The Hunger Games: Catching Fire (2013)

CatchingFire

„You fought very hard in the Games, Miss Everdeen. But they were Games. Would you like to be in a real war?“

Nachdem sie zusammen mit Peeta Mellark die 74. Hunger Games gewonnen hat, muss Katniss Everdeen erst einmal mit den traumatischen Erlebnissen der Arena klarkommen. Doch die diktatorische Regierung des Capitol hat andere Pläne – sie möchten die revolutionäre Stimmung, die Katniss durch ihren Sieg entfacht hat, mit ihrer Hilfe im Keim ersticken. Und mit den 75. Hunger Games bietet sich dazu auch eine optimale Gelegenheit. The Hunger Games: Catching Fire ist die Fortsetzung von The Hunger Games und als solche die zweite Verfilmung von Suzanne Collins Buchreihe, die bis dato über 50 Millionen Mal über den Ladentisch ging.

Den ersten Teil habe ich noch ohne Kenntnisse der Buchvorlage gesehen, aber mittlerweile habe ich die Bücher gelesen, was bekanntlich immer ein gefährliches Unterfangen ist. In diesem Fall ist das aber kein Problem, denn The Hunger Games: Catching Fire erfüllt die Erwartungen der Leserschaft und adaptiert die Vorlage gekonnt – die wichtigen Elemente werden hervorgehoben und die Bedrohung durch das Capitol wird nicht heruntergespielt. Hierfür ist vorallem Donald Sutherland zuständig, der den fiesen Präsidenten von Panem, Coriolanus Snow mit teuflischem Charisma spielt. Dafür geht der mit Spannung erwartete Auftritt des dekadenten Spielmachers Plutarch Heavensbee alias Philip Seymour Hoffman etwas unter – dies auch, weil eine Schlüsselszene mit ihm und Lawrence um entscheidende Elemente gekürzt wurde.

Jennifer Lawrence hingegen scheint durch ihren Oscar-Gewinn Anfang Jahres zusätzlich beflügelt (auch wenn der Film da grösstenteils schon abgedreht war), sie spielt die starke Katniss, die innerlich immer mehr am Druck, der auf sie ausgeübt wird, zu zerbrechen droht, sehr überzeugend. Dazu bieten sich ihr vorallem in der ersten Filmhälfte viele Gelegenheiten, die zweite Hälfte, die in der Arena der 75. Hunger Games spielt, ist deutlich actionlastiger und verlangt Lawrence entsprechend schauspielerisch weniger ab. Die Hunger Games sind trotz einiger Kürzungen sehr spannend inszeniert – The Hunger Games: Catching Fire wird seinem Titel schliesslich doch noch gerecht und präsentiert uns spannende Spiele, an denen aus Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen will, auch Katniss und Peeta teilnehmen müssen. Klingt nach Klischeesequel, ist im Film selber aber ziemlich schlüssig.

"We may look strange, but I assure you, we come in peace."
„We may look strange, but I assure you, we come in peace.“

The Hunger Games: Catching Fire knüpft nahtlos da an, wo The Hunger Games aufhörte – narrativ wie stilistisch. Der zweite Teil der geplanten Tetralogie steht damit dem Vorgänger in nichts nach, und kann sowohl schauspielerisch als auch spannungstechnisch überzeugen. Bleibt zu hoffen, dass es in diesem Stil weitergeht.

8 Sterne

  • donpozuelo

    Yeah! *Zeitgleich-High-Five*. Bei mir gab’s nen Punkt weniger. Ich mochte den Film auch, allerdings war’s mir vom Aufbau einfach zu sehr Teil 1. Dafür wurden viel besser die ganzen Missstände thematisiert und sowieso fand ich den ersten Teil mit der aufkeimenden Revolution um einiges stärker als die hier etwas lahmenden Hungerspiele.

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  • Ecki

    Ich les mal nichts um mich nicht zu spoilern. Sonntag gucke ich nochmal den ersten Teil. Für Dienstag sind schon Karten reseviert für den zwieten Teil im Kino. 😀

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  • Jan

    Liest sich gut – vor allem, da Lawrence wohl wieder eine sehr gute Leistung erbringt. Wäre zu wünschen, wenn ich den Film dann hoffentlich noch diese Woche im Kino zu sehen bekomme. Und ob sich der Wechsel auf dem Regiestuhl bezahlt macht, darauf bin ich auch noch gespannt. Eigentlich gefiel mir (aber da bin ich wohl einer von tendenziell wenigen) sein Stil und seine Inszenierung ganz gut.

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  • donpozuelo

    @Jan: Mir gefiel die Inszenierung der Spiele im ersten Teil auch besser. Jetzt ist es halt etwas weniger Wackelkamera und dafür etwas mehr Hollywood-Kamera-Action.

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  • Niklas

    Wie President Snows Vorname bereits ahnen lässt: Er ist eben ein richtiger Arsch.

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  • Kryll

    Battle Royal für die ganze Familie. God bless America

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  • Cem

    Fand den Film wirklich genau so super wie du. Schön, dass wir uns wieder mal einig sind! 😉 Ich fand Catching Fire von A-Z super und fand auch in der zweiten Hälfte mit der Arena nichts zu meckern. Klar: wer will, findet jede Menge Flaws, aber ich liess mich lieber vom Vibe mitreissen, denn der Film knüpft perfekt an Teil 1 an und lässt einem über 140 Minuten lang nicht mehr los. Im Gegenteil: Das Ende kam so abrupt, dass ich fast schon ein wenig enttäuscht war. Immerhin muss jetzt zuerst wieder ein Jahr vergehen, bis ich (als Lesemuffel) erfahre wie’s weitergeht. Klammer noch mal auf: Logisch, dass man sich schon sehr viel dazu ausdenken kann, Hinweise sind ja genügend vorhanden, das hab ich aber damit nicht gemeint. Klammer wieder zu und Ende.

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  • Andi

    Der Cliffhanger war wirklich super! Ich hätte nicht gedacht, dass dies so gemacht wird.
    Der Film hatte seine Schwächen, aber da ich das zweite Buch auch das schlechteste der Reihe fand, kann ich darüber hinwegsehen. Mir persönlich hat der erste Film besser gefallen, vielleich wegen der irgendwie „intimeren“ Inszenierung, oder schlichtweg, weil es Kinder sind, die in der Arena kämpfen müssen, was das ganze einiges brutaler macht.
    Ein Buch, dass Kritik daran übt, dass eine Gesellschaft gerne Gewalt auf der Leinwand verfolgt, ist kein Problem, aber sobald ein Film dies tut, wird das ganze extrem ironisch, denn die Meisten im Kino haben sich wohl auf die brutalere zweite Hälfte gefreut.
    Doch gerade das macht diesen Film subversiv, da das Publikum zum Mittäter wird. Man kann dies als Logikschwäche ansehen, ich finde es allerdings ziemlich interessant. Hoffentlich können die folgenden Teile diese Filmreihe auf diesem hohen Niveau abschliessen. Die Story des dritten Buches gibt definitiv genug her.

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  • Andi

    @Owley: Nun, fraglich ist, ob ein solcher Dialog effektiv bewusst geschrieben wurde, oder ob wirklich eine Logiklücke besteht. Im ersten Film war dies meiner Meinung nach besser, denn an der ersten Szene mit der Cornucopia findet man kaum Gefallen, da sie wirklich brutal ist, ohne effekthascherisch zu sein.
    Auf jeden Fall hat mir auch die Action sehr gefallen (ich habe aber die Bestie vermisst, und die Bemerkung, dass das Hovercraft dreimal ansetzten musste, bis es alle Teile eingesammelt hatte…). Ich bin somit auch Mittäter 😉
    Ich fand die Story des zweiten Bandes auch ein bisschen langfädig, im Gegensatz zu dir aber nicht die des dritten Teils. Aus meiner Sicht also kann es nur noch besser werden. Allerdings kann ich mir noch nicht vorstellen, wie das Buch getrennt werden sollte. Die erste Hälfte es dritten Bandes steht in keiner Weise für sich selbst da. Aber trotzdem finde ich die Aufteilung gut, schlichtweg weil so die Dialogszenen (und natürlich die Action) mehr Zeit beanspruchen können und tiefer gehen können.
    Schlussendlich ist der Film für mich eine solide Fortsetzung, die aber ein wenig unter dem Erfolgsdruck gelitten hat.

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