Kaze no Tani no Naushika (1984)

NausicaaAnimontag

„Sie kann den Wind lesen wie ein Buch!“

Nachdem er mit Rupan Sansei: Kariosutoro no Shiro (Das Schloss des Cagliostro) eine Quasi-Auftragsarbeit ablieferte, setzte Hayao Miyazaki mit seinem zweiten Film ein persönliches Projekt um. Kaze no Tani no Naushika (Nausicaä aus dem Tal der Winde) ist die Verfilmung seines gleichnamigen Manga-Epos. Der Film, der nur lose auf der zu diesem Zeitpunkt wenig fortgeschrittenen Vorlage basiert, erzählt von einer postapokalyptischen Zukunft. Nach einem brutalen Krieg breitet sich ein giftiger Pilzwald auf der Erde aus, das „Meer der Fäulnis“. Die Prinzessin des durch seine günstige Lage vor den Sporen geschützte Tal der Winde, Nausicaä, strebt ein friedliches Zusammenleben zwischen der Natur und der Menschheit an. Es brauchte mehrere Anläufe, bis ich in dieser überladenen Story ganz durchblickte, doch mittlerweile stört mich die Komplexität dieses Films nicht mehr so stark wie früher. Dennoch ist das holprige Storytelling eine der hauptsächlichen Schwächen dieses Filmes.

Kaze no Tani no Naushika deckt mehrere Themenbereiche ab, die Hayao Miyazakis Karriere auch in späteren Jahren massgeblich prägen. Der japanische Filmemacher prangert in seinem Film den Umgang des Menschen mit der Umwelt an und zeigt die Folgen von Kriegen, die auf Kosten der Natur ausgetragen werden. Miyazaki schlägt in diesem Film aber noch hoffnungsvollere Töne an als er das 13 Jahre später im deutlich düstereren Mononoke Hime (Prinzessin Mononoke) tun wird. Die Fliegerei ist allgegenwärtig im Schaffen von Hayao Miyazaki – und das ist auch in Kaze no Tani no Naushika nicht anders. Die dynamischen Flugszenen wurden – gerade im Vergleich zu den ansonsten sehr simplen Animationen – für ihre Zeit sehr gekonnt umgesetzt und können sich auch heute noch sehen lassen. Weniger gut gealtert ist dagegen der allzu dominante Synthesizer-Score von Joe Hisaishi, der im Schaffen des Komponisten stark abfällt.

In Kürze:

Kaze no Tani no Naushika ist ein wirrer Film, den man mehrmals gesehen haben muss, um wirklich durchzublicken. Das macht Hayao Miyazakis Steampunk-Ökofabel aber nicht weniger kultig – alleine schon wegen den ikonischen Bildern und den starken Animationen sollte man diesen Film nicht verpassen.

Wertung:

4 von 5 wutentbrannten Ohmus

  • donpozuelo

    Ja, das mit dem „Wirr“ stimmt vollkommen. Was aber auch daran liegt, dass Miyazaki den Manga extrem einkürzt bzw. zu dem Zeitpunkt damit noch nicht fertig war (ich weiß nicht genau, wie es war). Auf jeden Fall erzählt der Film ja wirklich nur einen Bruchteil der eigentlichen Geschichte, was man dem Ganzen, wie ich finde, auch immer ein bisschen anmerkt.

    Den Manga kann ich auf jeden Fall nur empfehlen. Da wird noch einmal ne ganz andere Sache aus der Geschichte… viel beeindruckender und noch epischer.

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  • Julian

    Die Musik funktioniert m.E. ganz gut. Die spätere Symphonikversion mag ich gar nicht, weil gerade diese entrückten Synthesizerklänge schon ziemlich besonders sind und dem Film eine sehr gute Atmosphäre verpassen. Dem ungeachtet mag ich einerseits die tollen Bilder des Films, andererseits ist er halt schon etwas verwirrend und zäh.

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