Face/Off (1997)

FaceOff

„It’s like looking in a mirror, only, not.“

Der Cop Sean Archer muss sich für eine Undercover-Mission das Gesicht seines toten Erzfeindes Castor Troy anoperieren lassen – klingt komisch, ist aber so. Was Archer nicht weiss: Troy ist gar nicht tot, sondern nur im Koma. Und als er aus diesem urplötzlich gesichtslos erwacht, kommt ihm auf der Suche nach einer Visage jenes von Archer in die Finger. Was man damit alles anstellen kann. Der Thriller Face/Off zählt zu Nicolas Cages grössten Erfolgen und ist ein gutes Beispiel dafür, wie kultig die Nineties wirklich waren.

Übrigens: Falls ihr weitere Neunziger-Filme kennt, denen ich mich in kommenden Freitagsneunzigerreviews widmen soll – ihr wisst, wie man hier kommentiert.

Vergessen wir einmal kurz die Story dieses Films, die so ziemlich das schrägste und abgedrehteste ist, was ich seit Langem gesehen habe. Und vergessen wir auch die Logiklöcher und Unstimmigkeiten, die eine solche Story selbstverständlich mit sich bringt. Denn wenn wir uns schon daran den Kopf zerbrechen würden, würde uns die ganze Coolness von Face/Off entgehen. Und damit meine ich nicht nur die heftig inszenierte Action – wie Regisseur John Woo in seinem dritten Hollywoodfilm die beiden Hauptfiguren etabliert, ist meisterlich. Mit nur wenig erzählerischem Aufwand zeigt er uns ganz deutlich, wer gut und wer böse ist, wen wir mögen dürfen und wen wir hassen sollen.

Jeder andere Film wäre mit solch schwarzweisser Charakterzeichnung ein Flop, doch bei Face/Off liegt darin gerade der Reiz. Denn sobald John Travolta und Nic Cage die Körper tauschen, verändern sich auch beim Zuschauer die Fronten völlig. Plötzlich sympathisiert man mit Cage, weil in dessen Körper ja der gute Cop steckt – und aus dem umgekehrten Grund wird einem Travolta plötzlich höchst unsympathisch. Sicher, auch die Schauspieler tragen das Ihrige dazu bei, wobei mir Travolta deutlich besser gefällt als Cage, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass Letzterer immer mal wieder zum Overacting greift (was Travolta wiederum gekonnt imitiert).

Jizz in my pants.
Jizz in my pants.

Wenn man sich damit abgefunden hat, dass in Face/Off fucking Gesichter mittels Lasermesserschneidtechnik einfach so mir nichts dir nichts ausgetauscht werden, hat man an diesem Film echt viel Spass – vorallem, weil er das in der deutschen Tagline beworbene „Im Körper des Feindes“-Element maximal ausnutzt.

8 Sterne

  • donpozuelo

    „Last Boy Scout“ und „Gefährliche Brandung“ wären jetzt mal so meine ersten Vorschläge. Beides Filme, die ich immer wieder gerne sehe. Wie übrigens auch „Face/ Off“!!!

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  • Kryll

    The Story of Ricky und Big Trouble in Little China (zwar 1986 aber fast Neunziger)

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  • Roger

    American History X /Carlito’s Way / Scent of a Woman

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  • Lukas

    Klassiker, muss ich auch mal wieder gucken.
    Und gerne mehr 90er-Reviews, dann bitte aber auch welche aus der Kategorie Schwarzenegger: Last Action Hero (!) und Eraser.

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