Manglehorn (2014)

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„There’s always tomorrow. But I’m telling you, Clara, I’m losing hope in tomorrow.“

Der seit einigen Jahren geschiedene Schlosser A.J. Manglehorn trauert noch immer seiner Jugendfreundin Clara nach. Und auch wenn seine Briefe an Clara immer wieder als unzustellbar zurückgeschickt werden, gibt Manglehorn die Hoffnung nicht auf, Clara eines Tages wiederzusehen. David Gordon Green ist vorallem bekannt als Regisseur von lockeren Komödien, konnte sich in den letzten Jahren aber dank intelligenter Indie-Dramen einen Ruf als ernstzunehmender Filmemacher erarbeiten. Und auch wenn Manglehorn diesbezüglich ein bisschen missglückt ist, ändert sich nichts daran, dass Green ein geschickter Regisseur ist.

Letztes Jahr erschienen gleich zwei Filme von Green: Der düstere und unangenehme Joe und die lockere Indie-Dramedy Prince Avalance. Manglehorn ist verglichen damit eine milde Enttäuschung im Filmschaffen des quirligen Amerikaners. David Gordon Greens neuem Film muss man ankreiden, dass ihm die zentrale Message und damit eine gewisse Dringlichkeit fehlt. Es ist eine solide Geschichte, die uns da aufgetischt wird, aber leider will es nie richtig funken – trotz starker Momente, wie des ersten Aufeinandertreffens von Vater und Sohn.

Immerhin setzt der Regisseur mit Al Pacino auf einen herausragenden Hauptdarsteller, der über viele der erzählerischen Schwächen hinwegtäuschen kann – wenn auch nicht über alle. Pacino, der in den vergangenen Jahren ein bisschen von der Leinwand verschwunden ist, hat offensichtlich nichts von seiner Spielfreude eingebüsst und ist auch in der Rolle des verletzlichen und wehmütigen A.J. Manglehorn so stark wie eh und je. Es wäre schön, wenn er weitere solche Rollen annehmen würde – vorausgesetzt, es steht auch ein brauchbares Drehbuch dahinter.

Nach Nicolas Cage holt David Gordon Green für Manglehorn mit Al Pacino eine weitere 90er-Ikone aus der Versenkung. Pacino ist auch wirklich gut, nur tut ihm das orientierungslose Script leider keinen Gefallen und so bleibt Manglehorn ein durchschnittlicher Film, den man rasch vergessen hat.

5 Sterne

Das 10. Zurich Film Festival zeigt Manglehorn am 5. Oktober um 20.45 Uhr (Arthouse Le Paris).

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