Cinderella (1950)

Cinderella

DisneyThirty3

„Oh, well. What’s a royal ball? After all, I suppose it would be frightfully dull, and… and… and boring, and… and completely… completely wonderful.“

Als ich noch klein war, haben wir zu Hause oft Cinderella geschaut – nur hiess der Film bei uns nicht Cinderella, sondern Cendrillon. Denn wir besassen als frankophone Familie selbstverständlich das französische Video dazu und sahen uns diesen Disney-Film daher regelmässig in dieser Sprachversion an. Und so war ich mich an das französische „Bibbidi-Bobbidi-Bou!“ gewöhnt, was ja angesichts der Herkunft der Vorlage nicht einmal so falsch wäre. Nichtsdestotrotz war es schön, den Film zur Abwechslung auch mal im Original zu sehen…

Cinderella ist nach dem Tod ihres Vaters den Launen ihrer bösen Stiefmutter ausgesetzt – die kann mit dem kleinen Mädchen nicht viel anfangen und lässt sie die schwersten Hausarbeiten verrichten. Ihre eigenen beiden Töchter verwöhnt sie jedoch nach Strich und Faden. Als der König zu einem Ball lädt, möchte auch Cinderella unbedingt hingehen, nur sieht ihre Stiefmutter keinen Grund, dem Mädchen diesen Wunsch zu erfüllen. Doch Cinderella gibt die Hoffnung nicht auf – schliesslich werden Träume nur wahr, wenn man auch wirklich an sie glaubt…

Cinderella ist, wenn man so möchte, der erste wirkliche Disney-Film – zumindest, was die Erzählweise und viele Storyelemente betrifft. Die zweite Verfilmung eines Grimm’schen Märchen begründet die Tradition der Songs in den Filmen – zuvor baute man die Musik entweder sehr spärlich (Bambi) oder mit einer künstlerischen Motivation (Fantasia) in die Filme ein. Doch Disney erkannte bei der Arbeit an Cinderella bereits früh das Potential von solchen Titeln wie A Dream Is A Wish Your Heart Makes oder natürlich Bibbidi-Bobbidi-Boo und produzierte den Soundtrack im grossen Stil.

Auch das Genre des Prinzessinnenfilms etabliert Cinderella. War bei Snow White and the Seven Dwarfs die Narrative noch holprig und die Figurenzeichnung schlecht, so bekommen wir hier eine interessante Protagonistin, die durchaus als Identifikationsfigur taugt. An ihrer Seite gibt es mit den Mäusen witzige Comic Reliefs, deren chipmunkige Stimmen einem aber bereits nach ein, zwei Zeilen tierisch (no pun intended) auf die Nerven gehen. Doch sobald sie zusammen mit den Vögelis und allen anderen herzigen Tierchen, die gerade nichts besseres zu tun haben, Cinderellas Kleid schneidern, kann ich ihnen wieder ein bisschen etwas abgewinnen.

"If it doesn't fit, you must acquit!"
„If it doesn’t fit, you must acquit!“

Cinderella ist einer der besten Disney-Filme und zu diesem Punkt für mich der erste, der auf allen Ebenen funktioniert: Der erst zweite Prinzessinnenfilm bietet interessante Figuren, schöne Bilder und eingängige Songs – das Disney-Erfolgsrezept steht.

10 Sterne

 

  • Roland

    Volle Zustimmung!

    Ich wiederum kenne ihn nur in der deutschsprachigen Version – stecke nun aber bereits in meiner dritten Disney-Phase. Soll heißen: Als kleiner Junge hab ich ihn natürlich selbst gesehen – als meine elf Jahre jüngere Schwester in das Alter kam, begann die zweite Phase – und Töchterlein hat den Film just zu ihrem fünften Geburtstag bekommen.

    Auch wenn er den Bechdel-Test vermutlich nicht bestehen wird – Cinderella bleibt auch einer meiner liebsten Disney-Filme. 🙂

    AntwortenAntworten

Kommentar schreiben