Four Lions (2010)

FourLions

„I may ask you to blow yourself up, but I will never ask you to piss in your own mouth.“

Die muslimischen Freunde Omar, Waj, Faisal, Barry und planen einen terroristischen Anschlag in Grossbritannien. Doch bereits bei der Planung läuft einiges schief: Während Omar und Waj aus einem pakistanischen Trainingscamp für Terroristen verbannt werden, weil sie versehentlich Osama Bin Laden getötet haben, scheitern Faisals Versuche, eine Bombe an eine Krähe zu binden, kläglich. Dennoch sind die schussligen Dschihadisten fest entschlossen, ihren Plan bis zum Ende zu bringen. Obwohl Four Lions ein grosser Erfolg in Sundance war (und angeblich dafür sorgte, dass die Terrorgefahrenstufe in den UK am Tag nach der Premiere angehoben werden musste), wollte den Film in den USA lange kein Verleiher in die Kinos bringen. Auch in der Heimat hatte es der Film nicht zuletzt wegen seiner brisanten Thematik nicht immer leicht.

Obschon Four Lions mittlerweile fünf Jahre auf dem Buckel hat, hat die Satire vom Chris Morris nichts von seiner Aktualität eingebüsst. Im Gegenteil: Nach den Anschlägen von Boston oder nach den Geschehnissen von Paris Anfang Januar ist der Film schon wieder beängstigend aktuell. Und wie auch bei den Attentätern in Frankreich handelt es sich bei den Protagonisten von Four Lions um in die Gesellschaft integrierte Muslime. Doch wer jetzt denkt, dass Chris Morris gegen die Anhänger einer Religion wettert, oder diese sogar in den Dreck zieht, irrt. Vielmehr kritisiert er den radikalen Terrorismus anhand eines aktuellen und realistischen Beispieles. Die Religion der Figuren ist da völlig sekundär und bildet allerhöchstens den Rahmen für diese Satire.

Provokativ ist Four Lions auf jeden Fall, doch nicht um der Provokation willen. Morris geht es um die Figuren, mit denen wir, trotz ihrer Ziele paradoxerweise schnell mitfiebern. Das gelingt dem Regisseur, der den Schauplatz fast zu keinem Zeitpunkt von seinen Protagonisten wegrückt, unter anderem mithilfe der wackligen Kameraführung und den intimen Einstellungen, die sich immer nahe an den Figuren bewegen. Und auch deren Darsteller, allen voran Riz Ahmed und der herrlich aufspielende Nigel Lindsay (ein Name, den man sich meiner Meinung nach unbedingt merken sollte) leisten ihren Beitrag zur Identifikation mit den Figuren. Es ist denn auch die Einfachheit, mit der uns Chris Morris für dieses charismatische Terror-Quartett begeistern kann, die Four Lions so brisant macht.

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Four Lions ist eine bissige Satire auf den Terror, bei der einem immer wieder das Lachen im Hals stecken bleibt. Die Protagonisten spielen wunderbar, und die Pointen zünden. Und selbst Benedict Cumberbatch tut mit – was will man da noch mehr?

8 Sterne

  • Findolfin

    Das Spezielle an diesem Film ist vor allem auch, dass es einige Szenen hat, in denen man eigentlich nicht Lachen sollte, aber man einfach nicht anders kann.

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