The Theory of Everything (2014)

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„There should be no boundaries to human endeavor. We are all different. However bad life may seem, there is always something you can do, and succeed at. While there’s life, there is hope.“

Der Student Stephen Hawking lernt an der Universität in Cambridge die Literaturstudentin Jane Wilde kennen – schnell ist klar, dass die aufgeweckte Jane für Stephen die Frau fürs Leben ist. Als bei Stephen die unheilbare Krankheit ALS diagnostiziert wird, und ihm gesagt wird, dass er noch wenige Jahre zu leben hätte, beschliesst Stephen, dass er die Zeit, die ihm noch bleibt, maximal nutzen will – sowohl in privater, als auch in wissenschaftlicher Hinsicht. Es kommt immer wieder vor, dass mehrere Filme in einem Jahr dieselbe Geschichte erzählen – vor zwei Jahren gab es zwei eher dürftige Verfilmungen des Schneewittchen-Stoffes und in diesem Jahr kloppten sich gleich zwei Inkarnationen des Herkules auf den Kinoleinwänden (wobei es zum Glück nur einer bis zu uns schaffte).

Eine ähnliche Parallele gibt es im Fall von The Theory of Everything und Interstellar, zwei Filmen, die sich mit Quantenphysik, im Speziellen mit Schwarzen Löchern befassen. Während uns Chris Nolans Interstellar basierend auf diesen Theorien mit fantastischen Bildern eine mögliche Zukunft schildert, bleibt James Marsh im Biopic The Theory of Everything nahe an der Realität: Er wagt den Blick zurück auf das bewegte Leben von Stephen Hawking.

Marsh erzählt Hawkings Biografie nicht nur anhand seiner Errungenschaften im Bereich der Physik, er räumt auch seinem Privatleben genügend Platz ein. Wir erfahren viel über seine Beziehung zu Jane Wilde, die Hawking später heiratet und die ihm bei all den Rückschlägen seines Lebens tatkräftig zur Seite steht – und die selbst, als sie mit der Krankheit längst überfordert ist, ihrem Mann den Rücken stärkt. Jane ist ganz klar der stärkste Charakter dieses Films, was vermutlich auch der Buchvorlage geschuldet ist, die von Jane selber verfasst wurde. Nichtsdestotrotz überzeugt auch Felicity Jones, die Jane im Film verkörpert, auf der ganzen Linie. Mit diesem Film dürfte Jones auch endlich Hollywood auf sich aufmerksam gemacht haben.

Auch Eddie Redmayne kann in der Rolle des Stephen Hawking überzeugen, seine Darbietung ist sowohl glaubwürdig als auch respektvoll gegenüber dem Wissenschaftler. Doch nicht nur die Darsteller gefallen in The Theory of Everything, auch Regisseur James Marsh macht einen guten Job. Es ist extrem faszinierend, zu beobachten, wie er das allmähliche Scheitern dieser anfangs noch perfekten Beziehung geschickt inszeniert. Marsh nutzt alle ihm verfügbaren Stilmittel, von der Bildkomposition bis zum Schnitt, um dieses langsame Auseinanderdriften der Beiden anzudeuten – sodass die Trennung der bis heute gut befreundeten Stephen und Jane schliesslich nicht mehr wirklich überraschend folgt.

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The Theory of Everything ist ein solider Film eines Regisseurs, der genau weiss, worauf es ihm ankommt und somit nicht der Versuchung erlegen ist, sein Biopic mit unwichtigen Details zu überladen. Die Liebesgeschichte zwischen Stephen Hawking und seiner Frau Jane steht hier klar im Vordergrund – und dank der beiden wunderbar aufspielenden Darsteller Eddie Redmayne und Felicity Jones macht das auch wirklich Spass.

8 Sterne

  • donpozuelo

    Spricht mich trotzdem nicht so richtig an, auch wenn ich von überall höre, wie gut der Film und gerade Redmayne doch ist. Aber jetzt, wo es zum Oscar-Countdown geht, werde ich mir den vielleicht doch mal anschauen…

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  • Illegitim

    Ich würde ja eher in Frage stellen, dass sich der Film mit Quantenphysik befasst (eher noch mit Theologie), ansonsten: Jau.

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  • The Theory of Everything (2014) | Illegitim.

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