Achtung, Fertig, WK! (2013)

WK

„Das muess de perfektischt WK werde womer je duregfüehrt hend!“

Eigentlich gilt Alex als untauglich, aber der Vater seiner Freundin Anna, selber Kommandant in der Armee, sieht das anders – im Gegenzug für eine Wohnung, die er seiner Tochter und ihrem Freund beschafft, muss sich Alex seinen Prinzipien zum Trotz ins Vierfruchttenue werfen und den WK nachholen. Mit Achtung, Fertig, WK! folgt zehn Jahre nach Achtung, Fertig, Charlie! die Fortsetzung der Schweizer Kultkomödie, auf die, wenn man den Produzenten glauben will, die ganze Schweiz gewartet haben soll. Da ich schon den ersten Teil nicht gesehen habe, zähle ich mich nicht dazu.

Die Fortsetzung zeigt uns vorallem sehr gut auf, wie schlimm es um den eidgenössischen Schauspielnachwuchs wirklich steht: Die Soldatentruppe um Matthias Britschgi weiss nicht wirklich, was sie mit dem fantasielosen Script anfangen sollen und so wird Textzeile um Textzeile fischblütig runtergeleiert. Angesichts dieser Umstände erstaunt es auch nicht, dass Marco Rima ein schauspielerisches wie komödiantisches Highlight darstellt – und das ist doch irgendwie auch ein starkes Armutszeugnis. Nicht, dass die Gags nicht witzig sind – Achtung, Fertig, WK! hat seine Momente und wenn er nicht gerade irgendwelche vorpubertären Pointen präsentieren will (die selbstverständlich nur allzu selten zünden) entlockt er einem tatsächlich den ein oder anderen Lacher.

Das eigentliche Problem dieses Films ist, dass er es sich selbst verunmöglicht, mehr zu sein, denn die dürftigen Witzchen können den Film schlichtweg nicht tragen. Doch statt interessante Ansätze zu behandeln, tischt uns Achtung, Fertig, WK! eine formelhafte Liebes- und Familiengeschichte auf, die kein Klischee auslässt und daher auch entsprechend einschläfernd daherkommt. Da passt es perfekt ins Bild, dass die Diskriminierung einer Frau in der Armee auf einige schenkelklopferische Gags und eine Sexszene reduziert wird – mehr scheint Drehbuchautorin Güzin Kar auch nicht aus der ganzen Thematik rausholen zu können. Einzig wenn der Bundesrat für einen Trainingseinsatz von Bewohnern eines Altersheims verkörpert wird, kann Achtung, Fertig, WK! über sich herauswachsen – doch verständlicherweise bleibt es bei solch kurzen Momenten.

Da hilft wirklich nur beten, dass dem Film in zehn Jahren nicht nochmal eine Fortsetzung "spendiert" wird.
Da hilft wirklich nur beten, dass dem Film in zehn Jahren nicht nochmal eine Fortsetzung „spendiert“ wird.

Wenn Achtung, Fertig, WK! einem etwas lehrt, dann, dass Schweizer nicht schauspielern können, nicht wirklich witzig sind und die Finger vom Drehbuchschreiben lassen sollten. Schlauer wird man nach der Sichtung dieser vorpubertären Militärkomödie garantiert nicht – noch eher dürfte das Gegenteil eintreten.

4 Sterne

 

  • Silencer

    Was ist ein WK? Weltkrieg oder was?

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