To The Wonder (2013)

ToTheWonder

„You shall love, whether you like it or not.“

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr einen Trailer anschaut, und der festen Überzeugung seid, dass dieser Film auf keinen Fall schlecht sein kann? Selbst wenn eine Stimme in euch sagt, dass er vermutlich abstinken wird – sei das, weil er Versprechen nicht hält? Und dann sitzt ihr im Kinosaal und euch wird klar, dass ihr ein Opfer gemeinster Werbung geworden seid, die euch vielleicht mit guter Musik oder schönen Bildern bewusst ein falsches Bild vermittelt hat? Und der Film, den ihr da seht, der ist mal gar nicht, was ihr euch versprochen habt? Kennt ihr das? Ich kenne das. So ging es mir des Öfteren in letzter Zeit. Das letzte Mal bei Terrence Malicks To The Wonder, bei dem der Trailer mit Abstand das Beste ist. Der Rest ist einfach nur… nun… lest meine Review:

Optisch bleibt Terrence Malick seiner Linie treu: To The Wonder strotzt nur so vor wunderschön eingefangenen Bildern von kargen Landschaften, Pflanzen, der Sonne und sonstigen Naturgschmeus. Versteht mich nicht falsch – mir stand die Kinnlade bis zum Boden. Der Mann hat wirklich ein Händchen für die Aufnahmen, die er uns zeigt. Das Problem ist der ganze Rest. Malick schafft es nicht, eine vernünftige Story zu erzählen. Er ist wie ein kleines Kind, das während dem Erzählen erst noch die Eindrücke verarbeiten muss, und alles auf einmal erzählen will. Das Ergebnis ist ein überlanges Script, das aus zusammenhangslosen Elementen besteht, die alle nicht wirklich zueinander passen wollen.

Zueinander passen, das wollen auch die Darsteller nicht. Olga Kurylenko gefällt mir sehr gut und darf in To The Wonder endlich zeigen, dass sie mehr ist als nur ein schönes Gesicht. Ihr Filmpartner Ben Affleck dagegen nervt erneut mit einer grässlich apathischen Performance, die bei mir die Frage aufwirft, was der Typ überhaupt vor der Kamera macht*. Dass er dahinter deutlich mehr Talent hat, bewies er mit Argo ja eindrücklich. Auch Rachel McAdams und Javier Bardem fallen nicht besonders auf, gerade letzterer tut nicht viel mehr als einen inhaltslosen und phrasenschwangeren Sermon abzuspulen, bei dem man am Schluss nicht wirklich schlauer wird.

Wer wohl grimmiger luegen kann?
Javier und Beni in: „Wer kann grimmiger luegen“

To The Wonder ist ein schöner Film mit interessanten Ansätzen. Das ist es dann aber auch, was man über Terrence Malicks sechste Regiearbeit sagen kann, die nicht nur überlang, sondern auch extrem belanglos ausgefallen ist. Next!

2 Sterne

* Ein Satz, der ich vor jenem weltverändernden 22. August verfasst habe und zu dem ich immer noch mit voller Überzeugung stehe.

  • Die Wunderbare Welt des Wissens

    Ben hat in Wahrheit nur *einen* Gesichtsausdruck. Den mit dem offenen Mund.

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  • donpozuelo

    Rachel McAdams und Javier Bardem sind wirklich ein wenig zu kurz gekommen. Aber so wie ich es gehört habe, können sie ja froh sein, überhaupt im Film vorzukommen. Angeblich hatten ja noch ein paar andere Darsteller (Jessica Chastain z.B.) Auftritte, die dann aber im Schnitt wieder verschwunden sind.

    Ich muss ja gestehen, ich fand den Film großartig! Ich war hin und weg… und was Affleck angeht: Warten wir einfach mal ab. 😉

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  • Sebastian

    Es muss gar nicht mal am „überlangen Skript“ gelegen haben. Malick ist ja bekannt dafür, seine eigenen Skripte beim Dreh eher als allenfalls grobe Richtschnur zu verwenden. Mehr ist für seinen filmischen Stil auch nicht vonnöten, nur braucht dieser, um sich zu entfalten, auch die nötige Atmosphäre. Belangloses Kleinstadtleben fällt irgendwie nicht ganz in die Kategorie. Etwas besser würde ich ihn schon bewerten, aber mir war auch schnell fad. Läuft der bei euch erst jetzt an?

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  • Lukas

    Ich hab ja gesagt der wird öde. 😀

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