Star Wars: Episode II – Attack of the Clones (2002)

EpisodeII

„The shroud of the dark side has fallen. Begun the Clone War has.“

Fast 10’000 junge Männer, unter ihnen auch solche Namen wie Leonardo DiCaprio oder Paul Walker sollen sich zur Jahrtausendwende darum bemüht haben, die Rolle des Anakin Skywalker in Star Wars: Episode II – Attack of the Clones zu ergattern. Am Ende ging der Part an den bis dato unbekannten Hayden Christensen, der sich damit rückblickend keinen Gefallen tat und den Zorn aller von den Prequels enttäuschten Fans auf sich zog. Und es ist tatsächlich schwierig, sich für Christensen zu erwärmen. Doch ich möchte über Christensen gar nicht zuviele Worte verlieren – dass der kanadische Schauspieler inzwischen von der Bildfläche verschwunden ist, sagt eigentlich genug. Attack of the Clones erzählt zwei parallel ablaufende Geschichten, die nicht gleich gut funktionieren. Neben der unglaublich überflüssigen und mit steifen Dialogzeilen („I hate sand.“) ausgestatteten Liebesgeschichte zwischen Padmé und ihrem Beschützer, Anakin Skywalker, deckt das zweite Prequel die Hintergründe hinter der Klonarmee und dem Mandalorianer Jango Fett auf. Dieser ein bisschen zu geradlinige Film-Noir-Subplot mit Obi-Wan Kenobi in der Hauptrolle rechtfertigt mit seinem Fokus auf starke Action-Momente den Titel und entschädigt für den ganzen Anakin-hat-Heimweh-Storystrang. Und natürlich ist da auch noch Christopher Lee, der dem Film als düsterer Separatist Count Dooku sehr gut tut.

Beim direkten Vergleich der beiden Episoden fällt mir deutlich auf, wie viel besser die Kameraarbeit in Attack of the Clones ist als noch in The Phantom Menace. Bei beiden Filmen war mit David Tattersall zwar derselbe Kameramann zuständig, doch die Bildsprache des zweiten Prequel-Filmes ist meiner Meinung nach deutlich stärker. Vielleicht liegt das auch daran, dass der Vision von Tattersall beim zweiten Teil durch die grösseren technischen Möglichkeiten weniger im Weg stand als noch drei Jahre zuvor. Die malerischen Landschaftsaufnahmen und eindrücklich gefilmten Actionsequenzen kommen aber mit einem Preis. In einer Zeit, in der sich mit Computereffekten schon viel umsetzen lässt, aber noch längst nicht alles glaubhaft aussieht, setzt Attack of the Clones meiner Meinung nach zu sehr auf digitale Spielereien. Natürlich ist es schier unmöglich, eine milliardenschwere Klonarmee nicht am Computer zu erstellen, und auch der rumhüpfende Yoda ist bei aller Liebe zu Frank Oz wohl kaum mehr als Handpuppe umsetzbar. Doch Lucas geht noch weiter und kreiert ganze Welten und Schauplätze am Rechner. Das geschieht auf Kosten der Glaubwürdigkeit dieser Filme, die davon leben, dass sie greifbar und handgemacht sind.

In Kürze:

Starke Bilder und nie dagewesene Actionszenen stehen im Kontrast zu einer schnulzigen Liebesgeschichte und schlechtem Schauspiel. Am Ende ist Attack of the Clones in erster Linie Guilty Pleasure.

Wertung:

3 von 5 giftigen Killerwürmern

Star Wars According to Frau Laura: History Repeats Itself

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Diese Woche gehe ich mal wieder ganz unwissend an Star Wars According To Frau Laura heran, da ich The Phantom Menace noch nicht gesehen habe. Da Owley mir bisher immer Stills mit entweder zuvor nicht vorkommenden oder allgemein bekannten Charakteren vorgelegt hat, sollte das aber kein Problem sein. Sehen wir uns diese Stills aus Attack of the Clones mal an…

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„Im Hintergrund ist nur Wüste zu sehen. Sieht irgendwie nach Lukes Heimatplanet aus.“

Hier hätten wir Anakin Skywalker. Oder auch “den Schauspieler, den alle vierzehnjährigen Mädels (und manche Jungs?) damals ja so süß fanden!” Aber zurück zum Still. Anakin schaut ernst herein wie er da eine vermummte, allem Anschein nach weibliche, unlebendige Person trägt. Im Hintergrund ist nur Wüste zu sehen. Sieht irgendwie nach Lukes Heimatplanet aus. Es scheint nicht weit hergeholt, dass auch Anakin und seine Familie auf dem entsprechenden Planeten hausten. Und wer ist nun diese Gestalt, die Anakin dort, wahrscheinlich zu deren Begräbnis, trägt? History repeats itself, zumindest auf der Leinwand? Ich denke, dass es sich hier wiederum um einen Motivator in der Form eines Todes einer nahestehenden Person liegt. Diesmal muss es allerdings ein Katalysator für die “dunklere” Seite von Anakin sein, denn, wie das Ganze ausgeht, das wissen wir ja.

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„Erster Eindruck: ein Senator, der im Hintergrund seine eigenen, “bösen” Ziele verfolgt.“

Und hier haben wir Saruman. Oh, falsches Filmuniversum. Ritter der Tafelrunde? Vom Outfit und Sitzmöbel her passt es irgendwie. Im Gegensatz zum ehrenwerten King Arthur sieht dieser Kerl hier aber nicht so aus, als hätte er Gutes im Sinne. Wen auch immer er da ansieht, von dem ist er gerade so gar nicht beeindruckt. Erster Eindruck: ein Senator, der im Hintergrund seine eigenen, “bösen” Ziele verfolgt. Ein Jedi-Senat? Gab es sowas bevor das Imperium übernahm?

Spy (2015)

Spy

„I don’t condone this sexy yet reckless behavior, Susan Cooper!“

Ich bin bei amerikanischen Komödien extrem wählerisch. Es gibt einige Darsteller, deren Filme würde ich nur ihretwegen schauen. Und dann gibt es Leute wie etwa Melissa McCarthy, mit denen ich bislang noch nicht viel anfangen konnte. Darum hatte ich auch Spy eigentlich überhaupt nicht auf dem Radar – bis plötzlich alle Leute in meinem Umfeld davon schwärmten und ich das Gefühl bekam, dass mir hier etwas entgehen würde. Und ja, Spy ist wirklich verdammt komisch. Paul Feigs Agentenkomödie macht sich geschickt über 007 und Co. lustig, ohne eine plumpe Parodie zu sein. Nachdem die Identität aller aktiven CIA-Agenten publik wurde, schickt die Agency das Mauerblümchen Susan Cooper auf die Mission, einen gestohlenen Nuklearsprengsatz zurückzuholen.

Die Geschichte ist vorhersehbar und dafür ist Spy mit einer Laufzeit von zwei Stunden dann doch ein bisschen überlang. Doch Paul Feigs Komödie macht das wett indem sie aus der Prämisse das Maximum rausholt und ein beeindruckendes Gag-Feuerwerk zündet. Die Pointen sitzen und bis zum letzten Augenblick ist dieser Film eine Wucht. Melissa McCarthy ist eine solide Hauptdarstellerin, die trotz vermeintlichen Typecastings eine Vielseitigkeit an den Tag legt, von der sich Jim Carrey und Co. eine Scheibe abschneiden könnten. Das absolute Highlight sind aber die Männer an ihrer Seite – allen voran Jason Statham als überraschend witzige Parodie seiner selbst und Peter Serafinowicz, der einen übergriffigen und fast schon schmerzhaft klischierten Italiener mimt.

In Kürze:

Spy ist eine witzige Komödie, deren etwas gar simpler Plot zum Schluss ein bisschen an Tempo abgibt. Dank einer gut aufgelegten Melissa McCarthy und einem selbstironischen Jason Statham aber durchaus empfehlenswert.

Wertung:

4 von 5 warmen Handtüchern, die wie Marshmallows aussehen

Hauru no Ugoku Shiro (2004)

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„Was hat das Leben noch für einen Sinn wenn man nicht mehr schön ist?“

Mit der Kritik zu Hauru no Ugoku Shiro (Das wandelnde Schloss) geht heute meine Miyazaki-Kritik-Reihe zu Ende. „Aber Owley… Was ist mit Ponyo und The Wind Rises?“ Die beiden Filme hatte ich anlässlich ihres Kinostarts bereits rezensiert, und anders als etwa bei diesem Film (oder anderen) erachte ich es nicht als nötig, den Filmen eine neue Kritik zu widmen. Darum ist der bis dato drittletzte Miyazaki also der letzte Eintrag dieser Reihe. Hauru no Ugoku Shiro war bisher einer der wenigen Filme des Regisseurs, der mir nicht so gut gefallen hat. Der Film hat seinen Charme, konnte mich als Gesamtwerk aber nie wirklich überzeugen. In der Hoffnung, dass sich das nun, einige Jahre nach meiner letzten Sichtung ändern würde, habe ich ihn mir noch einmal angesehen und festgestellt, dass sich an meiner Meinung leider nichts geändert hat. In dieser Verfilmung eines Kinderbuches erzählt Hayao Miyazaki die Geschichte der jungen Hutmacherin Sophie, die von einer Hexe mit einem Fluch belegt und zu einer alten Frau wird. Beschämt sucht Sophie Unterschlupf beim Zauberer Howl, der ins Visier der Regierung gerät, als er dieser seine Unterstützung in einem grossen Krieg verwehrt. Auch wenn das Schicksal von Sophie und ihr Umgang mit dem Fluch berührend inszeniert wird, wirkt Hauru no Ugoku Shiro über weite Strecken unfertig und verwirrt den Zuschauer durch mangelnde Exposition.

Das Herzstück des Filmes ist das titelgebende wandelnde Schloss von Howl, eine Steampunk-Festung, die auf vier krähenartigen Füssen über Hügel und Berge krakselt. Das Schloss steckt voller kleiner Details – und entsprechend aufwendig ist es animiert. Ich glaube sogar, das Schloss ist das das erste vollkommen digital animierte Element in einem Film von Hayao Miyazaki, was angesichts des Aufwandes nur Sinn macht. Auch das Setting von Hauru no Ugoku Shiro gefällt – der Film spielt in einem fiktiven Königreich, das aber deutlich von einem Besuch von Miyazaki im Elsass inspiriert wurde. Die saftiggrünen Wiesen, der stahlblaue Himmel und die kleinen Städtchen lassen da keine Zweifel zu. Nur beim Charakterdesign enttäuscht mich Miyazaki mit diesem Film. Die menschlichen Figuren wirken – bis auf Sophie – lieblos und uninspiriert. Howl (der im japanischen als „Hauru“ ausgeschrieben wird, weshalb man ihn im Deutschen unverständlicherweise ebenfalls „Hauru“ nannte) wird als durchschnittlicher Anime-Schönling dargestellt und die weiblichen Nebenfiguren kann ich beim besten Willen nicht auseinanderhalten.

In Kürze:

Ein bisschen geht es Hauru no Ugoku Shiro wie dem titelgebenden Schloss: Es sieht zwar nett aus, fällt aber an allen Enden auseinander. Hayao Miyazakis neunte Regiearbeit ist kein schlechter Film, aber eben auch kein sehr gelungener.

Wertung:

3 von 5 eierschalenfressenden Feuerdämonen

Star Wars: Episode I – The Phantom Menace (1999)

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„At last we will reveal ourselves to the Jedi. At last we will have revenge.“

Ich hatte mich immer ein bisschen davor gedrückt die Star Wars-Prequels zu rezensieren – nicht zuletzt, weil ich weiss, dass die Tatsache, dass ich den Prequels trotz allem etwas abgewinnen kann, auf viel Unverständnis stösst. Und ich möchte mich eigentlich nicht dafür rechtfertigen müssen, dass Star Wars: Episode I – The Phantom Menace ein Film ist, den ich immer und immer wieder schauen könnte. Schliesslich nimmt hier die ganze Geschichte überhaupt erst ihren Lauf: Auf der Flucht vor den Schergen der sinistren Handelsföderation landen die Naboo-Königin Amidala und ihre Jedi-Begleiter Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi auf dem Wüstenplaneten Tatooine. Dort treffen sie auf den kleinen, aber begabten Sklavenjungen Anakin Skywalker, der sich bald als ihre einzige Möglichkeit, Tatooine zu verlassen, entpuppt. Ich finde, dass The Phantom Menace jener Film unter den Prequels ist, der am Ehesten zum abenteuerlichen Feeling der alten Teile passt.

Trotz hölzerner Dialoge, Midi-Chlorianern und Jar Jar Binks hat der Film seine starken Momente – wie etwa das rasante Podrennen auf Tatooine oder der genial inszenierte Kampf mit Darth Maul. Der agile Sith mit den Hörnern ist sowieso eine der besten Neuerfindungen für diesen Kosmos und gibt mit seinem Doppelklingenlichtschwert einen eindrücklichen Bösewicht ab. Was man dem Film ebenfalls zugutehalten muss, ist, dass er verglichen mit den anderen Prequels relativ moderat ist, was die Computereffekte betrifft. Das sorgt für eine gewisse Authenzität, die den späteren Filmen spürbar fehlt. Ebenfalls ein Highlight ist der Soundtrack zu The Phantom Menace, der erneut von John Williams komponiert wurde. Die britische Filmmusikikone schafft mit dem eingängigen Duel of the Fates eine epische Hymne, die den Aufstieg der Sith in dieser Trilogie gekonnt begleitet. Williams erreicht mit seiner Musik zudem etwas, was George Lucas bei diesem Film versäumt hat: Er deutet mit dem unbeschwerten Thema von Anakin, in das er immer wieder Passagen des Imperial March einfliessen lässt, schon jetzt den späteren Fall des kleinen Jungen an.

In Kürze:

Man hätte sicher mehr aus The Phantom Menace herausholen können. Und trotzdem: Der Film macht vieles richtig und bietet tolle Schauplätze und starke Action-Szenen.

Wertung:

4 von 5 rumflitzenden Podracern

Star Wars According to Frau Laura: Angriff der Zöpfchen

FRAULAURA

Hier schreibt Laura, die offiziell keine Star Wars-Jungfrau mehr ist, jetzt wo sie die originale Trilogie gesehen hat. Halbzeit meiner Kolumne Star Wars According to Frau Laura, quasi. Bin ich schon Fan? Von Return of the Jedi war ich’s jedenfalls nicht. Und vom Rest? Wie sagt man das heutzutage gleich noch… “sign me the fuck up!” Und zwar für die Rebellion! Chewie, Luke und ich können dann auf der Millenium Falcon eine Runde Dejarik spielen während Han und Leia ihren scharfzüngigen Paarungstanz vorführen. Nun aber weiter zu den neueren Filmen und los geht’s da mit The Phantom Menace. Wie jede Woche, zwei Stills, die Owley mir zur Analyse zur Verfügung gestellt hat:

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„Also ist Darth Maul der Emperor? Macht irgendwie Sinn.“

Ha, den Typen kenn ich! Darth Maul. Jetzt wo ich ihn mir genauer anschaue, ergibt der Name endlich einen Sinn. Schau dir mal diese Zähne an. Erstens, Zähneputzen ist angesagt. Zweitens, diese Beißerchen haben wir doch in Return of the Jedi auch schon gesehen. Beim Emperor! Also ist Darth Maul der Emperor? Macht irgendwie Sinn. Darth Maul ist also der Villain für die neuere Trilogie und er verführt Anakin zur Dunklen Seite… und verliert dabei, statt graue Haare zu bekommen, seine äußerst faszinierende Gesichtsfarbe. Verstehen kann ich das. Luke muss seine Sturheit ja irgendwoher geerbt haben. Also wird es gedauert haben, bis Darth Maul Anakin überzeugen konnte, der Dunklen Seite beizutreten. Ich schätze jetzt einfach mal, dass das so drei Filme lang dauern wird… ist aber nur eine ganz grobe Schätzung. Währenddessen wird es wahrscheinlich viele Lightsaber-Kämpfe geben. Vielleicht mit besserer Choreographie? Man kann’s hoffen.

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„Jar Jar Binks. Von ihm weiß ich nur, dass er von jedermann gehasst wird.“

Und auch diesem Charakter in der Mitte kann ich einen Namen zuweisen. Jar Jar Binks. Von ihm weiß ich nur, dass er von jedermann gehasst wird. Ob das nur bei den Filmzuschauern so ist, oder auch im Star Wars-Universum selbst, das wird sich herausstellen. Er sieht ja schon ein wenig so aus, als könnte er eine nervige Persönlickeit besitzen. Und die Gesichtsausdrucke der beiden Anderen spricht auch für diese Theorie. Ewan McGregor (und jetzt hat es auch endlich “Klick” gemacht, wo damals dieser Jungsfrisurentrend mit dem kleinen Zöpfchen im Nacken herkam) schaut eher überrascht aus während das Gesicht von Liam Neeson (welcher womöglich auch in diesem Film mit einem “very particular set of skills” ausgestattet ist) eher “So Done With This Shit” schreit. Was hat Jar Jar Binks den Beiden mitzuteilen? Ist er vielleicht ihr persönlicher C3-PO?

The Hunger Games: Mockingjay – Part 2 (2015)

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„Tonight, turn your weapons to the Capitol! Turn your weapons to Snow!“

Das Feuer ist erloschen. Nach dem letzten, brutal enttäuschenden Teil, konnte mich auch die zweite Hälfte des Hunger Games-Finales nicht mehr wirklich überzeugen. Dabei hatte ich durchaus Erwartungen an diesen Film – die Trailer zu The Hunger Games: Mockingjay – Part 2 versprachen die Action, die der Vorgänger so bitter vermissen liess. Doch die langweilige und träge Gangart des letzten Films dominiert auch das Finale dieser Reihe. Wir hatten es ja alle irgendwie geahnt, doch Francis Lawrence macht es mit seinem Zweiteiler noch einmal deutlich: Die Geschichte über dieses letzte Aufbäumen der zwölf Distrikte von Panem gegen das böse Kapitol und den diktatorischen Präsidenten Snow hätte man locker in einen einzelnen Film packen können. The Hunger Games markiert damit einen weiteren Eintrag in der langen Liste der Buchverfilmungen, die ihre Aufteilung auf mehrere Filme nicht inhaltlich rechtfertigen können.

Meine Enttäuschung über The Hunger Games: Mockingjay – Part 2 hängt sicher auch damit zusammen, dass mir schon die Buchvorlage Mockingjay weniger gut gefiel als die anderen Bände. Da ist es natürlich umso kniffliger, mich mit einer Verfilmung, die man gleich auf zwei Filme aufgeteilt hat, zu begeistern. Doch auch die wenigen starken Augenblicke der Vorlage inszeniert Francis Lawrence so plump, dass einen das Geschehen auf der Leinwand erschreckend kalt lässt. Auch Jennifer Lawrence gefiel mir in diesem Film nicht wirklich, sie wirkte lustlos und gezwungen. Ihr „Girl on Fire“ lässt eben dieses Feuer vermissen. Gut möglich, dass Jennifer ebenso glücklich ist wie ich, dass diese Reihe vorüber ist. Dass mit Gwendoline Christie, Elden Henson und Natalie Dormer gleichzeitig vielversprechende Seriendarsteller in (bestenfalls) einsilbigen Nebenrollen verbraten werden, ist zusätzlich frustrierend.

In Kürze:

Die fehlende Action macht diesen finalen Zweiteiler zum trägen Snooze-Fest, auf das selbst Jennifer Lawrence keine Lust mehr hat. The Hunger Games: Mockingjay – Part 2 kann man sich sparen. Schade.

Wertung:

2 von 5 tödlichen Nightlockpillen, von denen ich auch gerne eine geschluckt hätte

Funny Fauna

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Ich habe im Frühling als Teil meines Studiums ein Modul besucht, bei dem es darum ging, witzig zu sein. Ich habe stattdessen schlechte Wortspiele mit Tieren gemacht.

Eher zufällig habe ich festgestellt, dass meine Schule nicht nur beschlossen hat, meine Arbeiten schön auf der Website zu präsentieren, sondern dazu auch gleich meinen ziemlich zynischen Text über das Modul dazuzusetzen. Ich weiss nicht, wer dachte, dass das eine schlaue Idee sei, aber here you go:

Link

4. Allgemeine Altpapiersammlung

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Wie immer bekomme ich Ende November eine Nachricht von Nerdlicht, der mich daran erinnert, dass noch eine Ausgabe der Allgemeinen Altpapiersammlung ansteht. Dieses Mal hätte ich es aber nicht einmal vergessen, trotzdem hält doppelt genäht natürlich besser. Auch diesen Dezember fordere ich meine Bloggerfreunde heraus, eine Liste mit 10 Beiträgen zu posten, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen haben, die sie verdient hätten. Ich für meinen Teil werde mich dabei auf Postings aus den vergangenen 12 Monaten beschränken, man darf aber natürlich auch weiter zurückgreifen.

Die Aktion läuft am Samstag, 5. Dezember 2015. Postet doch bitte eure Links in den Kommentaren dieses Beitrags oder des eigentlichen Postings, wenn ihr möchtet, dass ich oder andere Blogger mitlesen. Auf eine Linkliste werde ich aber wie bis anhin verzichten.

Sen to Chihiro no Kamikakushi (2001)

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„Wenn man sich einmal getroffen hat, vergisst man das nie. Es kann nur sein, dass man sich nicht daran erinnert.“

So unglaublich das klingen mag: Obwohl ich Hayao Miyazakis oscarprämierten Film Sen to Chihiro no Kamikakushi (Chihiros Reise ins Zauberland) schon dutzende Male gesehen habe, fielen mir erst bei der letzten Sichtung die deutlichen Parallelen zu Alice in Wonderland auf. I know, right? Ich war selber überrascht, wie mir so etwas entgehen konnte. Denn wie Alice landet auch die junge Chihiro unverhofft in einer ihr fremden Welt, die von einer hinterlistigen Herrscherin regiert wird. Chihiro möchte ihre Eltern von einem Fluch, der sie in Schweine verwandelt hat, befreien und tritt in den Dienst dieser Herrscherin, der mächtigen Hexe Yubaba. Miyazaki schafft auf Basis von Lewis Carolls Erzählung und Elementen der japanischen Mythologie eine neue Welt, in der ich mich gerne verlieren könnte.

Die Vielfalt dieses „Zauberlandes“ mit den illustren Gästen von Yubabas Badehaus kommt bei Miyazaki gut zur Geltung – das Charakterdesign ist auch bei diesem Film einzigartig. Und natürlich die Welt selber, die von kuriosen Konzepten getragen wird. Da fahren Züge problemlos übers Wasser, während kleine, struppige Russmännchen dafür sorgen, dass der Laden rund läuft. Es ist eine zauberhafte Erzählung, die der Regisseur da spinnt, so wirr, dass man vermutlich mehrere Anläufe braucht, bis man diesen Film in seiner Ganzheit erfassen kann. Zumindest mir ging es so. Mit zwei Stunden Laufzeit ist Sen to Chihiro no Kamikakushi erstaunlich lang geraten, aber keine Angst: Langweilig wird dieser Film nicht. Hayao Miyazakis Film hat einen angenehmen Erzählrhythmus und bleibt dadurch bis zum Schluss spannend.

In Kürze:

Für Sen to Chihiro no Kamikakushi erhielt Hayao Miyazaki 2002 den Oscar für den besten Animationsfilm – zu Recht. Ihm ist ein zauberhaftes Werk gelungen, das zum Träumen einlädt.

Wertung:

5 von 5 verführerischen Goldklumpen

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