Agents of S.H.I.E.L.D. – Staffel 1

AgentsofSHIELD

„What does S.H.I.E.L.D. stand for, Agent Ward?“ – „Strategic Homeland Intervention, Enforcement and Logistics Division.“ – „And what does that mean to you?“ – „It means someone really wanted our initials to spell out ’shield‘.“

Um gegen die zunehmende Zahl supernaturaler Ereignisse gewappnet zu sein, versammelt Agent Coulson ein Team aus S.H.I.E.L.D.-Agenten, das solchen Geschehnissen auf den Grund gehen soll. Dabei stossen sie nicht nur auf superstarke Menschen und unglaubliche physikalische Anomalitäten sondern auch auf eine waschechte Verschwörung. Schon nach einer Staffel zähle ich Agents of S.H.I.E.L.D. – trotz einiger Makel – zu den coolsten Serien, die ich je gesehen habe. Nach dem Klick erfahrt ihr, warum das so ist, und weshalb ich schon sehnlichst auf die nächste Staffel warte.

Aber Achtung, diese Review enthält nicht nur Spoiler zur Serie, sondern auch zum Marvel Cinematic Universe bis und mit Captain America: The Winter Soldier.

Es dauert eine Weile, bis der Cast von Agents of S.H.I.E.L.D. zusammenfindet. Der von Clark Gregg gespielte Agent Coulson hatte ja schon genügend Zeit um sich zu etablieren und vorallem, um sich eine Fanbase zu sichern. Bei den neuen Figuren dauert es jedoch eine Weile, bis sie ihren Platz in der Gruppe finden. Während wir uns ziemlich schnell mit dem schrulligen Wissenschaftlerduo Fitz & Simmons (Iain De Caestecker und Elizabeth Henstridge) anfreunden und auch die Mulan-Sprecherin Ming-Na Wen als kalte Agent May ziemlich rasch in ihre Rolle findet, dauert das im Falle des Black Ops-Agenten Grant Ward und der recht uninspiriert geschriebenen Hackerin Skye ein bisschen länger. Doch spätestens als sich Ward als Schläferagent im Auftrag von HYDRA entpuppt, werden diese beiden Charaktere deutlich spannender: Ward ist als Antagonist schlicht viel interessanter, während Skye ohne das andauernde Geschäkere mit dem supertollen Vorzeigeagenten viel erträglicher ist.

Überhaupt erweist sich die Rückkehr der Nazi-Organisation HYDRA in Captain America: The Winter Soldier als Glücksfall für die Serie. Ordnete sie sich in der ersten Staffelhälfte noch dem restlichen Marvel Cinematic Universe unter und versuchte nicht immer erfolgreich, Storyelemente der Filme für die eigene Erzählung zu nutzen, so wirft der HYDRA-Twist alles schön über den Haufen. Die Macher nehmen ihr Schicksal selber in die Hand und nutzen die Ereignisse um eine spannende Geschichte zu erzählen. Plötzlich steht das Team mit dem Rücken zur Wand, und wie es sich aus dieser Lage befreit, ist echt spannend. Damit HYDRA nicht einfach eine Organisation im Schatten bleibt, bekommt sie ein Gesicht. Das gehört Bill Paxton, der in der Serie den charismatisch-bedrohlichen Wendehals John Garrett spielt. Garrett ist ausserdem auch die personifizierte Tagline der Serie, „Everything is connected“ – fast alle offenen Erzählstränge kommen bei ihm zusammen und plötzlich ergibt alles, was irgendwie unverständlich war, Sinn.

Doch machen wir uns nichts vor – Agents of S.H.I.E.L.D. ist vorallem so cool, weil es Teil des Marvel Cinematic Universe ist. Es gibt unzählige Verweise auf die Filme und die Comics, sowie zahlreiche Gastauftritte. Die aus Iron Man 3 bekannte Substanz Extremis spielt eine wichtige Rolle und mit Agent Sitwell, Agent Blake, Nick Fury, Maria Hill und sogar Lady Sif gibt es einige coole Gastauftritte. Doch die Serie nimmt sich auch zahlreicher Charaktere an, für die in den Filmen schlicht kein Platz herrscht. Der Bösewicht Graviton etwa erhält seine Origin Story in der Serie und dürfte sicher auch in der zweiten Staffel wieder rumspuken. Die schmierige S.H.I.E.L.D.-Agentin Victoria Hand kommt ebenfalls vor, auch wenn ihre Figur leider etwas unter Wert verkauft wird – da mag ich ihre Comic-Inkarnation deutlich lieber. Mit der Figur der Lorelei (Schwester von Thors grösster Widersacherin, der Enchantress) führt die Serie zudem eine Figur ein, die unter Umständen im Hinblick auf einen dritten Thor-Film wieder wichtig werden könnte.

Das Staffelfinale schliesslich ist sehr versöhnlich, wenn auch einige Fragen bewusst offen gelassen werden. Diese werden wohl in der zweiten Staffel von Agents of S.H.I.E.L.D. beantwortet werden. Dabei wird dann sicher die Vergangenheit von Skye und die Identität ihrer Eltern, aber auch die Identität des Alien, das ihr und Coulson das Leben gerettet hat, im Zentrum stehen. Aufgrund der blauen Hautfarbe und einer weissen Markierung, die jener auf der Rüstung von Ronan (dem Bösewicht aus Guardians of the Galaxy) ähnelt, gehe ich davon aus, dass es sich um einen Kree handelt. Doch inwiefern dessen Rasse mit den Zeichen die Coulson auf die Wand kritzelt in Verbindung steht, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt – und selbst wenn das irgendwann wichtig werden sollte, wird das wohl erst bei The Avengers 3 der Fall sein. Bis dahin freuen wir uns ab diesem Teaser.

"Remember that name you all had for me when I was at Internal Affairs? What was it, Skye?"
„Remember that name you all had for me when I was at Internal Affairs? What was it, Skye?“

Die erste Staffel braucht ein bisschen, bis sie in die Gänge kommt – doch wenn man ihr Zeit gibt, wird Agents of S.H.I.E.L.D. einen mit packenden Stories, starken Figuren und interessanten Wendungen belohnen. Und natürlich den gelegentlichen Easter Eggs. Ein Muss für jeden, der sich im Marvel Cinematic Universe zurechtfinden möchte.

  • donpozuelo

    Ich habe tatsächlich nach den ersten vier Folgen ein bisschen das Interesse verloren. Aber wenn du sagst, das wird noch… dann werde ich mich da wohl noch einmal ranwagen 😀

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  • Ecki

    Ich warte schon auf die deutsche Fassung. Dass Du die Serie gut findest bestärkt mich in meiner Vorfreude. 😀

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  • Ecki

    Da mich das ganze Thema sowieso sehrsehr interessiert werde ich die ersten Folgen leicht überstehen 🙂

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