All Is Lost (2013)

AllIsLost ZFF2013c

„All is lost here.“

Filme mit Robert Redford sind für mich eigentlich generell No-Brainer. Der Mann kann ganz ordentlich schauspielern und ist mir auch sonst sehr sympathisch. Aus diesem Grund habe ich mir auch seinen neuen Film All Is Lost angesehen, ohne gross zu lesen, was denn genau die Story ist. Irgendwas mit Seefahrer und Schiffsunglück. Hätte ich mich im Vorfeld informiert, wäre ich vielleicht besser vorbereitet gewesen für das, was mir dann während 100 Minuten geboten wurde.

Als sein Segelschiff von einem Container touchiert wird und Wasser einläuft, muss sich ein Seefahrer schnell zu helfen wissen. Doch kaum hat er das Loch geflickt, steht bereits das nächste Unglück an: Ein gnadenloser Sturm zieht auf und ruft dem Seefahrenden mit Getöse in Erinnerung, welche Gefahren die hohe See birgt…

Robert Redford spielt in All Is Lost nicht nur einen Mann, der ganz alleine auf weiter See ums Überleben kämpft, er ist auch sonst ganz alleine. Das Drama aus der Feder des jungen oscarnominierten Regisseurs J.C. Chandor beschränkt sich auf diese eine Figur, was zwar ein durchaus spannender Ansatz ist, der leider überhaupt nicht aufgeht. Denn statt den Film souverän zu tragen, kann Redford in der Rolle des einsamen Seefahrers leider überhaupt nicht überzeugen, was für den Film einem Genickbruch gleichkommt.

Da sich die Masse der Dialoge daher auf einen Monolog am Anfang des Films, einige Hilferufe im ersten und ein, zwei Flüche im letzten Akt reduziert, beginnt All Is Lost einen bereits nach wenigen Minuten tierisch zu langweilen. Dass der Film dann auch noch diverse Genreklischees – Schiffbruchüberleben ist spätestens seit Life of Pi ein eigenes Genre – bedient, macht die Sache auch nicht besser. Regisseur Chandor fängt zwar noch einige tolle Shots ein, ruiniert diesen Pluspunkt aber durch grässliche Greenscreenaufnahmen und Plotholes, die arg an der angepeilten Authenzität von All Is Lost nagen.

Bob de Boumaa
Bob de Boumaa

Die One-Man-Show All Is Lost hätte viel Potential gehabt – wenn man sich eines besseren Scripts bedient hätte und jemand anderes als Robert Redford gecastet hätte. Der Oscarpreisträger kann den Film leider auch nicht vor dem Untergang bewahren.

1,5 Sterne

Das 9. Zurich Film Festival zeigt All Is Lost am 1. Oktober um 21.00 Uhr (Corso 1) und am 5. Oktober um 21.00 Uhr (Le Paris).

  • Sascha

    Nach all den Lobpreisungen in der internationalen Presse, hoffe ich mal, dass du nur schlechte Laune hattest – sonst bin ich traurig… hatte gehofft, dass der gut wird.

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  • Cem

    Oh Mann! Für diesen Crap muss ich ja auch noch ne Review schreiben. Dabei hätte ich während des Film so gut schlafen können, wenn der Owley neben mir nicht immer so laut geschnarcht hätte.

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