Epic (2013)

Epic

„Just because you haven’t seen something doesn’t mean it’s not there.“

Eine schräge Geschichte zum Anfang: Chris Wedge, Regisseur von Ice Age und jetzt auch Epic, wusste lange nicht, was mit den Rechten zu diesem Buch anzufangen, sodass er sich an Pixar – immerhin grösster Konkurrent seines Studios BlueSky – wandte, die sich sofort an die Arbeit machen und einen Animationsfilm produzieren wollten. Im letzten Moment legte aber das BlueSky-Mutterstudio 20th Century Fox ein Veto ein, und so blieben die Rechte bei Wedge und Co. Das ist ganz gut so, hat Pixar bisher doch mit Erfolg die Finger von Adaptationen gelassen. Was BlueSky schliesslich damit anstellte, erfahrt ihr nach dem Klick.

Die 17-jährige M.K. kann nicht verstehen, warum ihr Vater so fasziniert ist von der Vorstellung, dass irgendwo im Wald ein Volk aus kleinen Menschen lebt. Als sie durch einen Zufall auf so einen Menschen trifft und geschrumpft wird, merkt sie, dass ihr Vater Recht hatte: Die Leafmen, wie sich diese Menschen nennen, gibt es wirklich. Und sie brauchen M.K.s Unterstützung, wenn sie den Wald vor dem düsteren Mandrake und seiner Fäulnisarmee retten wollen.

BlueSky switcht in seiner Filmografie bisher konsequent zwischen Sequels und „neuen“ Projekten und so ist nun nach dem letztjährigen vierten Ice Age-Teil ein neues Projekt am Zug. Doch ganz so original ist auch Epic nicht. Ganz abgesehen davon, dass er auf einem Buch von William Joyce basiert, klaut sich der Film auch ordentlich Material zusammen und erinnert daher stark an Avatar, A Bug’s Life, The Lord of the Rings, John Carter, Star Wars und viele mehr. Immerhin werden diese Vorbilder gut übernommen und gekonnt zu einem Ganzen vermischt, das mit einer spannenden Geschichte über Familie und Freundschaft aufwartet. Dennoch vergreift sich Epic hie und da etwas im Ton und dürfte mit seinen düstereren Elementen, wie dem von Christoph Waltz gesprochenen Bösewicht Mandrake, gerade den etwas jüngeren Kinogängern stark einfahren.

Umso schöner, dass dabei der Humor aber nicht auf der Strecke bleibt und es viel zu lachen gibt. Das überrascht schon ein bisschen, haben wir es doch mit BlueSky zu tun, jenem Studio, das auch nach vier Filmen immer noch der Meinung ist, Scrat sei das komödiantische Nonplusultra. Bei Epic übernehmen diesen Part die beiden (Nackt-)Schnecken Bub und Grub, gesprochen von Aziz Ansari und Chris O’Dowd, und deren glibbrige Trottelwitze treffen auch tatsächlich ins Schwarze. Überhaupt sind die Figuren charismatisch, was angesichts des eher misslungenen Charakterdesigns eigentlich überrascht. Dieses wirkt uneinheitlich und vieles hat man irgendwo schon einmal gesehen. Schon ein bisschen schade, dass das Studio auch nach über zehn Jahren immer noch nach seinem Look sucht. Da passt auch der Soundtrack von Danny Elfman (dessen Name übrigens ein Beinahe-Anagramm für Leafman ist) ins Bild, der ebenfalls sehr uninspiriert und zusammengekleistert klingt.

" You know somethin', Utivich? I think this just might be my masterpiece."
„You know something, Utivich? I think this just might be my masterpiece.“

Mit Epic startet BlueSky einen weiteren Versuch, den beiden dominierenden Animationsstudios Pixar und DreamWorks mal wieder ernsthaft gefährlich zu werden. Das gelingt aber nur bedingt: So unterhält die bei vielen Vorlagen abgekupferte Naturfabel ihr Publikum bestens und zählt sicher zu den stärkeren Werken von Chris Wedges Filmschmiede, doch technische und erzählerische Mängel machen sich auch in diesem Film deutlich bemerkbar.

8 Sterne

  • Fox

    Ha, ich habe schon beim Klick auf den Post mit dieser Wertung (8/10) gerechnet, ohne ein Wort gelesen zu haben. 😀

    Ja, natürlich ist es nach Filmen wie „A Bug’s Life“ oder „Arthur & the Minimoys“ schwer, mit so einem Konzept originell daherzukommen, aber wenn der „Remix“ einigermaßen stimmig ist, lassen sich bestimmt Unterhaltungswerte finden – und sei es nur wegen lustigen Schnecken.
    Ob ich deswegen in eine Kinokarte investieren werde (zumal das bestimmt nur mit 3D-Aufpreis hier im Angebot ist), weiß ich noch nicht. Generell konnten mich seit dem letzten Ice Age-Teil keine Animationsfilme ins Kino locken, wobei ich mir „Monster-Uni“ nicht entgehen lassen will.

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  • donpozuelo

    Ich würde einen Punkt weniger geben… es ist ein netter Film, aber mehr auch nicht. So richtig beeindruckt hat mich das alles nicht, aber ich war auch nicht wirklich gelangweilt. Es liegt irgendwo dazwischen… 😉

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