Locke (2014)

Locke

„It will be a long night.“

Ivan Locke muss noch einige Telefonate erledigen, als er nach einem langen Arbeitstag den Wagen betritt. Während er von Birmingham nach London fährt, wo eine Frau ein Kind von ihm erwartet, muss Locke seiner Ehefrau von dieser Affäre beichten. Und als wäre das nicht genug, muss der Bauarbeiter noch einen wichtigen Auftrag koordinieren. Locke aus der Feder des britischen Wer Wird Millionär?-Erfinders Steven Knight ist ein eigenartiger Film, der vorallem dank seines straffen Scripts und einer grossartigen Performance von Tom Hardy so gut funktioniert.

Mit Locke bekommen wir ein lupenreines Kammerspiel, das sich an klare Vorgaben hält, denen es konsequent folgt. Wir beobachten Ivan Locke über die gesamte Laufzeit in seinem BMW, sämtliche Konversationen laufen über sein Handy ab. Damit schafft der Regisseur eine natürliche Distanz zu den Figuren, mit denen Locke interagiert und macht es so um einiges leichter für den Protagonisten, die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Dabei war ich selber überrascht wie spannend so ein Film sein kann – war ich doch überzeugt, dass mich dieses Konzept nicht bis zum Schluss faszinieren kann.

Doch gerade Tom Hardy sorgt dafür, dass Locke nie langweilig wird. Der britische Schauspieler bietet eine denkwürdige Darbietung des analog zur sturen Narrative mit stoischer Ruhe seinem Plan folgenden Ivan Locke. Locke wiederholt immer und immer wieder dieselben Sätze. Es sind Floskeln, mit denen er sich, aber vorallem sein Gegenüber von seinen Plänen zu überzeugen versucht. Und auch wenn das eher schlecht als recht funktioniert, erweist sich Lockes Reise durch das halbe Königreich letztlich dennoch als Erfolg, womit der zeitweise leicht beklemmende Film zumindest ein halbwegs versöhnliches Ende findet.

"I'm not crying, I've just been cutting onions. I'm making a lasagna - for one."
„I’m not crying, I’ve just been cutting onions. I’m making a lasagna – for one.“

Mit Locke beweist Steven Knight eindrücklich, dass ein starkes Script und ein grossartig aufspielender Darsteller ausreichen, um einen guten Film zu machen.

9 Sterne

  • CharlesDexterWard

    Muss ich auch noch sehen. Ich finde, der ist im Kino etwas untergegangen, lief in nur wenigen Häusern und immer zu ungünstigen Zeiten.

    AntwortenAntworten

Kommentar schreiben