Cinderella (2015)

Cinderella

„Have courage and be kind.“

Als erst ihre Mutter und anschliessend auch ihr Vater stirbt, ist die junge Ella den Launen ihrer Stiefmutter und ihrer beiden Stiefschwestern ausgeliefert. Doch Ella bleibt hoffnungsvoll, dass sich ihr Leben doch noch irgendwann zum Guten wenden wird. Ein königlicher Ball bietet die ideale Gelegenheit, aus ihrem tristen Alltag auszubrechen.

Kenneth Branagh, der neue Franchisenkönig Hollywoods, wagt sich mit Cinderella an das nächste Grossprojekt – der Prinzessinnenfilm mit Lily James und Richard Madden ist eine Real-Umsetzung des animierten Klassikers.

Mein Problem mit Cinderella ist, dass die Macher sich nicht entscheiden konnten, was sie wollten. Ich habe kein Problem mit Realverfilmungen von Disney-Filmen, doch sie sollten sich meiner Meinung nach entscheiden ob sie sich an die Vorlage halten wollen, oder nicht. Tim Burton wusste das und machte ganz etwas Eigenes. Robert Stromberg wusste das ebenfalls und knüpfte mit seinem Film an die Vorlage an. Kenneth Branagh wusste das nicht und macht mit Cinderella einfach irgendetwas. Sein Film ist optisch und vom groben Inhalt eine klare Umsetzung des Disney-Klassikers, traut sich aber offenbar weder, den Grundton des Films, noch dessen Songs (jawohl, das ist ein Kritikpunkt, Freunde!) zu übernehmen. Dass die Songs dann in den Credits doch noch alle auftauchen, grenzt fast schon an Hohn.

Branagh wirft aber nicht alles über den Haufen – er bleibt all jenen Dingen treu, die wir an der Vorlage hassen. So kommen wir in den Genuss der Chipmunk-Mäuse, die wir diesmal nicht verstehen, die uns aber auch so auf den Sack gehen. Und natürlich ist es kein Cinderella-Film ohne unterwürfige Protagonistin, die sich ihr Leben von anderen Leuten ins Lot bringen lässt. Gespielt wird sie von Lily James – ein Name, den man sich vermutlich nicht merken muss. Denn, wenn von Cinderella etwas in Erinnerung bleibt, dann dass der Film unfassbar schlecht besetzt ist. Die beiden Hauptdarsteller sind langweilig, und die beiden grossen Namen im Cast, Cate Blanchett und Helena Bonham Carter sind schlimme Fehlbesetzungen.

Cinderella2

Cinderella dürfte keine Mühe haben, mit seinem Kitsch, den telenovela-würdigen Schauspielleistungen und dem veralteten Frauenbild sein Publikum zu finden. Ich bleibe dennoch dabei: Kenneth Branagh hat dem Original mit dieser Realverfilmung bestenfalls eine böse Stiefschwester gezimmert.

3 Sterne

  • weltdeswissens

    Hach… damnlats (TM): Henry V… lange ist es her…

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  • vera

    Ha ne ned gseh. Aber dis Schlosswort esch sehr schön dxDb

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  • weltdeswissens

    Da war ich tatsächlich noch in der Schule und bin ständig ins Kino gegangen. Gute alte Zeit (TM).

    Jung bin ich immer noch *räusper*

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  • franziska-t

    Wow, das ist ja eine echt miese Bewertung. Ich verstehe, dass der Film wirklich arg kitschig ist, aber das muss ja nicht zwangsläufig schlecht sein. Märchen sind halt so. Mir hat CINDERELLA trotz einer grundsätzlichen Abneigung gegen Disneys Recyclingwut (Zeichentrickvorlage into Realverfilmung) super gefallen.

    Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2015/03/06/cinderella-omu-2015/

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