The Wolverine (2013)

Wolverine

„What they did to me, what I am, can’t be undone.“

Ich bin ein riesiger Marvel-Fan, aber mit den X-Men kann und konnte ich bisher eher wenig anfangen – in Comicform, wie in filmischer Form. X-Men: First Class fand ich klasse, doch die Vorgängerfilme sind für mich eher durchschnittliches Free-TV-Futter. Und auch wenn ich der Meinung war, dass X-Men Origins: Wolverine einige gute Ideen hatte (Deadpool war keine davon), so war mein Interesse an dessen Sequel The Wolverine sehr gering. In der Erwartung, den grössten Blödsinn des Jahres vor mir zu haben, setzte ich mich in den Kinosessel. Und stellte fest: Ganz so übel, wie ich annahm ist dieser zweite Soloauftritt von Hugh Jackman dann schon nicht.

Während des Atombombenabwurfs auf Nagasaki 1945 rettet Logan einem japanischen Offizier das Leben. Dieser Offizier, heute Konzernchef der Technologiefirma Yashida, möchte sich vor seinem Tod bei seinem Retter bedanken, weshalb er Wolverine nach Japan fliegen lässt. Dort wird Logan Zeuge eines gescheiterten Attentats auf Mariko, die Enkelin des Konzernchefs und merkt allmählich, dass hinter der Einladung mehr als nur Dankbarkeit steckte. Doch da ist es schon zu spät und die Falle ist längst zugeschnappt…

Mein Highlight von The Wolverine ist definitiv Rila Fukushima, die Darstellerin von Yukio, die ihre Rolle mit einer Coolness spielt, dass selbst Hugh Jackman gelegentlich neben ihr erblasst. Der Australier bietet aber ebenfalls eine solide Performance und dürfte spätestens mit diesem Film in die Rolle des einsamen Wolfes Logan gefunden haben. Erstmals ist Wolverine verwundbar und kriegt ordentlich auf die Fresse – im Gegenzug schlitzt er in diesem Film wohl so viele Gegner auf, wie noch nie. Das ist natürlich eine willkommene Abwechslung zu den bisher recht braven Auftritten in den letzten paar Filmen, hätte aber gerne noch etwas blutiger und gnadenloser sein dürfen. Aber das wäre dann natürlich nicht PG-13 gewesen und das geht ja nicht.

Immerhin ist das Setting des Films gut gewählt. Japan bietet nicht nur schöne Bilder und coole Kostüme, sondern auch Potential für einen spannenden Plot. Einen solchen gibt es mit der Yashida-Familienfehde, die uns hier vorgesetzt wird, und Regisseur James Mangold bemüht sich, diese Story so verworren und spannend zu gestalten, wie es nur geht. Leider geht sein Plan nur teilweise auf: Gerade im 2. Akt hängt The Wolverine brutal durch und schleppt sich von einem (unnötigen) Schnulzmoment zum Nächsten, einem Schlusskampf entgegen, der so stereotypisch ist, wie es nur geht. Aber was erwartet man schon von einem Drehbuch, das Christopher McQuarrie mitgeschrieben hat? Dazu passt dann auch, dass der grosse Plottwist des Films bereits nach fünf Minuten vorherzusehen ist, sofern man eins und eins zusammenzählen kann.

"Deshay Deshay Basara"
„Deshay Deshay Basara“

Hugh Jackmans zweiter Solo-Auftritt als Wolverine ist kein schlechter Film, leider halten ihn der zähe und vorhersehbare Plot sowie die erneut dämlichen Gegner davon ab, ein guter zu sein. Und so ist The Wolverine trotz guter Schauspielleistungen von Hugh Jackman und Rila Fukushima (erwartungsgemäss) der unnötigste Superheldenfilm des Jahres.

6 Sterne

  • Fox

    Ja, schöne Zusammenfassung. 🙂

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  • donpozuelo

    Danke! Mein Reden!!! Und eigentlich echt schade… gerade „Wolverine“ hat doch so viel mehr zu bieten. Naja, vielleicht macht ja mal jemand eine R-Rated Variante 😉

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  • Alice

    Nachdem ich den Trailer etwa fünf Mal im Kino gesehen habe, hatte ich den Eindruck, der Film nimmt sich selbst etwas zu ernst, ist aber doch nicht gut genug, dass man ihn wirklich ernst nehmen könnte.
    Ist dem so?

    Generell würde mir die Qualität des Films mehr oder weniger egal sein, ich habe schliesslich immer noch keinen einzigen X-Men Film gesehen, aber seit bekannt gegeben wurde, dass Wolverine-Autor Scott Frank das Drehbuch zum Assassin’s-Creed-Film überarbeiten wird, interessierts mich ein bitzeli…

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