Chappie (2015)

Chappie

„I’m consciousness. I’m alive. I’m Chappie.“

Nach wiederholten Angriffen auf Polizisten beschliesst die Regierung von Johannesburg, auf Roboter-Polizeitruppen zu setzen. Deon Wilson, der Entwickler dieser „Scouts“, denkt bereits weiter und versucht, die Polizeitruppen mit künstlicher Intelligenz zu versehen. Als sein Prototyp in die Hände zweier durchgeknallter Gangster fällt, nimmt das Chaos seinen Lauf. Chappie von Neill Blomkamp sorgte im Vorfeld bereits für Aufsehen, als Meldungen kursierten, dass die Rapper von Die Antwoord die Dreharbeiten zur Hölle gemacht haben sollen. Ein bisschen fürchtete ich darum, dass die Präsenz des Trash-Duos dem Film allenfalls schaden würde – doch das Gegenteil ist der Fall.

Mit Chappie verfilmt Regisseur Neill Blomkamp zum zweiten Mal einen eigenen Kurzfilm. Anders als Alive in Joburg, der für District 9 Pate stand, kann Tetra Vaal mit einer Laufzeit von 80 Sekunden eigentlich nicht wirklich als Kurzfilm bezeichnet werden. Dennoch ist es spannend, sich diese Vorlage anzusehen (was man hier tun kann), da sie dem Zuschauer Blomkamps Faszination für SciFi vor sozialpolitischem Hintergrund deutlich zeigt. Auch in Chappie ist dieses Interesse erkennbar, wenngleich die dem Film zugrunde liegende Story ganz klar bei RoboCop abgeguckt ist – selbst der nicht ganz fehlerfreie ED-209 bekommt bei Blomkamp ein modernes Gegenstück.

Dabei ist Chappie die konsequenteste Umsetzung von Blomkamps Vision eines trashig-futuristischen Südafrika, was zu grossen Stücken auch der Verdienst von Die Antwoord ist, die im Film als eine leicht verzerrte Version ihrer selbst zu sehen sind. Die beiden charismatischen Rapper sind mit bescheidenem Schauspieltalent ausgestattet, was aber ins Gesamtbild dieses abgedrehten Films passt, in dem ein kleiner Roboter mit einem Plastikhuhn bewaffnet Autos ausraubt. Überhaupt ist Chappie das Highlight dieses Films, ein „Baymax gone bad“, der als Projektionsfläche für die wirren Ideen zweier Aussenseiter dient. Verkörpert wird der ulkige Roboter von Sharlto Copley, der eindrücklich beweist, dass sein Maleficent-Desaster lediglich ein Ausrutscher war.

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Mit Chappie ist Neill Blomkamp ein herrlich absurder Film gelungen, der Sci-Fi und Trash gekonnt verbindet. Der Streifen funktioniert dank seines brisanten Themas, der geschickt orchestrierten Action – und nicht zuletzt wegen seines gut besetzten Casts.8 Sterne

  • Fox

    Huch, und mir war so, als ob der Film nicht gut ankommt…
    hm, na ja, den Kinobesuch habe ich wohl nun verpasst :/

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  • donpozuelo

    Jupp… ich muss ja gestehen, dass „Chappie“ der erste Blomkamp-Film ist, der mir wirklich von Anfang bis Ende gut gefallen hat. 😀

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  • donpozuelo

    @Owley: Ich fand „District 9“ okay, hat mich aber auch nie so wirklich vom Hocker gehauen. Da hatte ich irgendwie gehofft, dass dieser Doku-Stil den ganzen Film durch anhält… es ging mir dann irgendwann doch zu sehr in diesen Action-Fim über.

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