The Lion King (1994)

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DisneyThirty2

„Oh yes, the past can hurt. But from the way I see it, you can either run from it, or learn from it.“

In den Pride Lands der afrikanischen Steppe herrscht der Löwenkönig Mufasa. Als seine Frau ihm einen Sohn, Simba, gebärt, heckt Mufasas finsterer Bruder einen Plan aus, um selber an die Macht zu kommen. Mit der Shakespeare-Adaptation The Lion King erreicht meine Disney Thirty-Rezensions-Serie einen weiteren Höhepunkt – das Savannenmusical kann man wohl guten Gewissens als erfolgreichsten Animationsfilm bezeichnen. Dabei war dies lange nicht so selbstverständlich, wie das heute ist. Wie bei so manchem Projekt der Ära Katzenberg ging auch The Lion King ein langwieriger und anstrengender Prozess voraus, der sich über mehrere Jahre erstreckte und alle Beteiligten einiges an Nerven abverlangte. Entstanden ist dabei ein wunderschöner Film.

Mit dem Kult, der um The Lion King existiert, würde ich vermutlich für jedes kritische Wort zum Film gefoltert werden. Doch keine Sorge: Der Film hat mir auch bei der (erst) zweiten Sichtung bestens gefallen. Und ja, auch ich hatte meine liebe Mühe, die Tränen bei gewissen Szenen zurückzuhalten. Die Geschichte ist berührend und kann durch ihre abwechslungsreiche Gangart gefallen. Dem Regie-Duo Rob Minkoff und Roger Allens gelingt es zudem, die Kernaussage des Films – nämlich, dass es nichts bringt, vor der Vergangenheit wegzurennen – differenziert, aber unmissverständlich zu vermitteln. Dabei präsentieren sie uns einige ikonische Figuren wie den gütigen Mufasa oder seinen verräterischen Bruder, die zudem mit starken Synchronsprechern (James Earl Jones, respektive Jeremy Irons) aufwarten. Einzig mit dem Faulenzerduo Timon und Pumbaa, die in diesem Film als Comic Relieves agieren, hatte ich so meine Mühe – ich fand die Beiden leider nur selten komisch, was vermutlich auch daran liegt, dass ich Fart Jokes und derengleichen verabscheue wie die Pest.

Ich habe im Zuge der Rezensionen zur Disney Renaissance viel über die technischen Neuerungen, die bei Disney seit The Little Mermaid Einzug hielten, geschrieben – namentlich die immer stärkere Nutzung von 3D-Techniken oder der Integration des quasi hauseigenen Systems CAPS. Mit The Lion King schöpfen die Macher nun endlich das Potential dieser Mittel, mit denen man sich in der Vergangenheit immer wieder schwergetan hat, aus. Ganz generell kommen wir bei diesem Film in den Genuss technisch einwandfreier Animationsarbeit. Das Design der für einmal nicht anthropomorphen Figuren kann gefallen – auch wenn sich die Abwesenheit von Animator Glen Keane, der zu diesem Zeitpunkt mit Pocahontas beschäftigt war, deutlich bemerkbar macht. Doch nicht nur die Figuren, auch die Hintergründe und das Setting des Films sind sauber gestaltet und zeigen, dass sich die Macher eingängig mit der Steppe befasst haben. Auch musikalisch kann The Lion King auftrumpfen: Das Dreigespann Hans Zimmer, Tim Rice und Elton John schafft eingängige Titel, von denen manch einer auch heute noch zu den modernen Popklassikern zählt.

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Mit The Lion King schaffen Rob Minkoff und Roger Allens einen berührenden Film, der dank tollen Bildern und starken Songs definitiv zum Besten zählt, was das Studio in seinem bereits über 80 Jahre umfassenden Kanon geschaffen hat. Spätestens jetzt steht fest: Die Disney Renaissance fetzt!

9 Sterne

  • Julian

    Bei mir hat der Film nicht gefunkt. Vllt. habe ich ihn auch erst zu spät gesehwn, mit Anfang 20, in meiner No-Disney-Phase. Daher verstehe ich den Hype um den Film auch nicht, ähnlich wie bei Little Nemo. Aber wie das immer so ist: Mit den Jahren bewertet man Filme anders. Evtl. gebeich dem noch einmal eine Chance.

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