Parkland (2013)

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„It’s a very undignified end for a very dignified man!“

Just zum 50. Jahrestag der Tötung von John F. Kennedy erscheint mit Parkland ein Film, der sich dieser Geschichte annimmt. Nach Lincoln und Hyde Park on Hudson ist das bereits der dritte Film innert kurzer Zeit, der die Geschichte eines im Amt verstorbenen US-Präsidenten erzählt, auch wenn hier die Geschichte erst nach Kennedys Erschiessung einsetzt. Der Film galt lange Zeit als heimlicher Runner-Up für einen Oscar-Platz, doch das dürfte je länger je schwieriger werden. Denn die ersten Kritiken für den Film waren alles andere als positiv. Zu Recht.

Am 22. November 1963 wird der amerikanische Präsident John F. Kennedy in Dallas, Texas erschossen. Die Ärzte des Parkland-Spitales versuchen vergeblich, Kennedys Leben zu retten, doch jede Hilfe kommt zu spät. Derweil muss der Secret Service das Attentat rekonstruieren und kommt dabei in den Besitz einer Aufnahme, die der Hobbyfilmer Abraham Zapruder gemacht hat und die die letzten Augenblicke des amerikanischen Präsidenten zeigen…

Bereits bei der Eröffnungsszene versagt Parkland – statt den Zuschauer an seinen Sitz zu fesseln, langweilt die Erschiessung von John F. Kennedy nur. Klar weiss jeder, was gleich passieren wird, doch Regisseur Peter Landesman hätte sich trotzdem ein bisschen mehr um das Interesse des Publikums und einen weniger ermüdenden Einstieg in den Film bemühen können. Richtig ruiniert diese Sequenz aber erst Paul Giamattis Overacting, als Kennedy erschossen wird. Ich wusste gar nicht, dass der Mann so schlecht sein kann. Überhaupt reisst in diesem topbesetzten Film keiner der Darsteller etwas – höchstens noch James Badge Dale als Bruder von Lee Harvey Oswald.

Dazu kommen technische und narrative Mängel. Parkland hat zuviele Protagonisten und zuviele Blickwinkel auf das Geschehene und schafft es nicht, in den knapp bemessenen neunzig Minuten Laufzeit seine Charaktere genügend zu zeichnen. Das Resultat ist ein belangloses Script, das mit schlecht ausgearbeiteten Figuren aufwartet und das ganz passend auch irgendwo ausläuft. Dass wir keine Antworten brauchen ist klar, aber ein erkennbares Ziel sollte Landesman schon verfolgen. Und wenn man aufgrund dessen noch nicht das Interesse an diesem Film verloren hat, dann mit Sicherheit wegen der desolaten Kameraführung und dem viel zu hektischen Schnitt, die den Film auch fürs Auge zu einer Strapaze machen.

Big Billy Bob is watching you.
Big Billy Bob is watching you.

Parkland war eines meiner Highlights im Vorfeld und zählt nach der Sichtung zu den grossen Enttäuschungen. Ein schlechtes Script, das unter lustloser Regie verfilmt wurde und durchschnittliche Darsteller – Um es in den Worten von Paul Giamatti zu sagen: „It’s a very undignified film for a very dignified man!“

3 Sterne

Das 9. Zurich Film Festival zeigt Parkland am 2. Oktober um 20.30 Uhr (Corso 2), am 4. Oktober um 20.00 Uhr (Corso 2) und am 6. Oktober um 19.15 Uhr (Corso 2).

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