Dallas Buyers Club (2013)

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„None of those drugs have been approved by the FDA.“ – „Screw the FDA! I’m gonna be DOA!“

Als der Cowboy Ron Woodroof von einem Doktor erfährt, dass er mit dem AIDS-Virus infiziert ist und nur noch dreissig Tage zu leben hat, kann er es kaum fassen – schliesslich befinden wir uns in den 80ern und AIDS gilt immer noch als Schwulenkrankheit. Als ihm ein Medikament verordnet wird, das seinen Zustand zusätzlich verschlechtert, macht es sich der texanische Bad Boy zur Aufgabe, eine bessere Lösung zu finden – wenns sein muss, auch auf illegalem Wege. Dallas Buyers Club von Jean-Marc Vallée schildert den Kampf eines Mannes gegen eine Krankheit und ein Gesundheitssystem, kann letztlich aber nur bedingt überzeugen, was zu grossen Teilen dem laschen Storytelling geschuldet ist.

Das Problem ist, dass die Absicht von Vallées Film zu keinem Zeitpunkt deutlich wird. Ist der Film eine Charakterstudie, die sich um die Figur des Ron Woodroof dreht oder geht es letzten Endes doch um AIDS und darum, wie sich die ersten Infizierten gegen das marode Gesundheitssystem wehren? Dallas Buyers Club möchte am Liebsten beide Aspekte unter einen Hut bringen und scheitert genau daran. Die Mischung geht nur für kurze Zeit so richtig auf, über grosse Strecken bleibt der Film belanglos, was angesichts der Schwere und Relevanz dieser Thematik irgendwie ein bisschen schockierend ist.

Dabei wäre Dallas Buyers Club was die Schauspieler betrifft auf gutem Weg: Matthew McConaughey spielt seine Rolle des vom Saulus zum Paulus gewandelten Ron Woodroof überzeugend und ist zusammen mit Jared Leto verantwortlich dafür, dass man den Film eben doch zu Ende guckt. Der 30 Seconds To Mars-Sänger ist als tragischer Transgender Rayon schlicht umwerfend und hat seine erste Oscar-Nomination mehr als verdient. Was dagegen Jennifer Garner im Film verloren hat, weiss ich nicht. Sie bringt die Story zu keinem Zeitpunkt vorwärts und das Schicksal ihrer Figur ist uns bis zum Schluss egal. Wie eigentlich auch der Film.

Ron war für Rayons Plan, Forrest Gump nachzuspielen, nur begrenzt zu begeistern.
Ron war für Rayons Plan, Forrest Gump nachzuspielen, nur begrenzt zu begeistern.

Jared Leto und Matthew McConaughey spielen grossartig auf und sorgen dafür, dass vom ansonsten recht dürftigen Dallas Buyers Club immerhin noch etwas in guter Erinnerung bleibt. Abgesehen davon bleibt der Film nämlich Opfer des ungerechtfertigten Hypes.

3 Sterne

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