Now You See Me (2013)

NowYouSeeMe

„Look closely – because the closer you think you are, the less you’ll actually see!“

Es gibt wenige Regisseure in Hollywood, wegen denen ich Filme nicht anschaue. Einer davon ist M. Night Shyamalan (darum werded ihr wohl auch vergeblich auch eine After Earth-Review warten), ein anderer Louis Leterrier. Der französische Regisseur begann seine Karriere vielversprechend mit The Transporter, doch seine letzten beiden Filme waren grober Bullshit. The Incredible Hulk zählt zu den schlechtesten Superhelden-Filmen, die ich je gesehen habe und wird von Marvel zurecht stiefmütterlich behandelt, und auch Clash of the Titans strapaziert selbst meine sehr toleranten Blockbuster-Nerven mit der notorischen Dämlichkeit, die da an den Tag gelegt wird. Aus diesem Grund wollte ich eigentlich Leterriers neuen Film Now You See Me meiden, doch der grossartige Cast und der coole Trailer (mit Woodkid) stimmten mich um – zum Glück.

Der FBI-Agent Dylan Rhodes heftet sich an die Fersen der „Four Horsemen“, einer Gruppe Showzauberer, denen es während einer Show in Las Vegas offenbar gelungen ist, eine französische Bank um satte 3 Millionen zu erleichtern. Gemeinsam mit der französischen Interpol-Agentin Alma Vargas und Thaddeus Bradley, einem Ex-Magier, der die Tricks anderer Zauberer offenlegt, versucht Rhodes einen Weg zu finden, den Magiern das Handwerk zu legen – doch die sind ihnen, wie es sich für Zauberer gehört, immer einen Schritt voraus…

Die Schauspielerriege in Now You See Me ist beeindruckend – Mark Ruffalo gefällt in der Hauptrolle als FBI-Agent, wobei er aber selbstverständlich nicht die Schauspielkunst neu erfindet. Das tut keiner der grossen Namen, und dennoch gefallen sie alle, denn ihr Zusammenspiel ist eine wahre Freude. Da ist es auch nicht weiter tragisch, dass Leterrier gänzlich auf Charakterzeichnung verzichtet und jede Chance dazu gleich im Keim erstickt. Passend zur Thematik des Films sind es nämlich nicht die Details, die zählen, sondern „the big picture“. Und so verzeihen wir dem Film auch gerne, dass er einige Dinge etwas gar simpel handhabt und sehr oft nur deshalb funktioniert, da die Cops dämlicher sind, als die Polizei erlaubt. Oh, wait.

Parallelen zu Ocean’s Eleven und Konsorten kann man da aber nicht leugnen – alleine schon das Poster macht diesen Umstand deutlich. Auch die ganze Prämisse erinnert an allen Enden an Steven Soderberghs Heist-Movie-Trilogie. Nur die Magie, die ist neu. Doch das reicht vollends, um Now You See Me zu rechtfertigen – denn Leterrier bietet uns verblüffende Zaubertricks und packende Shows, bei denen man sich fühlt, als würde man mitten im Publikum sitzen. Das alles inszeniert der Franzose in schönen, fast schon effektüberladenen Bildern, die von Brian Tyler passend mit einem spektakulären Score untermalt werden, der nur so nach „360-Degree-Shot“ und „Luftaufnahme“ schreit.

"Why don't you give me a call when you wanna start taking things a little more seriously? Here's my card."
„Why don’t you give me a call when you wanna start taking things a little more seriously? Here’s my card.“

Nicht nur wegen seinem beeindruckenden Cast erinnert Now You See Me stark an Steven Soderberghs Ocean’s-Reihe. Ganz so gut wie diese ist Louis Leterriers bester Film seit Langem zwar nicht, nichtsdestotrotz bietet uns der Franzose lockere und packende Unterhaltung, bei der man nicht ganz so viel studieren muss, wie es uns die Prämisse weismachen möchte. Ein Film, für den sich der Kinobesuch ohne Wenn und Aber lohnt.

8 Sterne

  • Dominik

    8/10 – reicht. Rest lese ich, wenn ich ihn selbst gesehen hab. Wertungstechnisch habe ich eigentlich genau das erwartet.

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  • donpozuelo

    Damit kann ich leben… der Film wird geguckt 😉

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  • Michi

    Ich fand den Film auch wirklich unterhaltsam, aber er krankt ein wenig an seiner eigenen Prämisse. Dadurch, dass man schon von vornherein weiß, dass Zaubertricks am Werk sind, achtet man besonders auf diese und kann sich weniger frei auf den Film einlassen. So ging es mir jedenfalls und wenn man hinter einen Trick kommt, ist man enttäuscht darüber, dass der Film nicht schlauer als man selbst war. Dir ging es anscheinend nicht so?

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