The Hunchback of Notre Dame (1996)

Hunchback

DisneyThirty1

„Nobody wants to stay cooped up here forever.“

Der entstellte Glöckner Quasimodo lebt verborgen in der Kathedrale von Notre Dame in Paris. Liebend gern würde er sich unter die Leute mischen – doch sein Meister, der strenge Richter Frollo warnt ihn vor der Intoleranz der Menschen. Mit The Hunchback of Notre Dame adaptiert Disney nach Beauty and the Beast eine weitere französische Erzählung. Neben Les Misérables zählt dieses Buch zu den bekanntesten Werken von Victor Hugo.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr auf Wolke 7 schwebt und dann jäh zurück auf den Boden der Realität geschleudert werdet? Ein bisschen, wie wenn man vom schrillen Wecker aus dem schönsten Traum gerissen wird. So erging es mir bei der Sichtung von The Hunchback of Notre Dame. Bisher wurde ich von der Disney Renaissance regelrecht verwöhnt – ein starker Film folgte auf den Nächsten. Was man von dieser Literaturadaptation leider nicht behaupten kann. The Hunchback of Notre Dame krankt unter anderem daran, dass er religiöse Themen anschneiden will, denen aber nicht genügend Raum gibt.

Irgendwie ging hier einfach alles schief, denn der Film lässt einen auf allen Ebenen kalt. Die gehetzte und wirre Story verliert immer wieder den Fokus und wird mit zunehmender Laufzeit immer anstrengender. Das Charakterdesign ist alles andere als überzeugend und irritiert zudem durch nicht immer ganz stimmige Proportionen. Einzig Quasimodo und Frollo können gefallen, doch auch da hätte mehr dringelegen – die Abwesenheit von Glen Keane zeigt sich bei diesem Film spürbar. Frollo selber ist einer der wenigen Pluspunkte dieses unglücklichen Filmes. Der gnadenlose Richter ist ein ikonischer Schurke, dessen Gesangseinlage Hellfire zudem zu den einzigen brauchbaren Songs auf dem Soundtrack zählt.

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The Hunchback of Notre Dame ist der bisher schlechteste Disney-Film den ich gesehen habe. Und dabei waren meine Erwartungen gar nicht einmal so hoch, doch diese Buchverfilmung schafft es, auf allen Ebenen zu enttäuschen.

2 Sterne

  • Alice

    Blasphemie, das!
    Ich mag den Hunchback sehr gerne, eben genau weil er für Disney atypische Themen anschneidet in ‚Hellfire‘ aber auch in ‚God help the Outcasts‘.
    Meine Lieblingscharaktere im Film sind definitiv Frollo und Esmeralda, letztere unter anderem, weil sie eben genau keine Prinzessin ist, sondern sich was sie hat hart erkämpft und dennoch alles weggibt für diejenigen, die es dringender brauchen… Meiner Meinung nach wunderschön dargestellt in ‚God help the Outcasts‘.

    Der Film ist bei weitem nicht perfekt und kann sich irgendwie nicht ganz entscheiden, was seine Message nun ist.
    Aber eine 2/10 erscheint mir viel zu krass.

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  • Kim

    Du bist ganz schön streng! 😀 Es stimmt ja schon, dass es nicht der allerbeste Disney Film, aber soooo schlecht fand ich ihn selbst nicht.

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  • Alice

    @Owley: „Halbpatzig, lustlos und langweilig“ kommen mir nicht in den Sinn bei dem Film.
    Dass die Songs – mit Ausnahme der zuvor genannten – nicht sonderlich bemerkenswert sind, stimme ich dir zu.
    Aber ’nicht sonderlich bemerkenswert‘ heisst für mich lediglich, dass ich von dem Film ausser God help the outcasts und Hellfire nichts in meiner iTunes library habe, nicht dass ich sie zum einschlafen finde.
    Ich kann deine Negativität hier echt nicht nachvollziehen.

    Aber naja. Geschmäcker und so.

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  • Julian

    Als der damals raus kam, fiel mir vor allem auf, dass sich keiner in meinem Umfeld, selbst die Disneyfans, für den Film begeistern konnten. Das Charakterdesign gefällt mir nicht, hinzu kommt, dass Victor Hugos Roman sehr vielschichtig ist und nicht im Ansatz als Disneyfilm funktionieren kann. Das wäre so, als würde man sich an Büchners Woyzeck oder De Sades 120 Tage versuchen. Die Geschichte ist einfach nicht kindgerecht genug.

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