X-Men: Days of Future Past (2014)

DOFP

„I don’t want your future! I don’t want your suffering!

In der Zukunft blicken nicht nur die Mutanten, sondern auch die ganze Menschheit der Auslöschung durch die Sentinels, einige unbesiegbare Roboter, die das X-Gen aufspüren und zerstören sollen, entgegen. Um dieses Schicksal abzuwenden, schicken die X-Men Wolverine in die 70er-Jahre zurück, um zu verhindern, dass der Wissenschaftler Bolivar Trask diese Maschinen in Betrieb setzt. Als X-Men-kritischer Kinogänger war ich skeptisch, als ich vom Konzept von X-Men: Days of Future Past hörte. Es sah nach einer grossen Chance aus, einige störende Elemente im Kanon mit einem tollen Film zu bereinigen – doch ich war nicht überzeugt, dass Bryan Singer dies schaffen könnte. Nun, ich irrte.

Ach ja. Spoiler und so.

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal einen X-Men-Film zu den besten Filmen, die ich seit Langem gesehen habe, zählen würde. Die Mutantenschar ist mir generell zu corny und die totale Diversität der Kräfte angesichts der Erklärung durch die Evolution fand ich irgendwie immer ziemlich irritierend. Wie dem auch sei, X-Men: Days of Future Past gefällt mir verdammt gut. Das liegt daran, dass Bryan Singer uns nicht nur Action bietet, sondern auch eine spannende Story erzählen kann. Die ganze Zeitreisenkiste kommt total glaubwürdig rüber und verwirrt dank der Observer-Theorie (dass die Änderungen an der Vergangenheit in der Zukunft erst eintreten, sobald der Reisende zurück ist) auch nicht. Die beiden Zeitebenen werden gut verbunden, und trotz wenig Screentime kommen auch Patrick Stewart und Ian McKellen nicht zu kurz. Und so wie ich das sehe, dürften die Beiden auch im nächsten Teil X-Men: Apocalypse ihre Rollen wiederaufnehmen, auch wenn ein gut gesinnter Magneto halt nur halb so cool ist. Dafür bekommen wir dann ja den titelgebenden ägyptischen Mutantengott Apocalypse, der in den Credits angeteast wird und anscheinend ziemlich viel Rumms machen dürfte.

Die Bedrohung durch die Sentinels (und den von Peter Dinklage gespielten Bolivar Trask) in Ehren, doch was X-Men: Days of Future Past so interessant macht sind die Charaktere. Die Figuren haben sich seit dem letzten Film stark verändert, was vorallem beim jungen Professor X ziemlich spannend ist. Die Leindwandchemie zwischen James McAvoy und Hugh Jackman ist wundervoll und auch Michael Fassbender und Jennifer Lawrence gefallen. Und für einmal können die neuen Mutanten im Film auch was. Nichts fand ich ans X-Men: First Class so überflüssig, wie die pickeligen Mutanten-Teenies Havoc und Banshee – ganz zu schweigen von Angel in X-Men: The Last Stand oder Kevin Durands Blob in X-Men Origins: Wolverine. Hier bekommen wir mit der portaleschleudernden Blink und dem superschnellen Quicksilver zwei Mutanten, von denen ich gerne mehr sehen möchte. Letzterer wird ja auch in The Avengers: Age of Ultron vorkommen (wo er von Aaron Taylor-Johnston gespielt wird), doch Evan Peters hat die Latte schon einmal enorm hoch gelegt.

"So und jetzt bitte zusammenrücken für das X-Gruppenfoti... sagt mal, könnt ihr auch lächeln?"
„So und jetzt bitte schön zusammenrücken für das X-Gruppenfoti… sagt mal, könnt ihr auch lächeln?“

X-Men: Days of Future Past ist ein Volltreffer. Bryan Singer macht mit seinem Ensemblefilm alles richtig und sorgt dafür, dass der siebte Film mit Abstand der beste der gesamten Reihe ist. Die Darsteller harmonieren bestens und auch die Action stimmt. Nach Captain America: The Winter Soldier und The Amazing Spider-Man 2 ist damit auch der dritte Superheldenstreifen des Jahres überraschend gut gelungen.

10 Sterne

  • Andi

    Ganz meine Meinung! Das Ensemble und die Schauspielerischen Leistungen sind perfekt, die Figuren wirklich interessant. Durch die grossen Veränderungen einiger Charaktere und das Zusammentreffen ungewohnter Paare bietet der Film viel Neues. So macht der Film wirklich Spass, bietet aber trotzdem Emotionale Tiefe.

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  • Roger

    Meine Highlights: Quicksilver (obvious) und Blink featuring Bishop! Das Finale fand ich eher schwach … Ansonsten einverstanden mit der Kritik 🙂 – hätte 8.5 Sterne gegeben.

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