Heidi (2015)

Heidi

„Man hat uns eine komplett verwilderte und ungebildete Kreatur ins Haus gebracht!“

Ambitionierte Schweizer Grossproduktionen haben – ein bisschen wie unsere Nationalmannschaft bei wichtigen Spielen – die Fähigkeit, es trotz guter Vorzeichen am Ende doch irgendwie zu verbocken. Und so blieb ich trotz hoher Erwartungen an die Heidi-Verfilmung von Alain Gsponer bis zum Schluss skeptisch. Das wäre nicht nötig gewesen, denn der Schweizer Regisseur liefert mit dieser Verfilmung der wohl urschweizerischsten aller Erzählungen eine schöne Arbeit, die sich auch ausserhalb der Landesgrenzen sehen lassen kann. Gsponer erzählt die bekannte Geschichte über das kleine Mädchen Heidi, das beim Alpöhi in den Bergen ein unbeschwertes Leben führt, bis es von seiner Tante nach Frankfurt geschickt wird, wo es unglücklich im Haushalt einer angesehenen Familie lebt, ohne grosse Überraschungen. Es sind die ernsthaften, sozialkritischen Töne, die der Regisseur immer wieder anschlägt, die überraschen.

Nicht, dass Heidi dadurch weniger kitschig wäre. Auch Gsponers Umsetzung kommt nicht ohne saftig grüne Alpwiesen, stahlblaue Himmel und lachende Kinder aus. Das einseitige Bild dieser Postkartenschweiz relativiert der Filmemacher aber ziemlich schnell, indem er ernste Themen wie Armut und soziale Ausgrenzung anspricht. Trotz allem ist Heidi aber ein äusserst hoffnungsvoller Film, den man einfach gern haben muss. Die charismatische Hauptdarstellerin Anuk Steffen trägt diesen Film und stellt selbst den grossen Bruno Ganz mit ihrer Verkörperung der kleinen Heidi in den Schatten. Überhaupt sind die Darsteller in diesem Film alle sehr gut besetzt, das Niveau der Darbietungen ist hoch – seien das die vor Energie nur so sprühenden Kinderdarsteller, der herrlich grummlige Bruno Ganz, Hannelore Hoger als einfühlsame Grossmama Sesemann oder natürlich die fiese Frau Rottenmayer alias Katharina Schüttler.

In Kürze:

Alain Gsponers Heidi ist kitschig aber nie schmalzig – ein wunderschöner Film mit einer tollen Hauptdarstellerin und tollen Bildern.

Wertung:

5 von 5 weichen Brötchen

  • Sumi

    Hab ich am 23. Dez im Kino geguckt und fand den herzallerliebst! <3

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  • franziska-t

    Mir hat der Film auch sehr gut gefallen. Natürlich ist die Geschichte eine Heile-Welt-Geschichte und bildet nicht unbedingt die Realität ab, aber das braucht es auch gar nicht. Der Cast ist durch die Bank weg sympathisch (von Bruno Ganz hätte ich gerne noch mehr gesehen) und auf den Filmsong von Gitti und Erika wurde glücklicherweise verzichtet.

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  • donpozuelo

    Ich nehm meine Heidi nur von Miyazaki 😀

    (Und wo bitte ist der gute Onkel Abrams aus deinem Header hin??? 😉 )

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