St. Vincent (2014)

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„What’s your name?“ – „Vincent, the old guy.“

Vincent MacKenna ist ein Vietnam-Veteran und Alkoholiker, der sich so gut es geht von anderen Menschen fernhält. Als ihn seine neue Nachbarin Maggie darum bittet, auf ihren Sohn Oliver aufzupassen, lässt sich Vincent nur widerwillig überreden. Mit St. Vincent präsentiert der amerikanische Filmemacher Theodore Melfi sein Regiedebüt, das in diesem Jahr bereits am Toronto International Film Festival für Furore gesorgt hat.

Was mir an St. Vincent so gut gefallen hat, ist, dass der Film den Spagat zwischen Witz und Ernst so geschickt meistert. Was anfänglich noch nach einer leicht verdaulichen Feel-Good-Buddy-Comedy klingt, erweist sich mit zunehmender Laufzeit als tiefschürfende Charakterstudie, bei der einem nicht selten das Lachen im Hals stecken bleibt. Da verzeiht man dem Film dann auch gerne den ein oder anderen kitschigen Moment zum Schluss hin.

St. Vincent ist ganz klar die Show von Bill Murray. Der Altstar liefert in dieser Dramedy eine beeindruckende Leistung ab, die meiner Meinung nach durchaus als oscarwürdig bezeichnet werden darf. Auch sein Co-Star, der junge Jaeden Lieberher, spielt überzeugend auf, und auch die beiden weiblichen Darstellerinnen, Naomi Watts als russische Stripperin und die erstaunlich seriöse Melissa McCarthy können gefallen.

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St. Vincent ist einer der besten Filme des diesjährigen Zurich Film Festival. Das berührende Indie-Werk kann mit bissigem Humor und erstaunlich viel Tiefe, sowie einem Bill Murray in bestechender Form punkten.

9 Sterne

  • donpozuelo

    Wie konnte ich den nur übersehen??? Freue ich mich auf jeden Fall schon sehr drauf!!!! 😀

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  • Roger

    hab ich nicht „übersehen“, lediglich keinen Kommentar verfasst, da ich absolut einer Meinung bin mit Dir. TOP!

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  • Natascha

    „…den ein oder anderen kitschigen Moment zum Schluss hin.“

    Habe den Film gestern gesehen und fand ihn wirklich super – bis zum Schluss. Dieses total gesucht kitschige rührselige Ende trieft vor amerikanischem Pathos und war einfach nur furchtbar und hat schlussendlich den ganzen, absolut hochstehenden und feinfühligen Film kaputt gemacht. Hier wäre etwas weniger deutlich mehr gewesen.

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