Star Wars According to Frau Laura: #Here For It

FRAULAURA

Zwei Wochen läuft The Force Awakens in den Kinos, gesehen habe ich die neueste Star Wars-Episode aber noch nicht. Im Hinblick auf Owleys wunderschöne Review, die morgen (oder im nächsten Jahr) folgt, haben wir die Star Wars According to Frau Laura-Gastreihe noch um eine Ausgabe verlängert. Dieses Mal soll ich aus der Perspektive einer Nichtsahnenden zwei Stills aus Episode VII beurteilen:

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„Eine Massenversammlung von Soldaten, welche gehorsam dem Sprecher auf der Empore zuhören… Das kann nichts Gutes bedeuten.“

Wenn ich mir dieses Still so ansehe, komme ich mir irgendwie so vor, als sitze ich gerade im Geschichtsunterricht. Die Komposition des Bildes erinnert sehr stark an – wenn auch aus alternativer Perspektive – die Fotos des Nazi-Aufmarsches zum Reichsparteitag, die wir dort alle gesehen haben. Eine Massenversammlung von Soldaten, welche gehorsam dem Sprecher auf der Empore zuhören… Das kann nichts Gutes bedeuten. Wüsste ich gar nichts von Star Wars, noch nicht einmal was Stormtrooper sind, würde ich intuitiv allein schon wegen der Farben – schwarz, weiß und tiefrot – wissen, dass sich mir hier nicht die “gute Seite” offenbart. Das Logo des Galactic Empire, welches auf dem Vorhang im Hintergrund der Empore halb abgeschnitten zu sehen ist, könnte genauso gut der Kraken mit Schädel sein, der im Filmuniversum von Marvel von der Terrororganisation Hydra (welche dort quasi als Nazi-Co-Organisation fungiert), genutzt wird.

Im Kontext der Saga und mit dem Wissen, dass The Force Awakens etwa dreißig Jahre nach Return of the Jedi spielt, heißt das also, dass das Empire mit dem letzten Angriff nicht endgültig geschlagen wurde. Nun besteht die Frage, ob das Empire gleich wieder auf die Beine kam, oder ob es sich dann in der vorigen Position der Rebellen befand, mit wenig Streitkraft, aber großem Willen, den eigenen Status Quo zu verbessern. Wurde innerhalb von drei Dekaden von Grund auf ein neues, besseres, stärkeres, Empire geschaffen? Wird den Stormtroopern hier vom Motivationssprecher Feuer unter’m Hintern gemacht und verkündet, es sei Zeit für das Empire zurück zu alter Macht zu finden?

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„Hat Finn also sein Raumschiff in die andere Richtung geparkt? Vielleicht sollte Rey ihm doch mal zuhören…“

Als Owley mir dieses Still in digitaler Weise ‘rüberschob, war mein erster Gedanke: Hier passiert ja Einiges. Zunächst mal kann ich schonmal die Charaktere identifizieren. Wir hätten hier im Vordergrund Rey, die Heroine, die laut dem Internet eine würdige Nachfolgerin für Leia ist. Finn, welcher in den ersten Stills zum Film im Stormtrooper-Outfit aufgetaucht ist. (Was ja nichts heißen muss. Han Solo hatten wir ja auch undercover als Stormtrooper.) Und BB-8, den Roboter, den ja alle so süß finden.

Die Drei rennen, oder in BB-8s Fall, rollen, da von einer Explosion als Resultat eines pew pew pew-Angriffes weg. Finn scheint nicht so ganz mit der Richtung, die Rey sich ausgesucht hat, einverstanden zu sein. Rey interessiert das aber null. Sie und ihr… Jedi-Kampfstock?…wollen da nur schnell weg. Nun besteht die Frage, ist Finn ein Pilot? Sein Outfit sieht irgendwie aus wie ein Ensemble, das auch Han Solo tragen würde (wenn er noch so jung und knackig wie Finn wäre). Hat Finn also sein Raumschiff in die andere Richtung geparkt? Vielleicht sollte Rey ihm doch mal zuhören… Ihr Outfit erinnert mich mehr an das von Luke Skywalkers. Sie ist also ein Jedi, und Finn ist Han Solo 2.0?

Eines ist klar: diese beiden Stills versprechen Action. Und ich bin #HereForIt. Direkt mal checken, wann die nächste Kinovorstellung läuft…

Kinostatistik 2015

Film_HeadIch habe Eay immer ein bisschen für seine detaillierte und mit einer unglaublichen Disziplin geführte Kinostatistik bewundert. Statistiken sind ja mein zweites Star Wars, weshalb ich mir dieses Jahr vorgenommen habe, auch so etwas zu machen. Und während ich alle anderen Vorsätze fürs 2015 ziemlich bald einmal in den Wind schlug, habe ich diesen Plan dann auch tatsächlich umgesetzt.

Daher präsentiere ich an dieser Stelle meine erste – und vermutlich nicht letzte – Kinostatistik:

Anzahl Kinobesuche

In diesem Jahr konnte ich 129 Kinobesuche verbuchen, was zehn Tickets mehr bedeutet als noch im letzten Jahr. Dem Rekord von 148 Kinoeintritten aus dem Jahr 2013 kam ich aber auch in diesem Jahr nie nahe. Einer der Hauptgründe dürfte da mein intensives Studium sein, das mich auch in diesem Jahr stark gefordert hat. Aber ich denke, auch 129 Kinobesuche sind ganz okay. Immerhin reicht es dieses Jahr für den zweiten Platz in der Gesamtstatistik.

129 Kinoeintritte entspricht einem Kinobesuch alle 2.8 Tage. Tatsächlich war ich manchmal auch länger nicht im Kino, die längste Durststrecke entspricht 15 Tagen (was in jene Zeit fällt, in der ich mich eine Woche in die verschneiten Berge verzogen habe). An zwei Tagen war ich viermal im Kino: Am 3. September während des Fantoche in Baden, wobei davon drei Wettbewerbblöcke waren, sowie am 16. Oktober, als ich mir einen Marathon aus Yume to Kyōki no Ōkoku, The Martian, American Ultra und Hotel Transsylvania 2 einrichtete.

Stärkster Monat

Aufgeteilt auf die 12 Monate ergibt sich zudem ein interessantes Bild – nicht wie erwartet im Hochsommer, zur Blockbusterzeit, sondern im September war ich am Meisten im Kino. Was erstaunlich klingen mag, wird relativiert, wenn man bedenkt, dass ich im September gleich an zwei Filmfestivals war – dem Animationsfilm-Festival Fantoche in Baden und am Zurich Film Festival. Daher ist dieser Monat mit 23 Kinoeintritten (fast gleich viel wie in den Monaten Januar bis April zusammen) der Stärkste in diesem Jahr.

Was sich an dieser Auflistung ebenfalls gut herauslesen lässt: Die Zeit im Frühjahr, als ich vor und nach der Vernissage meines Buches komplett ausgebrannt war mit eher wenig Kinobesuchen und meine langen und entspannten Sommerferien mit deutlich mehr Kinobesuchen.

Mehrfachsichtungen

Dieses Jahr habe ich elf Filme mehrmals gesehen, gleich vier Filme davon habe ich sogar viermal gesehen. Es handelt sich dabei um Mad Max: Fury Road, Jurassic World, SPECTRE und Star Wars: Episode VII – The Force Awakens. Ich wurde immer wieder gefragt, warum ich mir einen Film mehrmals anschaue und in diesem Fall hat es verschiedene Gründe:

Mad Max: Fury Road ist für mich einer der wenigen Filme, die nur auf der grossen Leinwand funktionieren. Deshalb wollte ich mir den Film während seines Kino Runs so oft ansehen, wie es nur geht. Jurassic World bot für mich viel Nostalgie, tolle Effekte und einen wunderbaren Score, die über die schwache Story hinwegtäuschen konnten und jeden Kinobesuch zum Erlebnis machten. Bei SPECTRE war es vorallem eine logistische Frage, da ich den Film mit vielen Leuten sehen wollte und wir es nicht alle auf einmal geschafft hatten. Und Star Wars: The Force Awakens ist, nun ja, Star Wars, eben.

Immerhin drei Sichtungen gab es für Inside Out von Pete Docter, und zweimal gesehen habe ich Avengers: Age of Ultron, Ex Machina, The Good Dinosaur, Kingsman: The Secret Service und Shaun the Sheep Movie. What We Do In The Shadows habe ich eigentlich dreimal gesehen, die Erstsichtung war aber noch 2014, weshalb ich ihn in diesem Jahr „nur“ zweimal gesehen habe.

Was ich noch spannend fand, war der Vergleich, wie schnell ich wieder im Kino gelandet bin für denselben Film. Insgesamt ging es bei Star Wars: Episode VII – The Force Awakens am Schnellsten, ich habe den Film innert weniger als 24 Stunden zweimal gesehen. Und abgesehen von der schnellsten Zweitsichtung (da war ich einen Tag langsamer als bei Mad Max: Fury Road und Jurassic World) hat dieser Film in allen Belangen die Nase vorn. Innert fünf Tagen habe ich ihn dreimal und innert elf Tagen sogar viermal gesehen.

Am Längsten gedauert hat es für Kingsman: The Secret Service, den ich im Februar lange vor seinem Kinostart zum ersten Mal und dann erst 164 Tage später im August zum zweiten Mal gesehen habe.

Die grossen Regisseure

Hinter grossen Filmen stehen auch grosse Filmemacher – für einige von ihnen war ich auch 2015 im Kino: Quentin Tarantino, Wes Anderson, Chris Columbus… oh… wait. Doch für welchen Filmemacher war ich am Meisten im Kino? Diese Frage ist schnell beantwortet, mit sieben Filmen habe ich im Kino dieses Jahr die meisten Arbeiten von Hayao Miyazaki gesehen. Dabei hatte der japanische Animationsfilmemacher gar keinen neuen Film im Programm – aber mit der Retrospektive, die ihm das Filmpodium diesen Sommer widmete, war das auch gar nicht nötig. Das dürfte auch meinen Miyazakimontag diesen Herbst erklären.

Interessanter wird es beim zweiten Platz, den Ridley Scott mit vier Filmen belegt. Ich habe dieses Jahr sowohl seine neuen Filme The Martian und Exodus: Gods and Kings, als auch seine Klassiker Alien und Blade Runner im Kino gesehen – letztere sogar als 35 Millimeter-Kopien. The Walk habe ich dieses Jahr leider verpasst, aber auch so schafft es Robert Zemeckis mit drei Filmen auf die Liste. Gesehen habe ich alle am 21. Oktober 2015. Richtig, es handelt sich natürlich um die drei Back to the Future-Filme, die ich diesen Herbst zum ersten Mal überhaupt gesehen habe. Ebenfalls als 35-Millimeter-Kopien.

Film_Regisseur

Animationsfilme

Wenn wir schon bei Miyazaki sind – wieviele Animationsfilme waren in diesem Jahr dabei? Von 129 Kinotickets habe ich 30 für Animationsfilme gelöst, das entspricht fast 23 Prozent aller Besuche. Damit war fast jeder vierte Kinoeintritt für einen Animationsfilm, was sich, denke ich für einen Studenten der Animation sehen lassen kann. Zumal dieses Jahr mit Inside Out, Shaun the Sheep Movie oder Le Petit Prince einige starke Beiträge dabei sind. Sechs dieser dreissig Tickets stehen für Wettbewerbsblöcke am Fantoche in Baden, die jeweils insgesamt Spielfilmlänge hatten.

Kosten

129 Kinobesuche, das geht ins Geld. Ausser, man arbeitet im Kino und schreibt einen Filmblog und darf deswegen gratis Filme schauen. Ist ja gut, ich hasse mich auch dafür. Tatsächlich habe ich in diesem Jahr nur für dreizehn meiner Kinobesuche bezahlt, was unterschiedliche Gründe hatte – entweder, weil ich den Film in London gesehen habe, wo selbst ich nicht gratis reinkomme, oder weil es sich um eine spezielle Vorstellung handelte, in die ich als Pressevertreter nicht ohne weiteres reingekommen wäre. Diese dreizehn Tickets haben mich insgesamt 208 Franken gekostet, was im Schnitt 16 Franken ergibt und damit dem durchschnittlichen Ticketpreis in der Stadt Zürich entspricht.

Der Teuerste dieser Kinobesuche war bei Weitem der Unnötigste: Anlässlich eines Film-Moduls in meiner Schule gab es Mitte Dezember eine Kinopremiere eines Überraschungsfilms, was uns 28 Franken kostete – gezeigt wurde schliesslich das träge Schachdrama Pawn Sacrifice, das ich selbst mit einem Gratisticket eigentlich gar nicht hätte sehen wollen. Mit nur 8 Franken erstaunlich günstig war dafür das Ticket für Star Wars: Episode IV – A New Hope, den das Schweizer Filmarchiv als originale, unbearbeitete, Jabba-freie und Han-Shot-firstige 35-Millimeter-Kopie ausgegraben hat.

Nebensächliches

Ich schliesse diesen Beitrag mit einigen statistischen Kuriositäten und unwichtigen Informationen ab:

  • Dieses Jahr war ich fünfmal für Star Wars (einmal für A New Hope und viermal für The Force Awakens) und Pixar (dreimal für Inside Out und zweimal für The Good Dinosaur) im Kino.
  • Eine Premiere gab es für mich mit Maggie, den ich nach der Hälfte etwa verlassen habe, weil er mir überhaupt nicht gefiel.
  • Ich war für alle 129 Sichtungen insgesamt 14706 Minuten im Kino (Werbung, Pause und Abspann ausgenommen). Das ergibt eine durchschnittliche Filmdauer von 112 Minuten entspricht und damit die von mir an einen Film geforderten zwei Stunden unterbietet.

The Best Films of 2015

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Wie schon 2013 und 2014 präsentiere ich auch dieses Jahr meine filmische Top 10 – dargestellt wie schon zuvor mit mehr oder weniger zentralen Gegenständen und Accessoires. Diesmal sind es keine minimalistischen Vektorgrafiken sondern handgezeichnete und digital kolorierte Illustrationen. Ich bin mal gespannt, ob jemand alle zehn Filme errät.

Eine etwas ausführlichere Kinostatistik folgt morgen.

Bridge of Spies (2015)

BridgeofSpies

„We have to have the conversations our governments can’t.“

Drei Jahre sind vergangen seit Steven Spielbergs letztem Film, dem epischen Biopic über Abraham Lincoln. Historische Stoffe scheinen das Spätwerk des Kultregisseurs zu dominieren, wie auch sein neues Werk Bridge of Spies beweist. Nach der Weltkriegs-Gutenachtgeschichte War Horse und Lincoln ist das bereits der dritte Film in Folge, in dem Spielberg geschichtliche Ereignisse aufarbeitet. Diesmal geht es um den Kalten Krieg und den Anwalt James B. Donovan, der als Vermittler in einem Gefangenenaustausch zwischen den USA und der Sowjetunion zwischen die Fronten gerät. Gespielt wird Donovan von Tom Hanks, der damit zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder für Spielberg vor der Kamera steht. Von Spielbergs letzten Filmen ist dieser bei Weitem der Stärkste – der Regisseur verzichtet auf die Grandezza von War Horse oder das Schüren der Great Man Theory wie bei Lincoln.

Bridge of Spies ist ein nüchterner Thriller, dessen Herzstück das packende Script der Coen Brothers ist. Ohne den ganzen Schnickschnack muss Spielberg beweisen, was er kann, und das tut er eindrücklich. Dieser Cold War Thriller wird kaum in die Geschichtsbücher eingehen, aber der Film bietet solides Handwerk – sei das von Spielberg als Regisseur, Kameramann Janusz Kamiński, der das verschneite Berlin bezaubernd einfängt oder von Komponist Thomas Newman, der hier für den mit Star Wars beschäftigten John Williams einspringt. Auch die Schauspieler können überzeugen, Tom Hanks ist noch immer Garant für gutes Kino. Wie schon bei Captain Phillips wird Hanks aber von seinem eher unbekannten Co-Darsteller in den Schatten gestellt. Der Brite Mark Rylance ist als nüchterner russischer Spion Rudolf Abel eine Wucht und dürfte sich mit dieser Rolle endlich die Aufmerksamkeit von Hollywood gesichert haben. Ich bin gespannt, ob und wie er das nutzen wird.

In Kürze:

Basierend auf einem Script der Coen Brothers bringt Steven Spielberg mit Bridge of Spies einen packenden Thriller, der mit Tom Hanks und Mark Rylance zwei tolle Darsteller aufweist. Unspektakuläres, aber unheimlich wirkungsvolles Kino.

Wertung:

4 von 5 teuren Wintermänteln

TGBIS 2015

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It’s Trinkgeldbärliinhaltschätzis-Time! Auch heuer lasse ich euch den Inhalt meines Bärenkässelis schätzen. Wie schon in den vorherigen Jahren geht es darum, dass ihr herausfinden sollt, wieviel Trinkgeld aus meiner Arbeit im Kino ich in mein kleines Trinkgeldbärli gefüllt habe. Die Person, die der effektiven Zahl am Nächsten ist erhält von mir eine exklusive und selbstgebastelte Neujahrskarte. Kommentieren könnt ihr hier unter diesem Beitrag.

Wie schon in den letzten Jahren ist das Kässeli randvoll – damals waren es 82.05 Franken (2013) und 66.25 Franken (2014). Ihr seht also in welchem Bereich wir uns bewegen.

  • Ich arbeite im Schnitt zweimal pro Woche (500 Arbeitsstunden pro Jahr)
  • Im Trinkgeldbärli hat es alles zwischen 5 Rappen und 2 Franken – Nötli hats keine
  • Es hat auch noch ein, zwei ausländische Münzen. Ich werde die dann umrechnen.
  • Das Trinkgeldbärli hat die Masse 4 x 6.5 x 5.5 Zentimeter – das sind 143 Kubikzentimeter.
  • So sieht das Trinkgeldbärli aus.
  • Das Kässeli ist komplett voll, nur mit grösster Mühe bringe ich noch etwas hinein.
  • Ihr habt Zeit bis am 31. Dezember um 12 Uhr – bis da darf aber auch noch Geld ins Kässeli hinein, sofern ich welches erhalte.
  • Ich habe selber keinen Plan, wieviel dadrin ist.

Interview mit Steve Martino

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Diesen Sommer wurde der weisse Beagle Snoopy 65 Jahre alt – das Aushängeschild der Peanuts-Comic Strips von Charles M. Schulz ist einer der wohl beliebtesten Cartoon-Charaktere. Und mit The Peanuts Movie von Blue Sky bekommen der freche Hund und sein Freund Charlie Brown auch gleich ihren eigenen Kinofilm. Der 3D-animierte Film wurde in den Staaten von den Kritikern regelrecht gefeiert – zu Recht, denn der Film ist wirklich wunderschön. Seit knapp einer Woche läuft The Peanuts Movie auch in die Schweiz.

Ich habe mich im Vorfeld des Kinostarts mit Steve Martino getroffen, der bei diesem Film Regie geführt hat. Nach Horton Hears a Who und Ice Age: Continental Drift ist The Peanuts Movie die dritte Regie-Arbeit für den amerikanischen Regisseur. Ich sprach mit ihm über die Tücken einer Umsetzung von so einer beliebten Vorlage, die Vorzüge von 3D-Animation und wie die Produktion von solch grossen Filmen abläuft.

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Ihr habt Peanuts auf eine für heutige Verhältnisse ungewöhnliche Art und Weise animiert. Wie habt ihr diesen ruckligen Animationsstil mit seiner tiefen Frame-Rate (die Bilderzahl pro Sekunde) entwickelt?

Wir sind alle grosse Fans der frühen Peanuts-TV-Specials von Regisseur Bill Melendez. Das Weihnachts-Special ist eines der besten Beispiele von gelungenem Storytelling und das Halloween-Special ist total witzig. Daran wollten wir anknüpfen, weshalb wir die Arbeit von Bill gut studiert haben. Wir haben dabei erkannt, dass wir die Charaktere in gewissen Posen halten müssen, wenn wir wollten, dass das gut aussieht. Man kann keine Inbetweens machen, also jene Zeichnungen, die die Animation erst flüssig aussehen lassen.

Charles Schulz zeichnete die Köpfe seiner Figuren in jeweils sechs verschiedenen Posen und sobald man mit dieser Regel bricht, sieht es falsch aus. Bill Melendez probierte damals noch, Charlie Browns Kopfbewegungen flüssig zu animieren, bis ihm Charles Schultz sagte, dass das schlecht aussieht und sie diese Idee verwarfen. Er entwickelte dann diesen ruckligen Stil, der die Peanuts prägte und der uns gut gefiel. Wir sagten uns: Das müssen wir auch tun!

Für uns bedeutete das, dass wir anders animieren mussten. Damals animierten sie aus Kostengründen „on two’s“, was heisst, dass man jedes Bild doppelt so lange hält. Dadurch hat man am Schluss trotzdem eine Abfolge von 24 Bildern pro Sekunde aber muss nur 12 Bilder zeichnen. Mittlerweile ist das nicht mehr nötig, aber wir fanden, dass das ein spannender Stil war. Ich glaube auch, dass unsere Animatoren diesen Film gerade deshalb so spannend fanden, weil er sich so stark von allem anderen unterscheidet.

Mit dieser Nähe zum klassischen Zeichentrick fragt man sich, warum man den Film nicht gleich traditionell animiert hat. War das je ein Gedanke?

Der entscheidende Faktor war sicher, dass ich bei Blue Sky kein Studio voller 2D-Animatoren zur Verfügung habe. Aber ich denke, die Wahl der 3D-Animation brachte sicher auch Vorteile, was die Glaubwürdigkeit dieser Figuren und der Welt, in der sie sich bewegen, betrifft. Und damit meine ich nicht, dass es fotorealistisch sein muss. Diese Welt ist sehr abstrahiert und stilisiert. Wir haben uns daher umso stärker bemüht, unseren Stil an jenen der Comic Strips anzupassen.

Ein weiterer Vorteil, der sich meiner Einschätzung nach durch das 3D ergibt, ist dass es eine zusätzliche emotionale Verbindung gibt. Es gibt im Film einen Moment, in dem Charlie Brown seine Hand auf Snoopys Schulter legt – ich glaube, das würde in 2D nicht ansatzweise so stark wirken. Der Schatten der Hand sorgt für eine Erwartungshaltung beim Zuschauer und die Berührung auf Snoopys Fell verstärkt die Reaktion beim Publikum. Ich denke, alleine schon für diese Details lohnt sich unsere Wahl.

Du bist selber mit den Peanuts grossgeworden. Inzwischen sind aber schon mehr als zehn Jahre verstrichen seit dem letzten Comic Strip – wie versucht ihr da, auch ein jüngeres Publikum, das die Figuren nicht mehr so gut kennt, anzusprechen?

Mit dieser Frage haben Craig Schulz und ich uns lange beschäftigt. Craig, der als Sohn von Charles immer von Fans umgeben war, ging davon aus, dass jeder die Peanuts kennt und weiss, dass Schroeder gerne Klavier spielt und Peppermint Patty sportbegeistert ist. Ich habe dann gesagt, dass wir auch jene Kinder nicht vergessen dürfen, die diese Figuren überhaupt nicht kennen. Wir müssen diese Charaktere sauber einführen und ihre Eigenarten und Qualitäten, die man aus den Comics kennt, auch auf der Leinwand zeigen. Im Grunde haben wir den Film genau gleich behandelt wie jeden anderen Film, wo man die Charaktere auch erst ordentlich einführen muss.

Wo wir ebenfalls über die Bücher mussten, war beim Tempo. Das Tempo des Films wird sicher anders sein als etwa bei einem Ice Age-Film, aber wir dürfen auch trotzdem nicht das Tempo der alten Peanuts-TV-Specials aus den Sechzigern übernehmen. Wenn man sich einen Film aus dieser Zeit ansieht, denkt man sich, dass das alles extrem langsam ist. Wir mussten also die richtige Balance finden zwischen dem alten Stil und den Erwartungen des Publikums heute, das mit einer gewissen Erwartung an so einen Film herantritt: Viel Emotionen, Spass, Action und viele Lacher – an denen haben wir lange gefeilt.

Man darf aber auch die vielen hartgesottenen Fans nicht vergessen, die mit den Figuren aufgewachsen sind. Wie seid ihr mit den Erwartungen der Fans der ersten Stunde umgegangen?

Das war ein grosser Motivator. Das war, was uns im ersten Jahr vorantrieb. Wir wussten schon früh in der Produktion, dass wir an irgendeinem Punkt das erste Bild veröffentlichen würden. Die Fans würden warten um den Film entweder gutzuheissen oder niederzumachen. Ich selber wäre so ein Fan gewesen, der mit der Flinte in der Hand gewartet hätte, um diesen Film zu vernichten, wenn er mir nicht gefallen hätte. Aus diesem Grund wusste ich, dass es brutal wichtig ist, dass wir saubere Recherche betrieben. Wir trafen unsere Entscheidungen immer basierend auf dem, was wir von Schulz’ Zeichnungen gelernt haben. Und damit hatten wir ein gutes Fundament für diesen Moment, wenn wir unser Projekt zum ersten Mal in Form eines Filmbildes präsentierten. Die negativen Reaktionen blieben aus und ich konnte wieder aufatmen.

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Wie wichtig war es dir, dass der Film trotz dieser Vorlagentreue deine Handschrift trägt?

Das wollte ich eigentlich nie.

Trotzdem mussten wir Entscheidungen treffen, die andere Leute anders getroffen hätten. Ich denke da an zwei Charaktere, die wir auf unsere eigene Art dargestellt haben. Das kleine Mädchen mit den roten Haaren sah man in den Comic Strips einmal in Silhouette. Wir haben diese Zeichnung bis ins kleinste Detail analysiert, aber viel gab sie leider nicht her. Bill Melendez zeigte sie in den TV Specials einige Male, aber ich fand, sie sah dort nicht so aus, wie in Schulz’ Zeichnung. Wir gestalteten sie also neu, und legten viel Wert darauf, so nahe wie möglich am Original zu bleiben.

Und dann ist da auch Fifi, die Hündin, die in Snoopys Fantasiegeschichte auftaucht. Fifi wird in den Comic Strips nur erwähnt, aber nie gezeigt. Bill Melendez zeigte sie in seinen Specials ebenfalls, aber ich fand sie sah zu sehr nach etwas, was Bill zeichnen würde, aus, und weniger, wie sie Schulz gezeichnet hätte. Also haben wir auch hier eine eigene Umsetzung gewählt und uns alle Hunde, die Schulz gezeichnet hat, angesehen. Daraus haben wir dann unsere Fifi gestaltet.

In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, dass viele Animationsfilme von Regie-Duos umgesetzt wurden – bei Ice Age: Continental Drift warst du ja auch in dieser Situation. Woran liegt das, und warum war das bei The Peanuts Movie nicht der Fall?

Ich glaube, das liegt daran, dass im letzten Jahr der Produktion, wenn nahezu 400 Leute daran arbeiten, einfach soviel zu erledigen ist. Da läuft soviel gleichzeitig, da ist man froh, wenn man die Aufgaben aufteilen kann. Wir haben dann jeweils die wichtigen Dinge wie die Storyfragen gemeinsam besprochen und ansonsten alles aufgeteilt. Das ist einerseits ökonomischer und andererseits reduziert es den Stress entscheidend..

Bei diesem Film habe ich so eng mit Craig Schulz und Brian Schulz und Cornelius Uliano, den Produzenten und Autoren des Films, zusammengearbeitet, dass wir fanden, eine weitere Stimme würde nur stören. Das bedeutete für mich, dass ich starke Leute für die Führungspositionen der einzelnen Abteilungen ins Boot holen musste. Meine leitenden Animatoren, mein Art Director, mein Beleuchtungsmeister – das waren alles grossartige Leute, die ich schon früh eingebunden habe. Sie trugen einen Teil der Last und stellten sicher, dass keine Fragen offen blieben.

Dieser Film hielt dich jetzt lange beschäftigt – da wirst du dir sicher erst einmal Ferien gönnen. Weisst du schon, was danach ansteht?

Die Produktion für Regisseure bei Blue Sky, und vermutlich auch bei anderen grossen Studios, kann man ein bisschen mit Bockhüpfen vergleichen: man ist mit einem Projekt beschäftigt, verpasst zwei, drei andere und ist dann beim nächsten Film wieder dabei. Ich hoffe einfach, dass ich nach jedem Projekt wieder in einer Position bin, wo ich noch einmal das ganze durchspielen kann.

Dann bist du bei Ice Age 5 also nicht involviert?

Nein. Ich war mit diesem Film so beschäftigt, dass ich nicht mitbekommen habe, was bei anderen Projekten abging. Ab und zu begegne ich Mike Thurnmeier und Gavin Chu, die den fünften Ice Age machen, auf dem Flur, aber das ist auch schon alles, was ich von diesem Film mitbekomme.

Ich bin jetzt nach der ganzen Hektik der Produktion endlich an einem Punkt, an dem über nächste Projekte nachdenken kann. Es gibt da einige interessante Dinge und eines, das ich speziell interessant finde. Vielleicht werde ich das in den kommenden Monaten entwickeln. Aber um Ice Age 5 kümmern sich andere.

Was würdest du jemandem raten, der im Animationsbusiness Fuss fassen möchte?

Da gibt es ganz vieles. Zum Anfangen würde ich vorschlagen, dass man sich ganz genau anschauen soll, wer die besten Animationsarbeiten abliefert. Man soll das genau studieren und vorallem verstehen. Nur wenn man versteht, was man erreichen will, kann man es noch besser machen. Und ich glaube, man kommt nicht ohne Arbeit davon. Das habe ich von Charles Schulz gelernt. Jeden Tag sass er an seinen Zeichentisch und ob er nun eine Idee hatte oder nicht, sass er hin, stellte die Uhr und zeichnete los. Heraus kam dabei fünfzig Jahre Material für The Peanuts. Aber man muss sich hinsetzen und arbeiten. Es passiert nicht einfach und ich glaube nicht, dass Leute perfekt geboren werden. Man muss an seinen Fähigkeiten arbeiten. Man lernt durch die Arbeit.

Was ich von den Animatoren mit denen ich zusammengearbeitet habe gelernt habe, ist dass man ein Gefühl dafür haben muss, was wichtig ist und was nicht. Die besten Animatoren wissen genau, wo sie die Animation reduzieren können, damit sie dem Zuschauer geben können, was er braucht. Sie wissen genau, was für ein Gefühl sie vermitteln wollen und können die Aufmerksamkeit des Zuschauers darauf lenken. Oft sind es Reduktion und Simplizität, die für die besten Shots sorgen.

Das war sooooo 2015.

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Alle Jahre wieder…

…kommt das Christkind
…bringt Disney einen Star Wars-Film
…werfe ich einen Blick zurück auf das alte Jahr

Nach 2009, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014 lasse ich auch das bewegte 2015 Revue passieren:

2015 zum ersten Mal getan?
Einen Star Wars-Film am Premierenwochenende im Kino gesehen.

2015 nach langer Zeit wieder getan?
Onkel geworden, zum bereits dritten Mal.

2015 leider gar nicht getan?
Ein Openair besucht. Das hatte ich eigentlich vor, letzten Endes hat es aber wegen dem Geld nicht richtig geklappt.

Der hirnrissigste Plan?
Für das Startwochenende von Star Wars nach London zu fliegen. Aber: Es hat sich gelohnt.

Die teuerste Anschaffung?
Mein neues iPhone 6 oder aber mein kleiner fernsteuerbarer BB-8.

Wort des Jahres?
„Star“, aber nur in Kombination mit „Wars“

Unwort des Jahres?
„Owl“, but the „w“ is silent

Stadt des Jahres?
Dieses Jahr war mir keine Stadt wirklich wichtig, darum wähle ich Zürich, meine Heimatstadt.

Alkoholexzesse?
Exzesse nicht. Getrunken und gespürt, dass ich getrunken habe, habe ich hingegen schon.

Davon gekotzt?
Nein.

Haare länger oder kürzer?
Ich schneide meine Haare ziemlich genau alle drei Monate. Sie wechseln jeweils von wuschlig-leger zu kurz-seriös.

Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Ich sehe immer schlechter, aber wie und wieso weiss ich nicht.

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr, denke ich. Meine Kunst ist mittlerweile eine kleine aber schöne Einnahmequelle geworden.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Ich denke, ich habe mich da immer mehr im Griff. Meine Ferien in London, ausgenommen. 😉

Mehr bewegt oder weniger?
Ich bewege mich noch immer viel zu wenig.

Höchste Handyrechnung?
89 Franken

Krankenhausbesuche?
Ich habe meine Schwester nach der Geburt meines Neffen im Spital besucht, das war zum Glück der einzige Besuch im Krankenhaus.

Verliebt?
Sehr verliebt, sogar.

Getränk des Jahres?
Spontan fällt mir gerade Glühwein ein, wobei ich den eigentlich nur selten getrunken habe, aber wenn dann sehr, sehr, sehr viel.

Essen des Jahres?
Ich esse gerne, viel und gut und kann mich darum nicht an ein spezielles Essen erinnern, das herausstach. Schokolade?

Most called persons?
Ich telefoniere nicht sehr gerne, aber ich denke ich habe mit meiner Familie am Meisten telefoniert. Vermutlich mein Bruder.

Die schönste Zeit verbracht mit?
Wie schon im letzten Jahr mit meiner Freundin. Auch dieses Jahr waren wir wieder zusammen in London.

Die meiste Zeit verbracht mit?
Wohl auch mit meiner Freundin. Anschliessend wohl mit meinem Bruder und meiner Familie sowie meinen Studienfreunden.

Song des Jahres?
Gefühlsmässig: Hello von Adele
Nach Anzahl Wiedergaben: Drifted von The Shoes

Den Soundtrack meines Jahres boten aber wohl eher diese Herren hier.

CD des Jahres?
Am Besten gefallen haben mir in diesem Jahr definitiv der Soundtrack zu Mad Max: Fury Road von Tom Holkenborg, sowie das starke Debüt von From Kid.

Buch des Jahres?
Ich habe es nicht nur geschafft A Storm of Swords zu Ende zu lesen, sondern habe auch gleich noch Band 4 und 5 der Reihe von George R.R. Martin abgeschlossen. Abgesehen davon blieb ich der schlechte Leser, der ich bin.

Film des Jahres?
Detaillierte Liste folgt noch.

Konzert des Jahres?
Ich habe diesen Frühling Queen live gesehen. Das war für mich das absolute Highlight des Jahres.

TV-Serie des Jahres?
Auf jeden Fall Archer. Die wohl bestgeschriebene Animationsserie auf dem Markt.

Erkenntnis des Jahres?
Dass ich etwas kann. Das hat auch gedauert.

Drei Dinge auf die ich gut hätte verzichten können?
1. Auf und ab.
2. Meine physischen und psychischen Grenzen auszuloten.
3. Kaum mehr Zeit für meine Freunde zu finden.

Nachbar des Jahres?
Ich habe eine engere Beziehung zu den Nachbarn meiner Freundin als zu meinen Eigenen.

Beste Idee/Entscheidung des Jahres
Mit meiner Freundin für Star Wars nach London zu fliegen. Das hat mich den Film in einer Form erleben lassen, die mir die Schweiz nie hätte bieten können.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Da fällt mir spontan nichts ein, ausser vielleicht dass es mir gelungen ist, mich selber von mir zu überzeugen.

Das schönste Geschenk, das ich jemanden gemacht habe?
Ich habe einen aufwändigen Adventskalender gemacht, auf den ich stolz bin.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Meine Freundin hat mich eingeladen, um Pinguine zu füttern. Das war das beste Geschenk aller Zeiten.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Wow, du kannst ja auch nett sein.“

Die grösste Enttäuschung?
Sascha würde sagen, Star Wars.

Schönstes Ereignis?
Die Geburt meines Neffen und gleich danach Star Wars. Und dann vielleicht meine Buchvernissage.

2015 war mit einem Wort?
Turbulent

Spendenauktion 2015

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Wer mir auf Instagram oder auch Twitter folgt, wird gemerkt haben, dass es dieses Jahr einen Star Wars-Adventskalender gab. Jeden Tag habe ich mindestens eine Figur aus dem Star Wars-Kanon auf eine doppelseitige A6-Postkarte gezeichnet. Nun ist der Adventskalender fast vorbei und ich dachte mir, dass wir damit etwas Schönes machen könnten.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Wir.

Und zwar möchte ich die Karten alle für einen guten Zweck versteigern. Bis am 31. Dezember um 23:59 könnt ihr mitbieten und euch die ein oder andere Illustration sichern. Das gesammelte Geld werde ich vollumfänglich spenden und zwar an die Stiftung Wunderlampe. Diese Stiftung erfüllt nicht-materielle Wünsche von kranken Kindern und ich finde das eine wunderbare Sache, die in meinen Augen auch gut zu dem passt, was Star Wars vermittelt. Hier könnt ihr nachschauen, worum es bei dieser Stiftung geht: www.wunderlampe.ch

Drei Karten habe ich an der Comicbörse bereits verkauft, das Geld das ich damit eingenommen habe (15 Franken), werde ich ebenfalls spenden. Die restlichen Auktionen und genauere Abbildungen der verschiedenen Sujets findet ihr, indem ihr hier auf dem Blog auf den Reiter „Auctions“ klickt. Die Karten vom 24. und 25. Dezember werde ich nachträglich ebenfalls aufschalten.

Wichtig: Jedes Gebot, das ihr abgebt ist verpflichtend. Solltet ihr die Karte ersteigern, könnt ihr mir das Geld auf mein Konto überweisen oder per Paypal zahlen. Ich werde euch die Karte anschliessend per Post zukommen lassen.

Weihnachtskarte 2015

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Mein Grossvater war ein begabter Künstler und begeisterter Fussballfan, der für die Familie und Freunde jedes Jahr eine wunderschöne Weihnachtskarte gestaltet hat. Die Karten waren immer sehr witzig und nicht selten machte er sich auf charmante Art und Weise über irgendeine Begebenheit des vergangenen Jahres lustig. Mit dem Alter fiel ihm das aber immer weniger leicht, und irgendwann bat er mich dann, ob wir die Karte gemeinsam machen würden. Ich hatte damals unglaublich viel um die Ohren und hatte dafür eigentlich keine Zeit. Rückblickend bin ich aber unglaublich froh, dass ich das trotzdem mit ihm gemacht habe, denn nur wenige Monate danach ist er verstorben.

Meine Familie und ich haben nach seinem Tod beschlossen, dass wir diese Tradition weiterführen möchten. Und deshalb habe ich dieses Jahr nun bereits zum dritten Mal eine Weihnachtskarte gestaltet. Als ich mir im Herbst erste Gedanken zu einem witzigen Thema gemacht habe, gab es wenige weltbewegende Ereignisse, die auch wirklich lustig gewesen wären. Ausser natürlich die ganze FIFA-Sache. Die ja auch die Fussballthematik, die mein Grossvater so spannend fand, wieder aufgreift. Dass diese FIFA-Geschichte ausgerechnet im Dezember wieder so relevant werden würde, damit hätte ich nicht gerechnet. Aber umso schöner, wenn das Timing so gut passt.

The Peanuts Movie (2015)

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„Charlie Brown, you’re the only person I know who can turn a book report into a lifelong commitment.“

Als ich zum ersten Mal gehört habe, dass Blue Sky eine Verfilmung von The Peanuts plant, war ich skeptisch. Snoopy und Charlie Brown – in 3D? Die grässlichen CGI-Schlümpfe waren noch allzu präsent und so blieb ich zurückhaltend. Doch das änderte sich schlagartig als ich die ersten Bilder sah. Die Macher hatten den ruckligen Look sowie die knallige Farbpalette der Vorlage beibehalten und das ganze mit einer weichen, handgemachten Technik kombiniert. Und tatsächlich ist es Regisseur Steve Martino gelungen, mit The Peanuts Movie eine liebevolle und würdige Umsetzung der Comic-Strips von Charles M. Schulz zu schaffen. Die Story, die der Film erzählt ist einfach und kommt ohne viel Theater aus: Als ein neues Mädchen in sein Viertel zieht, ist der notorische Versager Charlie Brown hin und weg – er hofft, dass er ihr beweisen kann, was wirklich in ihm steckt.

Damit trifft Martino den Ton der Vorlage, die sich selber nie zu ernst nahm. Es ist eine berührende Geschichte über die Schwierigkeit, sich selber treu zu bleiben, die The Peanuts Movie bietet. Die konventionelle Story ist aber nicht der Trumpf dieses herzigen Filmes, vielmehr sind es die eindrücklichen Animationen, mit denen die Macher die Animationslandschaft gehörig aufmischen. The Peanuts Movie bietet eine Gegenbewegung zum immer realistischer werdenden Zeichentrick – geschickt lotet Steve Martinos Film die Grenzen des Mediums aus. Das 3D-Abenteuer von Snoopy und Co. strotzt nur so vor visuellen Gags und kuriosen Einfällen. Mit seiner hohen Gag-Dichte ist dieser Film der wohl witzigste Animationsfilm, den ich dieses Jahr gesehen habe.

In Kürze:

The Peanuts Movie ist ein berührender Film, der eine einfache Story erzählt und dafür umso mehr visuell zu überzeugen weiss. Anders als etwa der hyperrealistische The Good Dinosaur nutzt dieser Film die Freiheiten des Genres und spielt mit ihnen.

Wertung:

5 von 5 drachenfressenden Bäumen

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