Owley x Juniqe

Juniqe

Vor einigen Jahren habe ich drei minimalistische Plakatsujets zu den alten Star Wars-Filmen gestaltet. Die Idee dieser Poster war, anhand der Transportmittel von Luke Skywalker dessen Aufstieg vom Bauernjungen zum Helden der Galaxis, zu illustrieren. Im Hinblick auf den neuen Film habe ich meine Designs noch einmal überarbeitet und zusätzlich drei Plakate zu den Prequels, sowie eines zu The Force Awakens entwickelt, in denen Anakin Skywalker, beziehungsweise Rey (Solo?) im Vordergrund stehen.

Und jetzt der Grund für das ganze Tamtam: Ihr könnt diese sieben Sujets nun bei Juniqe beziehen. Der Berliner Postershop bietet meine Plakate exklusiv zum Verkauf an – als Plakatdrucke, Postkarten, Handyhüllen und sogar Notizbücher.

Hier kommt ihr zu meiner Künstlerseite.

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Yume to Kyōki no Ōkoku (2013)

Yume

„Filmmaking only brings suffering.“

Es kommt sehr selten vor, dass ich mir Dokumentarfilme ansehe. Ich konnte mich nie wirklich für diese Erzählform erwärmen – dass das ignorant und doof ist, weiss ich eigentlich ja auch. Trotzdem ist es fast drei Jahre her, seit ich mit The Imposter meine bis dato letzte Dokumentation gesehen habe, wenn man jetzt einmal von den zahlreichen Sichtungen von Banksys genialer Mockumentary Exit Through The Gift Shop absieht. Für Yume to Kyōki no Ōkoku (The Kingdom of Dreams and Madness) der japanischen Dokumentarfilmerin Mami Sunada habe ich mich wieder einmal mit einem Beitrag des Genres befasst. Der Film blickt hinter die Kulissen des renommierten Studio Ghibli und gibt Einblicke in die turbulente Produktion der Filme Kaze Tachinu (The Wind Rises) von Hayao Miyazaki und Kaguya-Hime no Monogatari (Die Legende der Prinzessin Kaguya) von Isao Takahata. Sunada fokussiert sich bei ihrem Film vorallem auf Miyazaki, den sie auf Schritt und Tritt begleitet. Es gelingt ihr, diese unberührbar wirkende Ikone des Animationsfilms zu demystifizieren und ihm als Menschen zu begegnen.

Miyazaki ist ein inspirierender Künstler, der sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruht und auch mit über 70 Jahren noch bemüht ist, sich selber zu verbessern. Sunada zeigt uns in Yume to Kyōki no Ōkoku aber auch einen verbitterten alten Mann, der von der Welt enttäuscht wurde. Im Zuge der Atomkatastrophe von Fukushima hat er den Glauben an die Regierung, aber auch die Gesellschaft allmählich verloren. Was auch auffällt, ist dass Hayao Miyazaki, so unbeholfen er zeitweise wirkt, diese Plattform, die ihm Sunada bietet, offenbar ganz bewusst zu nutzen weiss. Er erzählt viel aus seinem Leben und zeigt sich generell als weisen Patron dieses legendären Studios – kritischen Fragen muss sich Miyazaki kaum stellen. Hier hätte ich mir von der Regisseurin mehr Initiative und Nachdruck und vorallem mehr Mut erhofft. Ihr Respekt und ihre Achtung vor Hayao Miyazaki stehen da einem etwas differenzierteren Bild offenbar im Weg.

In Kürze:

Mami Sunadas Dokumentarfilm Yume to Kyōki no Ōkoku gibt einen spannenden Einblick in das Schaffen eines der legendärsten Filmstudios der Welt – der Blick auf die Animationsikone Hayao Miyazaki bleibt aber stets oberflächlich und damit recht brav.

Wertung:

4 von 5 abgenutzten Bleistiften

Kurenai no Buta (1992)

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Nur ein fliegendes Schwein ist ein gutes Schwein!

Vor einigen Jahren machten Gerüchte die Runde, dass Hayao Miyazaki an einer Fortsetzung zu Kurenai no Buta (Porco Rosso) arbeiten würde, die einige Jahre nach dem originalen Film spielen soll und einen deutlich gealterten Titelhelden zeigen soll. Aus dem Projekt wurde nie etwas und nun, wo Miyazaki im Ruhestand ist, wird das wohl auch nichts mehr werden. Schade eigentlich, denn anders als bei vielen Filmen des japanischen Regisseurs hätte ich mir einen zweiten Teil von Kurenai no Buta gut vorstellen können. Der Film über einen schweinischen Piloten, der an der Adria gegen Luftpiraten kämpft und immer stärker ins Visier der faschistischen Geheimpolizei gerät, ist Miyazakis ehrlichstes Werk. Auch technisch kann der Film überzeugen. Die Animation ist einwandfrei und der Soundtrack von Joe Hisaishi weiss in den richtigen Momenten zu berühren.

In Kurenai no Buta gibt sich Hayao Miyazaki so politisch, wie nie zuvor. Kaze no Tani no Naushika (Nausicaä aus dem Tal der Winde) und Tenkū no Shiro no Rapyuta (Das Schloss im Himmel) thematisieren zwar auch die Folgen des Krieges, doch so direkt wie in diesem Film war er noch nie. Den Aufstieg der Faschisten macht er zur eigentlichen Bedrohung des Films, die wie ein Schatten über die romantische Welt der wagemutigen Fliegerasse fällt. Dass er keine Liebe für die damalige Regierung und ihre Sympathisanten übrig hat, macht Miyazaki deutlich. „Ich bin lieber Schwein als Faschist“, erwidert Porco Rosso auf die Rekrutierungsversuche eines Majors. Der zynische Pilot mit dem Schweinekopf ist ein charismatischer Held, einer von der gleichen Sorte wie Humphrey Bogart. Ein einsamer Cowboy, der das Rennen gegen die Zeit längst verloren hat.

In Kürze:

Kurenai no Buta ist einer von Miyazakis Besten – ein berührendes Drama über einen Helden, der seine besten Tage hinter sich hat.

Wertung:

5 von 5 feuerroten Flugmaschinen

Star Wars: Episode IV – A New Hope (1977)

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„Use the Force, Luke!“

Nach über sechs Jahren rezensiere ich auf meinem Blog endlich jene Filme, ohne die Kino für mich nur halb so viel Spass machen würde. Dabei habe ich mich dazu entschlossen, die Filme in der chronologischen und nicht in der numerischen Reihenfolge zu besprechen. Ich finde, man sollte die Filme auch in dieser Reihenfolge schauen – und ich will schliesslich auch Bezug nehmen auf die originalen Filme, wenn ich dann bei den Prequels angekommen bin. Darum starte ich mit dem Film, mit dem alles begann: Star Wars, oder wie er später benannt wurde, Star Wars: Episode IV – A New Hope. Ein Aspekt, der diese Episode für mich von den anderen Star Wars-Filmen abhebt und einzigartig macht ist seine Erzählstruktur. Wir werden in dieser uns fremden Welt nicht mit unzähligen Figuren konfrontiert, sondern langsam in die Geschichte eingeführt. Die Geschichte wandert mit den Charakteren – von den Droiden zu Luke, von Luke zu Obi-Wan, von Obi-Wan zu Han Solo, von Han Solo zu Leia. Dieser Aufbau der Erzählung ermöglicht es uns, einen Überblick über diese weit, weit entfernte Galaxis zu bekommen, ohne gleich von der Fülle an Charakteren und den unterschiedlichen Motivationen überfordert zu sein. Prinzessin Leia ist eine der zentralen Figuren der Rebellion, die gegen die Übermacht der Imperialen kämpft. Auf Initiative des Jedi-Ritters Obi-Wan Kenobi retten Luke Skywalker und der Schmuggler Han Solo sie aus den Fängen des düsteren Darth Vader und geraten dadurch selber ins Visier des Imperiums.

Mit Vader präsentierte uns George Lucas vor bald vierzig Jahren einen Bösewicht, der die Filmgeschichte massgeblich prägte. Der schwarzgekleidete Hüne mit der Atemmaske ist aus der Filmlandschaft nicht mehr wegzudenken – kaum ein Bösewicht ist so cool und bedrohlich wie Darth Vader, dem James Earl Jones die Stimme leiht. Die Figuren in A New Hope sind ohnehin alle perfekt besetzt. Der junge Mark Hamill mimt den naiven Bauernjungen Luke Skywalker während Carrie Fisher die toughe Prinzessin Leia spielt. Die Schau stiehlt den Beiden aber Harrison Ford, der durch seine Rolle als smarter Schmuggler Han Solo zur Schauspielikone wurde. Die Altstars Sir Alec Guiness als Obi-Wan Kenobi und Peter Cushing als Grand Moff Tarkin verleihen dem Film den nötigen Glamour, ohne die eigentlichen Helden in den Schatten zu stellen. Was Star Wars zudem einzigartig macht, ist sein „used-future“-Look. Alles sieht abgenutzt und verbraucht aus, die Raumschiffe sind rostig und die Kleider verfilzt. Diese anti-idealistische Zukunft, trägt, zusammen mit den handgemachten Effekten massiv zur Authenzität dieses Universums bei. Und Star Wars wäre natürlich nicht Star Wars ohne die Musik die John Williams für diese Filmreihe schrieb. A New Hope bringt uns zum ersten Mal die grandiosen Melodien – wie das epische Titelstück oder das mystische „Force Theme“. Und natürlich nicht zu vergessen: Das ikonische Stück, das die Band in der Cantina spielt.

In Kürze:

Es ist Star Wars, was soll ich da noch sagen? A New Hope ist ein wundervoller Film, der mich mit seinen illustren Figuren, bahnbrechenden Effekten und der wunderschönen Musik von John Williams immer wieder aufs Neue verzaubert.

Wertung:

5 von 5 zerstörten Heimatplaneten

Star Wars According to Frau Laura: Prinzessin der Galaxie

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Es gibt Dinge, die gibt’s gar nicht. Und dann es gibt Menschen, die noch nie Star Wars gesehen haben. So wie ich, die Frau Laura. Der Owley fand das so faszinierend, dass er mich auf seinen Blog eingeladen hat, um mich hier zum Deppen zu machen und über die Filme zu faseln, die im Moment wegen des neuen Kinofilms wieder in aller Munde liegen — und dabei euch Star Wars-Fangirls und -boys zu unterhalten. Owley wird mir wöchentich Stills aus den Filmen, die er dann am darauffolgenden Freitag reviewen wird, zur Verfügung stellen. In meiner Gastbeitragsreihe Star Wars According To Frau Laura bespreche ich diese dann, aus der Perspektive eines Unwissenden. Should be fun. Heute geht’s los mit zwei Bildern aus dem ersten Film, Star Wars: Episode IV – A New Hope.

Zunächst muss ich aber erst einmal etwas debunken. Owley hat euch in seiner Ankündigung nämlich zu glauben gegeben, ich hätte null Ahnung von Star Wars. Stimmt schon, irgendwie, aber als Serien- und Filmfan ist es aber absolut unmöglich Star Wars-Referenzen zu entkommen. Ein bisschen wahlloses, kontextloses Wissen über das Franchise weise ich also schon vor — sei es durch Ross und Rachels Sexleben oder durch die “Nerdcharaktere” aus den verschiedensten TV-Serien.

Nun aber zum ersten Still.

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„Welchem Gegenüber will Han da eine klatschen? Und überhaupt: Wo sind die Lightsaber??“

Natürlich weiß ich, wen wir hier haben: Luke und Leia, das Pärchen, das beinahe Inzucht beging —ein Spoiler dem absolut nicht zu entgehen ist, wenn du dich im Internet bewegst— und Han Solo mit seiner unvergleichlichen Brusthaar-V-Neck-Westen-Kombo. Die Frage stellt sich nun, was die Drei da treiben. Han Solo hat seine Waffe und sein Bitchface gezückt. (Ist ein “hansolosbitchfaces”-Tumblrlog schon existent?) Luke und Leia schauen arg unbeeindruckt aus. Es muss sich hier auf jeden Fall um ein Face-Off handeln. Vielleicht wurde hier ein Kidnapping-Versuch vereitelt? Leia ist ja Prinzessin. (Frag mich nicht wovon. Der Galaxie? Des Universums?) Und Luke und Han? Springen hier als Leibwächter ein!

Leia ist also umgeben von diesen zwei starken Kerlen und hält sich direkt mal an Hans Bizeps fest, wie sich das so für eine Damsel in Distress gehört. (Und sowieso, wer kann es ihr verachten, richtig?) Nun könnte sie ihn aber auch zurückhalten wollen. Meines —zugestanden, möglicherweise durch irgendwelche feministisch angehauchten Tumblr-Posts manipulierten— Halbwissens nach, kann Prinzessin Leia sich ganz gut selbst behaupten. Harrison Fords Filmographie gibt mir das Gefühl, dass Han Solo ein Hitzkopf sein kann. Wenn sie ihn aber zurückhält… wovor? Einer Sache bin ich mir allerdings fast sicher: Leia wird hier beschützt, sei der Schutz von ihr gewollt, oder unerwünscht. Aber welchem Gegenüber will Han da eine klatschen? Und überhaupt: Wo sind die Lightsaber??

Ich sag’ es euch: Lightsaber kriegen nur Jedi-Meister! (Ja, den Terminus kenne ich auch!) Und Han… ist weit entfernt vom Jedi-Dasein. Han ist ein Rowdy! Zumindest spricht sein Outfit nicht dafür, dass er hier in irgendeiner offiziellen Position vor Ort wäre. Wahrscheinlich ist er irgendwie in diese Situation reingerutscht und, einmal geblinkt, kann er jetzt auf einmal die Position als Leias Co-Leibwächter auf seinem Lebenslauf aufführen. (Das mag er warscheinlich gar nicht. Zitat Han Solo: “So hatte ich mir meinen Donnerstag jetzt aber nicht vorgestellt. Prinzessinnen retten. Zukünftigen Jedis zeigen wo’s lang geht. Muss ich mein Brusthaar-Waxing schon wieder absagen.” Wie das eben so ist.)

Soviel also zum ersten Still. Moving on.

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„Vielleicht weiß er ja, dass Luke und Leia Geschwister sind und schaut der Flirterei zwischen den Beiden mit Argwohn entgegen.“

Hier kann ich besten Gewissens sagen: Ich habe keine Ahnung, wer dieser Typ ist. Ohne da jetzt irgendwie beleidigend sein zu wollen, er sieht irgendwie aus wie eine Kreuzung zwischen Tywin Lannister aus Game of Thrones und einem Pavian. Er scheint irgendein General zu sein? Zumindest lässt die Uniform und dessen Bestickung, und auch sein Alter, darauf zurückschließen. Sein Stirnrunzeln könnte entweder seine Sorge oder seine Skepsis gegenüber einer Sache bedeuten. (Vielleicht weiß er ja, dass Luke und Leia Geschwister sind und schaut der Flirterei zwischen den Beiden mit Argwohn entgegen. Ha!)

Ist er ein Baddie oder ein “Goodie”? Kann ich so jetzt nicht sagen. Irgendwie sieht er so aus, als wäre er eigentlich einer der “Guten”, aber, aus irgendwelchen persönlichen Gründen, wie das halt immer so ist, arbeitet er der bösen Seite zu. Es ist vielleicht nicht jedem möglich, einer Einladung wie “Come to the Dark Side” zu widerstehen. Besonders wenn’s da Cookies gibt.

SPECTRE (2015)

Spectre

„You are a kite dancing in a hurricane, Mr Bond.“

Eins vorneweg: Meine Review zum neuen James Bond-Film kommt (leider) nicht ohne Spoiler aus. Wer diese vermeiden möchte, soll sich lieber gleich den Film ansehen. Und dann wieder zurückkommen und weiterlesen.

SPECTRE beginnt klassisch: Nach 13 Jahren bringt Sam Mendes für das 24. James Bond-Abenteuer endlich wieder die klassische Gunbarrel-Eröffnungs-Sequenz zurück – was bei uns an der Premiere des Schweizer James Bond-Fanclubs mit tosendem Applaus quittiert wurde. Schon SkyFall wagte einen ersten Schritt zurück zum Bond-Flair der früheren Filme und wurde vom Publikum und der Kritik dafür belohnt – logisch, dass auch SPECTRE auf die „alte“ Erfolgsformel setzt. Um ganz sicherzugehen hat man zu diesem Zweck die titelgebende Organisation wiederbelebt. In den Büchern und alten Filmen machte dieser Geheimbund (Special Executive for Counterintelligence, Terrorism, Revenge and Extortion) 007 regelmässig das Leben schwer, bevor den Filmemachern in den 70ern die Rechte an der Organisation entzogen wurden. Erst vor zwei Jahren einigten sich die Produktionsfirma und die Erben des Rechteinhabers, sodass SPECTRE nun endlich wieder für Terror, Rache und Erpressung sorgen darf. In diesem Film tut sie das vorwiegend durch Terroranschläge, die die Regierungsvertreter der ganzen Welt wiederum dazu veranlassen, stärkere Überwachungsmassnahmen zu ergreifen. Da diese auch den MI6 ins Visier nehmen, steht plötzlich James Bonds berufliche Sicherheit auf dem Spiel – was ausgerechnet jetzt, wo er SPECTRE allmählich auf die Schliche kommt, ziemlich ungünstig ist.

Viel von dieser Organisation sehen wir im Film noch nicht. Dafür begegnen wir aber ihrem Kopf, dem mysteriösen Franz Oberhauser. Der von Christoph Waltz gespielte Bösewicht ist der Sohn des Mannes, der den jungen Bond nach dem Tod dessen Eltern bei sich aufnahm. Gewohnt charismatisch rückt Christoph Waltz‘ Fiesling seinem Adoptivbruder auf die Pelle. Es dauert nicht lange, bis sich der Perserkatzenfreund Oberhauser unter seinem richtigen Namen vorstellt: Ernst Stavro Blofeld. Wie schon bei Star Trek Into Darkness überrascht dieser Twist niemanden so richtig und trägt lediglich dazu bei, dass ich jetzt eine Spoilerwarnung brauche, was irgendwie auch schwachsinnig ist. Der charismatische Kopf von SPECTRE stellt sich Bond als Drahtzieher hinter den Machenschaften von Le Chiffre und Quantum in Casino Royale und Quantum of Solace vor. Er gibt zudem an, in Silvas Plan, M zu ermorden involviert gewesen zu sein. Hier zeigt sich ein bisschen die Verzweiflung der Drehbuchautoren, die die von ihnen geschaffene Organisation Quantum (damals als Ersatz für SPECTRE die man nicht nutzen konnte), jetzt irgendwie rechtfertigen müssen. Das geht soso lala auf, aber man nimmt es ihnen nicht lange übel.

SPECTRE hat andere Vorzüge, die einen die wirre und vollgepackte Story vergessen machen. Die packende Eröffnungssequenz am Dia de los Muertos ist eine der besten ihrer Art – und überhaupt stimmt in diesem Film die Action. Sam Mendes dreht hier voll auf und bietet rasante Verfolgungsjagden in Mexiko City, Rom, Sölden oder London. Das sind noch längst nicht alle Locations, die 007 in diesem Film besucht, womit klar sein dürfte, warum der Film soviel gekostet hat. Auch die Schauspieler können durchs Band weg überzeugen: Daniel Craig spielt den von der Vergangenheit eingeholten Bond mit einem Charme, den man in seinen ersten Filmen ein bisschen vermisst hat, während Léa Seydoux ein Bond-Girl spielt, das zwar noch immer gerettet werden muss, sich aber auch durchaus selber zu helfen weiss. Und natürlich ist hier auch Dave Bautista zu erwähnen, der als wortkarger Handlanger Mr. Hinx eine Wucht ist. Auch die Abteilung London, Ralph Fiennes, Naomie Harris und Ben Whishaw wird in diesem Film stärker in den Fokus gerückt und ich habe immer mehr Freude an diesem M, dieser Moneypenny und – ganz speziell – diesem Q.

Und trotzdem ist SPECTRE bei Weitem kein SkyFall. Das liegt sicher auch daran, dass der Film zu viel erklärt und zu wenig erzählt. Er muss erst die vergangenen Filme an die neue Storyline anpassen, bevor er dann eine irgendwie ziemlich gehetzte Geschichte über einen Überwachungsstaat und Datenkraken (pun intended) erzählen kann. Er wirkt dabei wie ein langer Trailer für einen richtigen Bond-Film, bei dem sich 007 und Blofeld dann ohne Mysterien und Geheimnisse aufs Dach geben. Denn darum wird es in den nächsten Filmen zwangsläufig gehen. Was an SPECTRE ebenfalls ziemlich ernüchternd ist, ist die Musik. Nicht nur Sam Smiths Writing’s on the Wall (das im Zusammenspiel mit dem Vorspann schon viel weniger nervt), auch der Score von Thomas Newman entlockt mir bestenfalls ein müdes Gähnen. Der Stammkomponist von Mendes rezykliert lustlos einen Grossteil seiner Themen für SkyFall, und verzichtet fast gänzlich darauf, Smiths Titelstück in den Score einfliessen zu lassen. Diese Arroganz resultiert in einem bedeutungslosen Score, den 007 nicht verdient hat.

In Kürze:

SPECTRE ist ein starker Bond-Film, der hält, was er verspricht. Während zweieinhalb Stunden bietet Sam Mendes gute Action, die von Kameramann Hoyte van Hoytema gut eingefangen wird. Christoph Waltz überzeugt als Bösewicht – trotz sehr wenig Screentime – während Daniel Craig die Hauptrolle gewohnt stark spielt.

Wertung:

4 von 5 Mickey-Mouse-Referenzen

SPECTRE Poster

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Im vergangenen Frühling hatte ich Lust, ein Posterkonzept zu SPECTRE zu gestalten. Mir geht es dabei in erster Linie darum, Bildideen zu visualisieren und mit Techniken zu spielen. Ich hatte auf Setfotos aus Österreich Bilder von einem Flugzeugwrack gesehen und sofort ein Bild dieses abstürzenden Fliegers vor Augen. Die Umsetzung und das Farbzusammenspiel meines Postersujets gefielen mir, weshalb ich beschloss, dass ich das Bild veröffentlichen wollte.

Dann flog ein echtes Flugzeug gegen einen Berg und ich verbuddelte den Ordner mit diesem Bild ganz tief auf meinem Rechner.

Erst kürzlich fiel mir wieder ein, dass ich damals noch etwas zum Film gestaltet hatte. Ich habe den Film mittlerweile gesehen und weiss, dass ich diese Szene ein wenig falsch verstanden habe. Trotzdem will ich jetzt aber auch gar keine Anpassungen mehr vornehmen. So wie es ist, gefällt mir das Poster nämlich ganz gut.

Majo no Takkyūbin (1989)

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„Ich finde diese Stadt toll, Jiji!“ – „Freu dich bloss nicht zu früh!“

Meine letzte Sichtung von Majo no Takkyūbin (Kikis kleiner Lieferservice) liegt schon einige Jahre zurück. Anlässlich der Hayao Miyazaki-Retrospektive im Zürcher Filmpodium habe ich mir diesen Film wieder einmal angesehen und festgestellt, dass Miyazakis Kinderbuchverfilmung nichts von seiner Schönheit eingebüsst hat – auch wenn mich die Längen dieses Filmes stärker störten als noch zuvor. Die Geschichte von Majo no Takkyūbin ist schnell erzählt: Die kleine Hexe Kiki zieht von zu Hause aus, um sich in einer Grossstadt niederzulassen – ein Jahr muss sie dort überstehen, um eine echte Hexe zu werden. Der Film schildert, was Kiki in dieser Stadt widerfährt, und wie sie sich nach anfänglicher Unsicherheit allmählich einlebt. Hayao Miyazaki schafft einen berührenden Film über das Erwachsenwerden – ein Vorgang, den er wunderbar anhand seiner kleinen Protagonistin illustriert.

Kiki ist eine charismatische aber auch unsichere Protagonistin, mit der sich der Zuschauer schnell identifiziert – schliesslich wissen wir alle, wie das ist, wenn wir uns plötzlich in einer uns fremden Welt wiederfinden. Joe Hisaishis mal verspielter, mal melancholischer Soundtrack gibt das Gefühlschaos der kleinen Hexe wunderschön wieder. Mein Lieblingscharakter des Filmes ist und bleibt aber ihr zynischer schwarzer Kater Jiji, der seine Unzufriedenheit über die Situation lautstark kundtut. Doch Miyazakis Kinderbuchverfilmung hat eine grosse Schwäche: Sie ist eindeutig zu lang geraten. Das liegt sicher nicht an der Laufzeit von rund 100 Minuten, die dem entspricht, was man sich von einem durchschnittlichen Animationsfilm gewohnt ist. Vielmehr liegt das im episodenhaften Stoff, der nicht viel mehr hergibt. Majo no Takkyūbin hängt irgendwo im Mittelteil stark durch und verlangt viel Sitzleder von seinem Publikum.

In Kürze:

Majo no Takkyūbin ist ein episodenhaftes Werk über das Erwachsenwerden, das seine Längen mit einer berührenden Geschichte über das Erwachsenwerden wettmacht.

Wertung:

4 von 5 schwarzen Stoffkatern

Owley reviewt Star Wars

StarWarsReviewsIch habe mich immer ein bisschen davor gedrückt, Star Wars zu rezensieren, weil ich fürchtete, den Filmen nie und nimmer gerecht zu werden. Anlässlich des bevorstehenden Kinostarts von Star Wars: The Force Awakens habe ich mich aber dazu entschieden, die Filme doch noch zu besprechen. Ob ich ihnen gerecht werde, wird sich zeigen, ich bin aber zuversichtlich, dass mir das gelungen ist. Ab kommendem Freitag wird also jede Woche neben einem Film von Hayao Miyazaki auch immer ein Star Wars-Film besprochen. Den Anfang macht nicht Star Wars: Episode I – The Phantom Menace, sondern, wie es sich gehört, Star Wars: Episode IV – A New Hope. Man schaut die Filme schliesslich nach Release-Chronologie.

Ich konnte zudem mit Frau Laura meine erste Gastautorin für den Blog gewinnen. Laura ist ein riesiger Film- und Seriengeek und einer der sympathischsten Twittermenschen, den ich kenne. Sie wird in einer Gastbeitragsreihe am Donnerstag jeweils erklären, wie sie denkt, dass die Star Wars-Filme ablaufen. Der Clou: Sie hat keine Ahnung. Richtig: Laura hat Star Wars nie gesehen. Krass, was? Ich denke, das wird eine witzige Sache und freue mich tierisch auf die erste Gastautorin in sechs Owley-Jahren.

Kreative Woche

Oktoberliebe

Dass ich gestern im Rennen um einen Platz im Tschutti Heftli war, dürfte dank meinem sehr offensiven Likeaufruf wohl keinem von euch entgangen sein. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen, die geliked, geteilt, retweetet, gebloggt und geworben haben – mit einem Resultat von 250:60 Likes konnte ich dieses Duell relativ knapp für mich entscheiden. Ich habe mich sehr über das grossartige Echo gefreut und bin gespannt, was da auf mich zukommt. Ehrensache, dass ich euch über den Arbeitsprozess auf dem Laufenden halten werde.

Ein anderes Projekt von mir nimmt dagegen konkrete Formen an, und ich werde euch gerne am Donnerstag näher darüber informieren, wenn es online geht. Es handelt sich dabei um eine Herzensangelegenheit, für die ich mich in den letzten Monaten stark eingesetzt habe, und die nun endlich zustandekommt. Genaueres dazu werde ich euch verraten, sobald ich darf. Bis dann lasse ich euch einmal dieses kryptische aber auch sehr symbolische Bild da:

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