Divergent (2014)

Divergent

You’re different. You don’t fit into any of the categories. They can’t control you. They call it divergent.

Nach einem schrecklichen Krieg hat sich in Chicago eine neue, zurückgezogene Gesellschaft gebildet. Die Menschen werden dabei in fünf Fraktionen eingeteilt, die jede einen Teil der Aufgaben des Systems übernehmen. Als ein Test entscheiden soll, für welche Fraktion die sechzehnjährige Tris geeignet ist, passiert das Unvorhersehbare: Das Ergebnis ist undeutlich. Als Unentschlossene, sogenannte „Divergent“ landet Tris damit unvermittelt auf der schwarzen Liste der Regierung. Mit Divergent bleibt Summit dem Erfolgsrezept treu und adaptiert nach Twilight eine weitere Young Adult-Buchreihe. Im ersten Teil der Verfilmung von Veronica Roths Trilogie sind Shailene Woodley, Theo James und Kate Winslet zu sehen.

Was Divergent seiner Konkurrenz im Teenie-Film-Genre voraus hat, ist, dass ich die Prämisse tatsächlich auch interessant finde. Natürlich muss es auch hier ein dystopisches Post-War-Amerika sein, aber damit kann ich eigentlich noch leben. Dieses Konzept der verschiedenen Kasten – oder Fraktionen, wie man sie hier nennt – finde ich im Grunde total spannend. Nur schade, dass die Macher diese Ansätze so umsetzen, dass der Film allerhöchstens noch ein minderjähriges Publikum anzusprechen weiss. Die Charaktere sind ziemlich eindimensional (ja, auch Shailene Woodley macht in ihrer Rolle leider gar keine gute Figur) und jede einzelne Wendung des Films ist so vorhersehbar wie das Sommerwetter in der Schweiz.

Mit zweieinhalb Stunden ist Divergent zudem entschieden zu lang geraten. Wenn ein Film die Zwei-Stunden-Marke überschreitet, muss er mir von Anfang bis Ende Spannung bieten – und nicht in eine repetitive Schilderung der Ereignisse verfallen, wie das Neil Burgers Teenie-Streifen tut. Vermutlich wäre der Film noch länger geworden, doch irgendein Studioboss zwang Burger dazu, den Film zu kürzen. Zumindest fühlt sich der ziemlich abrupte Schluss dann so an – nach einer dermassen langen Laufzeit wäre ein vernünftiges Ende doch nicht zu viel verlangt. Aber ein Film, der es schafft, in der ersten halben Stunde Woodkid gleich zweimal zu vergewaltigen, bleibt damit vermutlich nur konsequent.

"Wollen wir anschliessend nach Amsterdam?"
„Wollen wir anschliessend nach Amsterdam?“

Für vierzehnjährige Teenie-Mädchen ist Divergent mit seiner vorhersehbaren Story und der blassen Figuren bestens geeignet. Wer mehr will, ist mit The Hunger Games besser bedient.

5 Sterne

  • Nicoletta

    Der Film war eine Qual. Es gibt wenig schlimmeres als (weibliche) Hauptfiguren, die durch die Story eigentlich als extra krass und unabhängig beschrieben werden, tatsächlich aber wie das Gegenteil davon wirken.

    Da war mir sogar The Mortal Instruments lieber. Der hatte zwar eine klassischere Story und eine wesentlich weniger tolle Austattung, aber dank Lilly Collins wenigstens eine ordentliche Hauptfigur.

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