Hercules (1997)

Hercules

DisneyThirty1

„But, Father, I’ve defeated every single monster I’ve come up against. I’m… I’m the most famous person in all of Greece. I’m… I’m an action figure!“

Durch eine List des fiesen Gottes Hades wird Hercules, der Sohn des Göttervaters Zeus zu einem Sterblichen. Aus diesem Grund muss er sein Leben auf der Erde im Exil verbringen. Innerlich weiss der mit überirdischen Kräften ausgestattete Hercules, dass sein Platz woanders ist – doch erst wenn er sich als Held beweist, kann er auf den Olymp zurückkehren. Für meine Kritik zu The Hunchback of Notre Dame habe ich vergangene Woche viel Unverständnis und enttäuschte Reaktionen geerntet. Schliesslich hatte ich mich, gemein wie ich bin, einfach so an einem childhood favorite vergriffen. Ob ich mit meiner Rezension vom Nachfolge-Disney Hercules ebenfalls für lange Gesichter sorge, erfahrt ihr nach dem Klick.

Dass man sich bei Hercules nicht wirklich um die Umstände der Vorlage schert, ist angesichts der nicht wirklich kinderfreundlichen Ausgangslage alles andere als überraschend – und insofern sind die zahlreichen Änderungen an der Story auch verschmerzbar. Wer jetzt denkt, die Macher hätten keine Ahnung von der griechischen Sagenwelt, irrt aber gewaltig. Die zahlreichen liebevollen Details und witzigen Referenzen auf ebendiese sprechen da eine deutliche Sprache. Schliesslich ist das nicht der erste Trip in die Ferne für das Regie-Duo John Musker und Ron Clements, die nach einer dänischen Volkssage und einer Geschichte aus dem arabischen Raum nun also eine Sage aus dem Altertum umsetzen. Hercules ist aber nicht nur ein Film über das alte Griechenland, er widerspiegelt auch selber ein Zeitdokument: Mit den sportlichen Outfits, der Superheldenthematik und dem persiflierten Merchandising-Wahn outet sich der Film ganz klar als Kind der 90er.

Was mir im Vergleich zu The Hunchback of Notre Dame ebenfalls positiv auffällt: Man merkt dem Film deutlich an, dass die Beteiligten ihren Spass damit hatten. Und so bekommen wir mit Hercules nicht nur einen witzigen Helden, über den sich auch die Macher liebend gerne lustig machen – nein, der Film hat mit dem schmierigen Hades auch einen der charismatischsten Bösewichte der Disney Renaissance. Auch Danny DeVito als Danny DeVito Satyr Philoctetes, Hercules‘ mürrischer aber liebenswürdiger Trainer muss an dieser Stelle erwähnt werden. Was den Look betrifft, wagen sich die Macher auf neues Terrain: Die Technik wurde an den Stil der griechischen Vasenmalerei angepasst, was den Machern zusätzliche Freiheiten im Charakterdesign verschafft. Und ausserdem finden so auch die fünf singenden Erzählerinnen, die auf einer solchen Vase zuhause sind, ihren Platz in diesem Film.

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Hercules ist ein weiteres eindrückliches Beispiel für die Qualität und Experimentierfreude, die Disney in den 90ern an den Tag legte. Die Umsetzung der Geschichte um den griechischen Sagenhelden ist ein kurzweiliger Spass, der auch technisch zu überzeugen weiss.

8 Sterne

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