch geflasht, großartiger Streifen!

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  • Star Trek Into Darkness (2013) | Film-Blogosphäre

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  • Marc

    Die 10 Sterne sind absolut verdient! Für mich bis jetzt der Film des Jahres! Endlich wurde ein grosser Film seinen Erwartungen gerecht!

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