30 unter 30

Alle paar Jahre kürt das Branchenmagazin Schweizer Journalist die besten 30 Talente im Schweizer Journalismus. Dieses Jahr befindet sich zum ersten Mal ein Karikaturist auf der Liste: Moi.

Ich freue mich sehr, dass ich mich heuer zu den «Besten 30 unter 30» zählen darf, und mich dabei erst noch in wunderbarer Gesellschaft befinde: Benjamin von Wyl, Oliver Fuchs oder die grossartige Claudia Schildknecht sind auch dabei. Auch die Shortlist ist hochkarätig besetzt mit den talentierten Linda Koponen und Thi My Lien Nguyen.

Die ganze Ausgabe gibt es hier zum Bestellen oder Downloaden. Eine Auswahl meiner Arbeiten für die Zürichsee-Zeitung gibt es hier.

Das Making-Of zu «Roar»

Zwei Trickfilmstudenten, zwei Saurier, achtundvierzig Stunden und am Ende steht ein kurzer Film: «Roar» erzählt die Geschichte eines gemütlichen Dinos, der sich gegen einen fiesen Widersacher beweisen muss. Der einminütige Kurzfilm von Ramón Arango und mir, der am Filmfest Bremen mit dem Preis für den besten animierten Kurzfilm ausgezeichnet wurde, ist jetzt online.

Die erste Idee zu «Roar» entstand vor ziemlich genau vier Jahren, als wir im zweiten Jahr unseres Bachelorstudiums an der Hochschule Luzern ein angewandtes Animationsprojekt mit einem Kunden umsetzen sollten. Für Cartoon Network entwickelte ich eine Idee für einen superkurzen Ident über zwei streitende Dinosaurier. Die Geschichte schaffte es damals jedoch nicht über den Pitch hinaus und landete in der Folge wieder in der Schublade. Stattdessen setzte ich zusammen mit Kerstin Zemp und Isabella Luu ein anderes Projekt für das Studio um.

Erste grobe Storyboardskizze zum Film

Eine Bieridee

Ein Jahr später: Ramón Arango und ich sitzen spätabends in der Gewerbehalle in Luzern bei unserem vermutlich nicht ersten Bier. Ramón, der die Idee über die beiden Dinos schon damals toll fand, schlägt vor, sie auf eigene Faust als Kurzfilm umzusetzen. Und nicht nur das: Der Film soll an einem einzigen Wochenende entstehen. Nicht zuletzt dank sehr wenig Schlaf und viel Koffein gelingt es uns, in 48 Stunden einen kurzen Dinofilm zu basteln. Einen Einblick in unseren Gemütszustand gibt dieses Making-Of:

Das Ziel ist es, der ursprünglich für einen zehnsekündigen Spot angedachten Geschichte etwas mehr Substanz zu verleihen, ohne dabei das Projekt unnötig aufzublasen. So entsteht ein etwas mehr als einminütiger Kurzfilm, der in nur wenigen Aspekten von der Originalidee abweicht.

Stimmen und Musik

Es dauert aufgrund unserer Abschlussarbeiten noch einmal ein halbes Jahr, bis die noch stummen Dinosaurier schliesslich ihre Stimmen bekommen. Eingesprochen werden die Dinos von Ramón und mir und dank Benjamin Lüthold und Thomas Gassmann bekommt der kurze Film auch eine schicke Geräuschekulisse. Unser guter Freund Jan Willem de With sorgt mit seinem wunderbar cartoonigen Orchestersoundtrack zudem für die perfekte musikalische Untermalung. Die Musik wurde im Sommer 2017 von einem Orchester an der Zürcher Hochschule der Künste live eingespielt.

Mit Jan setzte ich 2017 übrigens auch die Musik zu meiner Vögelsatire «Foglä» um – Jan wurde für seinen beschwingten Soundtrack an den Los Angeles Film Awards in diesem Jahr mit einem Preis für die beste Musik ausgezeichnet. Und weil aller guter Dinge drei sind, wird Jan auch die Musik zu «Jurassic Ark» schreiben, der Quasi-Fortsetzung zu «Roar», an der Ramón und ich seit einigen Monaten sitzen. Der Film, den wir ebenfalls an einem Wochenende initiiert haben, wird im kommenden Jahr erscheinen und stellt die Frage, was gewesen wäre, wenn die Dinos von ihrem tragischen Schicksal gewusst hätten.

Status Quo: Mai

So ein Lebenszeichen ab und zu, das sei schon gut, hat mir das Mami gesagt. Und weil ich inzwischen einen Punkt im Leben erreicht habe, wo man erkennt, dass das Mami amigs wirklich Recht hat, gebe ich also mal wieder so ein Lebenszeichen von mir.

Ja, es geht mir gut.

Ich habe inzwischen ein schönes Plätzli in Emmenbrücke gefunden, wo ich mir ein Atelier mit Roli, Marina und Tino und vielen anderen tollen Menschen teile und ab und zu kalten oder warmen Kaffee trinke. Juhui! Dort arbeite ich an meinen grossen und kleinen Projekten, mehr dazu dann später einmal.

Was ich aber sagen kann: Soeben habe ich meine 50. Karikatur für die Zürichsee-Zeitung abgeliefert – das ist bereits die 18. in diesem Jahr. Dass es schon soviele sind, liegt auch daran, dass ich seit Kurzem jeden Samstag einen gezeichneten Rückblick auf die Woche in der Zürichsee-Region werfen darf. Keine leichte Aufgabe, muss ich doch mit jeder Illustration gleich drei Regionalausgaben bedienen – aber eine, die mir immer wieder aufs Neue enorm viel Spass bereitet.

Und das war meine Fünfzigste:

Mit dem Frühling scheinen auch meine Filme in Fahrt zu kommen:

Foglä wird vom 1.-6. Mai am Anifilm in Třeboň (Tschechien) als Midnight Screening gezeigt. Zwei Wochen später dann folgt ein persönliches Highlight dieses eigentlich ja noch jungen Jahres: Mein Kurzfilm geht nach Cannes ans Filmfestival! Auf Einladung von Animation Nights New York darf ich Foglä dort präsentieren – und das erst noch an meinem Geburtstag. Das hätte ich mir selbst in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können.

Auch Roar, dem zweiten Kurzfilm, den ich letztes Jahr zusammen mit Ramón fertiggestellt habe, geht es gut. Er stellt sich Ende Mai dem Wettbewerb des Kinderfilmfestivals VAFI & RAFI in Varaždin (Kroatien), wo er in der Kategorie der Kurzfilme für 0-6-jährige Zuschauer gezeigt wird.

Vom 10. bis 12. Mai werde ich zudem wieder mit einem Stand an der Fantasy Basel vertreten sein und es wäre natürlich schön, wenn jemand vorbeikommt und mir Hallo sagt! Ihr findet mich in der Halle 2.2 in der Artist Alley (616 bei den kleinen Tischen).

Und zuguterletzt gilt es noch, eure Aufmerksamkeit auf zwei Filmscreenings im Mai zu lenken: Am 9. Mai findet im Kosmos in Zürich die Vorpremiere zu Isle of Dogs in Zusammenarbeit mit Maximum Cinema statt – wenn ihr den Film noch nicht gesehen habt, solltet ihr euch diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, zumal ich auch da sein und den Film anmoderieren werde. Tickets gibt’s hier.

Dasselbe werde ich auch am 23. Mai tun, wenn es im Poolkino in Luzern heisst: «Hey, girl…» Im letzten Screening der Saison zeigt der coolste Filmclub der Stadt einen Film mit Ryan Gosling, der euch hoffentlich ins Schwitzen und Schmachten bringt. Welcher Film gezeigt wird, könnt ihr auf Facebook auswählen, der Eintritt ist wie immer 5 Stutz. Ich würde mich freuen, wenn sich ein paar bekannte Gesichter unters Publikum mischen.

Aber jetzt hoffe ich, eurem unbändigen Drang nach Lebenszeichen Genüge getan zu haben und widme mich wieder meinen Projekten. Ich hoffe, ihr versteht.

Die Wutbürger

Eine kleine Hintergrundstory zu einer Illustration und ihren Varianten:

Vergangene Woche schrieb mich Andrea, eine Redaktorin der Zürichsee Zeitung an, und bat mich um Ideen zu einem von ihr verfassten Artikel. Es ging darin um ein Postulat einiger bürgerlichen Parteien, die wollen, dass Eltern ungezogener Schüler mit einer Busse bestraft werden können. Ich liebe solche schrägen Themen, weil sie eine gute Basis für eine überspitzten Illustration bieten.

Eine meiner ersten Ideen war der ungezogene Trump, wie man ihn oben sieht. Normalerweise brauche ich mehrere Anläufe, aber in diesem Fall war ich überzeugt, dass das die bestmögliche Karikatur zum Thema war. Auch auf der Redaktion kam die Illustration gut an, aber es stellte sich heraus, dass sie an meinem Timing zu scheitern drohte. Denn: Am gleichen Tag sollte in der Zeitung meine wöchentliche Karikatur zu sehen sein, die den Besuch des US-Präsidenten in der Schweiz zum Thema hatte. Zweimal Trump, das war dann doch etwas viel, das war sogar mir bewusst.

Ganz klein beigeben wollte ich dann aber doch nicht und schlug eine Variation dieser Karikatur vor, bei der Trump durch den Sion-Präsidenten Constantin ersetzt wurde. Dieser war vor einigen Monaten in den Schlagzeilen, als er auf einen TV-Kommentatoren einprügelte. Mir gefiel dabei die Dynamik in der Karikatur, wohingegen die erste ein bisschen statisch wirkte. Dort war ich aber mit dem frech grinsenden Mini-Trump umso mehr zufrieden. Das Problem bei der zweiten Version war, dass der «Fall Constantin» zwar medial ausgeschlachtet wurde, aber ziemlich schnell auch wieder vergessen war. Die Karikatur würde in dieser Form also nur bedingt funktionieren, weshalb wir diese Variante begruben.

Am Ende kam dann aber doch alles wie es sollte: Das Datum des Artikels hatte sich um fast eine Woche nach hinten verschoben, sodass die Trump-Variante nun wieder passte. Den fertigen Artikel kann man hier nachlesen, und ich bin natürlich sehr froh, dass es am Ende doch gut ausgegangen ist für den kleinen, blonden Despoten.

Owley an der Gezeichnet 17

Seit knapp zwei Jahren zeichne ich im Auftrag der Zürichsee-Zeitung und nun darf ich zum ersten Mal einige dieser Arbeiten ausstellen. Zusammen mit 45 anderen Schweizer KarikaturistInnen bin ich Teil der Gezeichnet 17, der jährlichen Werkschau der Pressezeichner im Museum für Kommunikation in Bern. Für mich ist das eine riesengrosse Ehre und ich freue mich enorm zusammen mit diesen grossartigen Zeichnern abzuhängen.

Einen kleinen Übersicht über meine Arbeiten für die Zürichsee-Zeitung findet man in meinem Portfolio.

Die Gezeichnet 17 läuft vom 15. Dezember 2017 bis und mit 28. Januar 2018, die genauen Öffnungszeiten (speziell über die Festtage) kann man der Website des Museum für Kommunikation entnehmen. Am 14. Dezember um 18 Uhr wird die Ausstellung in Anwesenheit der Karikaturisten (inklusive meiner Wenigkeit) und einiger politischer Persönlichkeiten eröffnet.

Weitere Informationen über die Werkschau und die Teilnehmer gibt’s auf der offiziellen Website der Veranstaltung.

Winterthur ist Cupsieger

Am Samstag traten die Basketballerinnen des BC Winterthur zum Schweizer Cupfinal an – den sie mit 61:59 gegen das favorisierte Fribourg für sich entschieden. Herzliche Gratulation an das ganze Team – und speziell auch an meinen Buddy Roger, der die A-Teams des BCW als Athletic Coach betreut. Umso mehr fühle ich mich natürlich geehrt, diese Mannschaft zu meinen Clients zu zählen

FOGLÄ Produktionsblog

In den letzten Monaten habe ich ja immer wieder von meinem Abschlussfilm erzählt, inzwischen ist bereits die eigentliche Produktionsphase meines dreiminütigen Animationskurzfilms FOGLÄ angelaufen. Dazu habe ich einen Produktionsblog eingerichtet, auf dem ich in den nächsten Monaten laufend über die Arbeit am Film berichten werde. Viel Spass beim Lesen 🙂

TGBIS 2016

tgbis16

Wie jedes Jahr habe ich auch im 2016 mein Trinkgeld in ein bärenförmiges Kässeli getan, das ich Ende Monat plündern werde. Das Trinkgeldbärliinhaltschätzis (kurz: TGBIS) gibt es diesmal bereits zum vierten Mal und es wird auch das vorerst letzte Mal sein – per Ende Jahr habe ich meinen Job im Kino gekündigt, um mich ab Januar auf meinen Abschlussfilm konzentrieren zu können.

Wenn ihr den Inhalt meines Trinkgeldbärli richtig schätzt, könnt ihr also neben einer kleinen Wunschzeichnung von mir auch die Ehre gewinnen, die letzte Person gewesen zu sein, die das TGBIS für sich entschieden hat. Hurra!

Hier einige hard facts:

  • Ich arbeite jeweils Samstag und Sonntag, seit Oktober nur noch alle zwei Wochenenden (ca. 400 Arbeitsstunden)
  • Im Trinkgeldbärli hat es alles zwischen 5 Rappen und 2 Franken – Nötli hats keine.
  • Es hat auch noch ein, zwei ausländische Münzen. Ich werde die dann umrechnen.
  • Das Trinkgeldbärli hat die Masse 4 x 6.5 x 5.5 Zentimeter – das sind 143 Kubikzentimeter.
  • So sieht das Trinkgeldbärli aus.
  • Das Kässeli ist fast voll, nur mit grösster Mühe bringe ich noch etwas hinein.
  • Bisherige Inhalte:
    2013: 82.05
    2014: 66.78
    2015: 61.45
  • Ihr habt Zeit bis am 1. Januar um 12 Uhr – bis da darf aber auch noch Geld ins Kässeli hinein, sofern ich welches erhalte.
  • Ich habe selber keinen Plan, wieviel dadrin ist.

Nachtrag vom 1. Januar 2017:

Das Kässeli ist geleert, alles wurde gezählt und einmal mehr zeigt sich 2016 von seiner fiesen Seite: Heuer gab es noch einmal massiv weniger Trinkgeld für mich als noch 2015, nämlich 55 Franken und 85 Rappen. Damit konnte sich der freie Fall auf dieses Jahr hin stabilisieren.

tgbis2016_stat

Ausser der Welt des Wissens hat niemand mit einem so tiefen Wert gerechnet, sie liegt mit ihrer Schätzung von 53 Franken und 72 Rappen auch am Nächsten. Und nicht nur das: Wenn ich von einer netten Kundin gestern nicht 2 Franken Trinkgeld erhalten hätte, hätte sie um nur gerade 9 Rappen daneben gelegen.

Doch auch ohne verteufelt gute Schätzung sichert sich die Frau von Welt die letzte TGBIS-Krone, und das, wo die Gute die Hoffnung eigentlich schon längst aufgegeben hatte:

Also doch irgendwie ein versöhnliches Ende für dieses Scheissjahr.

Gülenverdacht

ZSZ_Richterswil

Normalerweise werde ich bei Karikaturen für die Zürichsee Zeitung im Vorfeld angefragt. Manchmal eine Woche im Voraus, manchmal auch erst am Vortag. Dann kann ich mich – je nachdem, wieviel Zeit ich dafür habe – dem Thema widmen und eine Illustration ausarbeiten. Es kommt aber auch vor, dass ich schon vorher etwas sehe, das interessant sein könnte, und ungefragt eine Arbeit einsende. In diesem Fall ist das Risiko, dass es nichts wird, ziemlich hoch. Einerseits, weil die Zeitung ja ohne mich geplant hat, andererseits, weil die Zeit bis zum Redaktionsschluss meist sehr knapp bemessen ist.

Am Dienstagabend las ich in der Zeitung von einer Geschichte über die Badi Richterswil. Diese blieb für einige Tage gesperrt, weil der Verdacht bestand, dass es im Wasser Gülle hatte. Meine Einsendung kam erst nach Redaktionsschluss an, weshalb sie für den nächsten Tag nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Und am Folgetag wurde das Thema nur noch in einer Randnotiz behandelt, weshalb die Illustration am Schluss dann doch keine Verwendung fand.

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