1st Lucerne Master Academy of Animation

Lumaa

Die Schweiz mag ein kleines Land sein, wenn es um die Animationsfilmproduktion geht, aber deswegen brauchen wir uns noch lange nicht zu verstecken. Gerade in internationalen Produktionen finden sich immer mehr helvetische Komponenten, wie etwa die von der Schweizer Forschungsstätte Disney Research entwickelten, preisgekrönten Animationsprogramme – oder die zahlreichen Animatoren, die bei amerikanischen Studios unter Vertrag sind.

Meine geschätzte alma mater, die Hochschule Luzern, möchte dieses Potential nutzen um neue Talente zu fördern. Aus diesem Grund veranstaltet das Departement Design & Kunst im Sommer die 1st Lucerne Master Academy of Animation (LuMAA). Vom 1. August bis 9. September sind fünf Schweizer, die im Ausland als Animatoren und Visual Effects-Artists arbeiten, auf Besuch und geben eine sechswöchige Master Class.

Der bekannteste Name in dieser Runde dürfte Simon Otto sein, der bei DreamWorks verpflichtet ist und für als Head of Character Animation für das Character Design bei How To Train Your Dragon, sowie dessen Fortsetzung zuständig war. Stefan Schumacher und Simon Christen sind zwei (der lediglich drei) Schweizer Pixar-Animatoren – beide werden ebenfalls für LuMAA nach Luzern kommen. Mit Jean-Denis Haas von Industrial Light and Magic und Michael Aerni von Weta sind zudem auch zwei Vertreter der beiden wichtigsten Effektschmieden vertreten.

Simon Otto wurde vergangenen Herbst von der Academy of Motion Picture and Science mit einem Kurzporträt geadelt. Wenn ihr erfahren möchtet, was euch bei der LuMAA erwartet, schaut euch das an:

Dieser Intensivkurs richtet sich an fortgeschrittene 3D-Animatoren aus der Schweiz und deckt sowohl den Bereich des 3D-Animationsfilms als auch der Visuellen Effekte im Realfilm ab. Das Modul ist in drei jeweils zweiwöchige Kurse aufgeteilt:

Kurs 1:
1.8. – 5.8.16 – Character Walk (Simon Christen)
8.8. – 12.8.16 – Close up acting shot / lip sync (Stefan Schumacher)

Kurs 2:
15.8. – 19.8.16 – Creature Animation part 1: Blocking (Michael Aerni)
22.8. – 26.8.16 – Creature Animation part 2: Polish (Mo-Mi: Michael Aerni, Mi-Fr: Jean-Denis Haas)

Kurs 3:
29.8. – 2.9.16 – Full body, acting shot Blocking (Mo-Do: Jean-Denis Haas, Do-Fr: Simon Otto)
5.9. – 9.9.16 –  Full body, acting shot Polish (Simon Otto)

Es kann sowohl die gesamte sechswöchige Master Class (Kostenpunkt: 2500 Franken) gebucht werden oder ein zweiwöchiger Kurs (1200 Franken). Die Kosten für zwei zweiwöchige Kurse betragen 2000 Franken. Bei diesen Beträgen ist das sicher kein No-Brainer, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist auf jeden Fall fair. Sollte es dennoch schwierig werden, schreibt FOCAL fünf Stipendien aus (danke an Rafael für den Hinweis).

Das Beste an der LuMAA ist aber eindeutig, dass du dabei erst noch meine Wenigkeit treffen kannst.

Wenn dich das interessiert, kannst du dich bis 7. Mai anmelden und ein Showreel bisheriger Arbeiten einreichen.

Achtung: Eine Anmeldung garantiert aber noch keine Teilnahme – die Kursleitenden werden aus allen Einreichungen die vielversprechendsten Kandidaten auswählen. Mehr Infos gibt’s auf der Website der LuMAA.

Universal kauft DreamWorks

Shrek

Die Spatzen pfiffen es schon seit Tagen von den Dächern, jetzt ist es offiziell: Der Comcast-Konzern, Mutterkonzern von NBC Universal, übernimmt für knapp 4 Milliarden Dollar DreamWorks Animation. Das ist aus verschiedenen Gründen ein entscheidender und vermutlich trauriger Tag für den Animationsfilm.

Nach einer Reihe von Misserfolgen ist man gezwungen, diesen Verkauf seitens DreamWorks als Forfait zu werten. Das Studio schrieb vor zwei Jahren rund 250 Millionen Verluste und konnte auch in der Folge nicht überzeugen. Zuletzt scheiterte sogar Kung Fu Panda 3, ein eigentlich sicherer Wert. Es ist davon auszugehen, dass mit diesem Verkauf also die Tage von DreamWorks als Zeichentrickfilmschmiede gezählt sind. Dafür spricht die Tatsache, dass Universal mit Illumination das aktuelle Wunderkind des Animationsfilms gehört, das sowohl günstiger als auch lukrativer Filme produziert. Es ist also zu erwarten, dass die Animationsfilmabteilung von DreamWorks dereinst in Illumination integriert wird.

Und so überrascht es auch nicht, dass nun mit Chris Meledandri ein Hauseigener über die Animationsabteilung von Universal thront – und nicht der langjährige DreamWorks-Boss Jeffrey Katzenberg. Universal scheint darauf bedacht, diese Übernahme nicht nach einem Königsmord aussehen zu lassen. Katzenberg wird Vorsitzender der neuen DreamWorks Animation New Media-Abteilung – also Chef der Serien- und Webcontent-Produktionsschmiede. Hier liegt auch einer der Hauptgründe, warum sich Universal für ein derart erfolgsloses Studio überhaupt so viel Geld locker macht: Anders als die letzten Filme sind die Netflix-Serien von DreamWorks ein voller Erfolg. Dazu kommen die zahlreichen Rechte, die sich das Studio gesichert hat, die nun alle in den Händen von Universal sind.

Trotzdem ist es traurig, dass mit DreamWorks der neben Disney/Pixar wohl grösste Player im Animationsfilmmarkt verschwunden ist. Auch wenn die letzten Filme viele Wünsche offen liessen, hinterlässt das Studio hinter Shrek, How To Train Your Dragon und Madagascar eine grosse Lücke in der Filmlandschaft. Ob das Studio unter Illumination zu den Erfolgen der frühen Tage zurückkehren kann, wird sich zeigen.

 

Kinotipps: 28. April 2016

Kinotipps

Diese Woche stossen einige neue Filme zu den Kinotipps dazu. Fünf heisse Empfehlungen und eine obligate Warnung für die aktuelle Kinowoche.

Kollektivet

Kollektivet – Thomas Vinterberg
Seit 21. April 2016

Nach dem schwer verdaulichen Jagten wagt sich der dänische Regisseur Thomas Vinterberg an etwas leichtere Kost. Kollektivet ist die Umsetzung eines von ihm geschriebenen Bühnenstücks über eine Kommune im Dänemark der 70er-Jahre die durch Eifersucht, Neid und Betrug allmählich auseinanderzubrechen droht. Ganz ohne Schwächen ist dieses rund neunzigminütige Drama leider nicht – dafür weist Kollektivet eindeutig zu viele Längen auf. Das ist aber auch der einzige Vorwurf, den man dem Film machen kann. Thomas Vinterberg erweist sich einmal mehr als geschickter Drehbuchautor der ein Händchen für seine Figuren – und deren Darsteller – hat.

Une famille à louer – Jean-Pierre Améris
Seit 21. April 2016

Benoît Poelvoorde mauserte sich in den vergangenen Jahren zu einem dieser Schauspieler, für deren Filme ich auch mal ein Ticket kaufe, ohne zu wissen, worum es wirklich geht. Das war bei Une famille à louer der Fall, von dem ich – ausser der bereits im Titel angedeuteten Prämisse um einen Mann, der eine Familie mieten will – überhaupt nichts wusste. Und auch wenn Regisseur Jean-Pierre Améris’ Komödie stellenweise sehr simpel gestrickt und vorhersehbar inszeniert ist, so kam ich auf meine Kosten. Der Film macht Spass, auch wenn bei dieser Voraussetzung (und vorallem bei diesem Hauptdarsteller) durchaus eine bissigere Satire auf das heile Familienleben dringelegen hätte.

Shan He Gu Ren (Mountains May Depart) – Jia Zhang-Ke
Seit 7. April 2016

Shan He Gu Ren von Jia Zhang-Ke ist auf jeden Fall leichter zugänglich als noch sein Rachethriller Tian Zhu Ding (A Touch of Sin). Abermals greift der chinesische Filmemacher Themen aus seiner Heimat auf: Was passiert mit den Menschen in einem Land, das sich nach Jahrzehnten der Abschottung allmählich dem Westen öffnet? Mit dem globalisierungskritischen Shan He Gu Ren dürfte sich Zhang-Ke erzählerisch für einmal auf der gleichen Linie wie seine Regierung bewegen. Das tut der Dringlichkeit dieses starken Familiendramas aber keinen Abbruch.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Wer schon an seiner Darbietung als junger Agent in Kingsman: The Secret Service Freude fand, der dürfte auch in Eddie the Eagle von Taron Egertons Können überzeugt werden. Der wandlungsfähige Newcomer stellt als trotteliger Skispringer Michael „Eddie“ Edwards selbst Co-Star Hugh Jackman locker in den Schatten. Die Komödie von Dexter Fletcher wartet mit überraschend viel Tiefgang auf und ist eine der grösseren Überraschungen dieses Kinojahres.

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Was kann man über diesen Film noch Neues schreiben? Die Coen Brothers erzählen in Hail, Caesar! die Geschichte eines überforderten Filmstudiovertreters aus den 60er-Jahren (herrlich verkörpert von Josh Brolin), dem sein trotteliger Hauptdarsteller abhanden kommt. Die topbesetzte Satire der beiden Kultregisseure ist die wohl herzlichste Liebeserklärung ans Kino seit The Artist.

Kino_SchrottGodsofEgypt

Gods of Egypt – Alex Proyas
Seit 21. April 2016

Ich frage mich ein bisschen: Darf man Gods of Egypt überhaupt zerreissen? Der Film und alle die dabei involviert waren, müssten einem doch wenn überhaupt Leid tun. Hier sind keine übermütigen Grossmäuler auf die Schnauze geflogen und auch Potential wurde im Grunde keines vergeudet. Warum sollte man also die Energie verschwenden, den Film kleiner zu machen, als er ohnehin schon ist? Denn: Wer nicht nach dem Trailer schon wusste, dass einen hier ein überdrehter Trip aus schlechtem Storytelling, traurigen Darstellern und billigen Effekten erwartet, dem ist gar nicht zu helfen.

Kinotipps: 21. April 2016

KinotippsSchon wieder Donnerstag. Ich war nur einmal im Kino, aber hey: Der Film hat es tatsächlich auf diese Liste geschafft. Ansonsten bleibt alles ziemlich gleich. Fünf gute, ein schlechter Film.

Triple9

Triple 9 – John Hillcoat
Seit 7. April 2016

Man wäre versucht, Triple 9 einen Überraschungs-Hit zu nennen, wäre da nicht der mit grossen Namen besetzte Cast (nur schon Kate Winslet und Woody Harrelson sind in Nebenrollen zu sehen). Auch Regisseur John Hillcoat ist kein unbeschriebenes Blatt, hat er doch schon mit The Road und Lawless grosse Erfolge gelandet. Auch Triple 9 ist ein gelungener Film, der bis zum Schluss fesselt. Hillcoat erfindet das Genre des Heist-Movies zwar nicht neu, aber alleine für den Mut, Woody Harrelson eine dermassen abscheuliche Rotzbremse zu verpassen, muss man Triple 9 würdigen.

Shan He Gu Ren (Mountains May Depart) – Jia Zhang-Ke
Seit 7. April 2016

Das chinesische Familiendrama ist der einzige richtige Arthouse-Film in dieser Liste – leider. Ich hoffe, das ändert sich nächste Woche. Zia Jhang-Kes Episodenfilm über eine entfremdete Familie inmitten eines Chinas, das sich allmählich dem Westen öffnet, dauert zwei Stunden. Jede Sekunde davon ist berührend inszeniert und in atemberaubenden Bildern gefilmt. Shan He Gu Ren ist ein kleines Meisterwerk.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Dexter Fletchers Biopic über den schlechten Skispringer Michael Edwards ist eine der grössten Überraschungen des noch jungen Jahres. Taron Egerton ist herrlich in der Titelrolle des erfolglosen Olympiateilnehmers, während Hugh Jackman als dessen Trainer brilliert. Selbst Christopher Walken gibt sich noch für einen kurzen Auftritt die Ehre und adelt dieses absurde Sportlerdrama mit seiner Präsenz.

Zootopia – Byron Howard & Rich Moore
Seit 3. März 2016

Nach Frozen haben viele Fans begonnen, eine „neue Renaissance“ in der Zeitrechnung des Studios zu verkünden und damit die neueren Werke auf die Ebene der Filme in den Neunziger Jahren (The Lion King oder Mulan) zu heben. Das finde ich noch ein bisschen verfrüht, die Tendenz zu starken Filmen ist aber da. Mit seinen tollen Charakteren und der tiefgründigen Story ist Zootopia, eine Fabel über eine aspirierende Hasen-Polizistin in einer kunterbunten Grossstadt aber einer der besten Disney-Filme der letzten Jahre.

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Zusammen mit Taron „Eddie the Eagle“ Egerton war Alden Ehrenreich am Ende im Rennen um die Rolle des jungen Han Solo im Star Wars-Spinoff. Glaubt man den Gerüchten, dann scheint sich Ehrenreich tatsächlich gegen seine Konkurrenten durchgesetzt zu haben und die Rolle bekommen zu haben. Der Jungdarsteller beweist in Hail, Caesar! eindrücklich seine Wandelbarkeit, wo er für die Coen Brothers einen trotteligen Filmschauspieler gibt. Damit stiehlt Ehrenreich selbst George Clooney die Schau.

Als Double Feature mit Trumbo zu empfehlen.

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The Jungle Book – Jon Favreau
Seit 14. April 2016

Ich wollte diesen Film mögen, ehrlich. Der Zeichentrick The Jungle Book ist mein liebster Disney-Film und ich habe mich eigentlich auch auf die Realverfilmung gefreut. Aber das was Jon Favreau mit der Vorlage gemacht hat, ist einfach nur Quatsch. Die Magie des Originals fehlt dieser Umsetzung. Enttäuschend ist vorallem der stellare Cast, von dem einzig Idris Elba als Shere Khan überzeugen kann. Bill Murray bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, Scarlett Johanssons Kaa ist ein Totalausfall und auch Ben Kingsley bleibt blass. Der grösste Schwachpunkt des Films ist aber der nervige Mowgli, gespielt vom offensichtlichen Newcomer Neel Sethi. Man verlässt das Kino nach zwei Stunden völlig geplättet. Wie zum Teufel konnte das nur so brutal schiefgehen?

Star Wars: The Force Awakens Gewinnspiel

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Bei uns in der Schweiz ist es ja schon seit ein paar Tagen soweit, in Deutschland und Österreich erst am 28. April. Die Rede ist natürlich von der DVD- und BluRay-Auswertung von Star Wars: The Force Awakens, die nun, über vier Monate nach dem Kinostart, endlich erfolgt ist. Wer mich kennt, weiss dass ich den Film ein kleines bisschen toll finde, weshalb ich auch den Home Release fett im Kalender angestrichen habe.

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Und weil nur geteiltes Glück etwas taugt, teile ich meine Freude mit euch. Das tue ich in Form zweier Goodie-Sets bestehend aus einer Mütze, einer Tasse zum Film und einem Pin. Weil es leider nicht für eine DVD oder BluRay gereicht hat, gibt’s stattdessen noch eine wunderschöne Entschädigungskarte von mir dazu. Die ist sowieso viel cooler als der Film. (Gelöscht weil es nicht den an Satire gestellten Qualitätsstandards entspricht.)
Karte

Da ich davon ausgehe, dass alle von euch den Film gesehen haben, will ich von euch wissen, welche Erinnerungen ihr mit dem Film verbindet. Unter allen Kommentaren verlose ich die zwei Goodie-Sets mit Karte. Aus allen Antworten, die bis am 30. April 2016 um 12:00 Uhr eingehen werde ich zwei glückliche Gewinner ziehen.

Teilnahmeberechtigt sind alle in der Schweiz wohnhaften Personen, beziehungsweise Personen mit einer Anschrift in der Schweiz. Mehrfachteilnahmen sind wie immer nicht gestattet – wer mit mehreren Accounts teilnimmt, wird umgehend disqualifiziert. Der Rechtsweg ist selbstverständlich ausgeschlossen.

Kinotipps: 14. April 2016

KinotippsEs ist wieder Donnerstag. Hier sind fünf Filme, die man sich dieses Wochenende im Kino ansehen könnte, und einen, auf den man besser verzichtet:

Triple9

Triple 9 – John Hillcoat
Seit 7. April 2016

Nein, ein grosser Wurf ist Triple 9 von John Hillcoat nicht. Aber solide Action und Spannung bis zum Schluss bietet dieser Thriller über eine Handvoll korrupter Cops, die im Auftrag der russischen Mafia Banken überfallen, allemal. Dazu ist er noch topbesetzt: Woody Harrelson, Chiwetel Ejiofor, Kate Winslet, Anthony Mackie, Casey Affleck und Norman Reedus geben sich die Ehre. In den Schatten gestellt werden sie aber alle von einem Leichtgewicht: Der ewige Nebendarsteller Clifton Collins Jr. ist auf jeden Fall der Beste in Triple 9.

Shan He Gu Ren (Mountains May Depart) – Jia Zhang-Ke
Seit 7. April 2016

Ein chinesischer Episodenfilm über eine Familie, die sich auseinanderlebt. Jia Zhang-Kes zweistündiges Epos Shan He Gu Ren (Mountains May Depart) thematisiert die kulturelle und familiäre Entfremdung junger Chinesen. Dabei ist der regierungskritische Filmemacher zwar ein bisschen handzahmer als noch in Tian Zhu Ding (A Touch of Sin), was der Qualität seines Schaffens aber keinen Abbruch tut.

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Habe leider noch keinen der Neuzugänge gesehen, weshalb die restlichen Empfehlungen noch immer gleich bleiben. Wobei: Um Hail, Caesar! aus dieser Liste zu kicken, bedarf es auch eines sehr schwergewichtigen Neustarts. Noch immer ist diese Filmproduktionssatire mit George Clooney und Co. einer meiner Lieblinge des Jahres.

Als Double Feature mit Trumbo zu empfehlen.

Zootopia – Byron Howard & Rich Moore
Seit 3. März 2016

2015 war ein tolles Jahr für den Animationsfilm. Tendenziell sieht das aktuelle Filmjahr ja ganz vielversprechend aus, wenn man von den Illumination-Trainwrecks The Secret Life of Pets und Sing! absieht. Ein starker Vertreter des Animationsfilms ist die Tierfabel Zootopia von Disney, der in jeder Hinsicht überraschte. Eine sozialkritische Story über Diversität und Akzeptanz sowie tolles Charakterdesign. Noch kein Meisterwerk aber ein gigantischer Schritt in die richtige Richtung.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Sportfilme sind doof. Ausser sie nehmen sich nicht ernst. Wie Eddie the Eagle, der Film über einen Skispringer, der gar nicht gewinnen will. Dabeisein ist alles. Taron Egerton spielt den Olympiateilnehmer von 1988, Hugh Jackman mimt seinen (erfundenen) Coach. Das Duo harmoniert und sorgt für manchen absurd-komischen Moment. Und am Ende konnte mich der Film sogar – wider aller Erwartungen – berühren.

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The Huntsman: Winter’s War – Cedric Nicolas-Troyan
Seit 7. April 2016

Nein, natürlich ist Batman v Superman: Dawn of Justice noch immer der grössere Schrott als dieser Film (und das will etwas heissen). Aber ich glaube, das wissen mittlerweile auch alle. Bei The Huntsman: Winter’s War hat sich hingegen offenbar die Meinung durchgesetzt, dass der Film vielleicht doch etwas taugen könnte. Darum an dieser Stelle ein klares: Nein! Der Film ist ein vorhersehbares Prequel und Sequel, das niemand wollte. Die Darsteller sind so hölzern wie ihre aufgesetzten Akzente (mit Ausnahme von Nick Frost, den man sogar in diesem Film irgendwie mag), die Action unübersichtlich und die Story konstruiert. Achja: Einen Krieg, wie der Titel verspricht, gibt es in diesem Film leider nicht – von kleineren one-on-one-Scharmützeln mal abgesehen. Das grösste Vergehen dieses Films ist aber, dass man Erzähler Liam Neeson in den Credits „vergessen“ hat.

I proudly present: Berninger

MattBerninger

Über ein Jahr ist es nun her, seit Stefan und ich damit begonnen haben, meinen Blog komplett umzukrempeln. Denn das erste Makeover seit dem Umzug auf die eigene Domain vor vier Jahren sollte nicht einfach nur ein schlichtes Redesign, sondern eine partielle Neuausrichtung darstellen. Ich wollte auf Owley.ch schon länger endlich auch ein vernünftiges Portfolio meiner Arbeiten unterbringen. Dabei wollte ich aber vermeiden, dass das Portfolio zuviel Raum einnimmt oder gar den Blog verdrängt. Zusammen mit Stefan habe ich daher den Folio-Bereich erstellt. Man kann sich das als separate Plattform vorstellen, die aber unter der selben Domain läuft. Durch einen Klick auf den Fuchsschwanz* gelangt man vom Folio zum Blog und umgekehrt. Im Prinzip sind die Bereiche aber klar getrennt.

Das Design selber befindet sich schon ein bisschen länger in der Entwicklung und durchlief immer wieder verschiedenste Anpassungen. Es soll übersichtlich und ansprechend daherkommen, und auf den Benutzer unaufdringlich und reduziert wirken. Stefan hat mit mir meine Entwürfe verfeinert und das schliesslich noch ein bisschen besser umgesetzt, als ich das gedacht hätte. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an den besten Eay aller Zeiten!

„Aber sag mal Owley, was hat es mit dem Namen auf sich?“

Gut dass du fragst, random Internetmensch. Der Name für das neue Design kam früh in der Entwicklungsphase dazu und hielt sich recht lange – bis zu dem Punkt an dem ich ihn schon längst ins Herz geschlossen hatte und mich gar nicht mehr davon trennen wollte. Matt Berninger heisst der Sänger der grossartigen The National, einer meiner Lieblingsbands. Und der Name ist nicht ganz zufällig gewählt. Denn genauso schlicht und schnörkellos wie die Musik der Jungs aus Ohio soll auch das neue Design von Owley.ch daherkommen. Ich hoffe, das ist uns auch gelungen.

* Auf dem iPhone fehlt der Fuchsschwanz leider, dort gibt es einen Link im Menü

Owley on Star Wars: Der Trailer zu ROGUE ONE

OOSW

Ist es okay, wenn ich ein bisschen weine? Nur ganz leicht? Okay? Der neue Trailer zu Rogue One: A Star Wars Story ist einfach zu schön. Als Trailer ist er grossartig gemacht, beschwört er doch mit den dumpfen Klängen die düstere Grundstimmung des frühen Imperiums herauf. Aber auch das Bildmaterial sieht wunderbar aus, dynamische Shots, ungewohnte Settings. Bin gespannt, was Felicity Jones zu bieten hat, aber Ben Mendelsohn als hoffentlich fieser Imperialer sieht schon echt cool aus. Ich freue mich schon enorm darauf…

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Kinotipps: 7. April 2016

KinotippsIch versuche an dieser Stelle wöchentlich fünf Filme, die im Kino zu sehen sind zu empfehlen, sowie eine Warnung auszusprechen. Ob sich das durchsetzt, sehen wir ja dann.

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Shan He Gu Ren (Mountains May Depart) – Jia Zhangke

Dass es Jia Zhangke in einer Zeit, in der sich sogar Deadpool die Zähne an der chinesischen Zensurmauer ausbeisst, gelingt, in seiner Heimat derart regime- und gesellschaftskritische Filme zu produzieren, grenzt an ein Wunder. In Shan He Gu Ren (Mountains May Depart) schildert er in drei Episoden das Schicksal einer Familie, die sich allmählich aus den Augen verliert. Während Zhangke in seinem blutigen Drama Tian Zhu Ding (A Touch of Sin) noch die Mechanismen der Volksrepublik anprangerte, mahnt er in seinem neuen Machwerk vor der Globalisierung und dem dadurch erfolgenden Verlust der eigenen Identität. Sein wunderschön gefilmtes Epos ist ein Muss – nicht zuletzt dank den Pet Shop Boys, die diesen Film herrlich absurd eröffnen.

Carol – Todd Haynes
Seit 9. Dezember 2015

Es freut mich, wenn kleine Filme, die ich mag auch nach fast fünf Monaten noch immer im Kino zu sehen sind – erst recht, wenn sie wie Carol bei den grossen internationalen Filmpreisen grässlich übergangen wurden. Dabei bietet dieses behutsam inszenierte Drama über ein lesbisches Liebespaar alles, was das Cineasten-Herz begehrt: Tolle Darstellerinnen (Cate Blanchett, Rooney Mara), eine meisterliche Kameraarbeit von Ed Lachman und schöne Musik. Wer diesen Film bis jetzt noch nicht gesehen hat, soll das schleunigst nachholen.

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Lange sah es danach aus, als ob Hail, Caesar! mit seiner absurden Prämisse und dem stellaren Cast der neue The Grand Budapest Hotel werden dürfte. Der Film schlug nicht wie erwartet ein und dürfte bis zur nächsten Award-Season (anders als Wes Andersons Hotellerie-Fabel) bereits wieder in Vergessenheit geraten sein. Schade, denn Hail, Caesar! ist ein starker Film der Coen Brothers, der hinter all den durchgeknallten Einfällen und den Seitenhieben wie immer auch eine solide Story zu bieten hat.

Als Double Feature mit Trumbo zu empfehlen.

Zootopia – Byron Howard & Rich Moore
Seit 3. März 2016

Der 55. Disney-Film fällt vorallem durch verwirrende Titel auf (Zootopia, Zootropolis, Zoomania, Zoolander 2), ist aber auch abgesehen davon zu empfehlen. Der Film spricht geschickt Themen wie Ausgrenzung, Diskriminierung, ja sogar Sexismus an – und bleibt dabei doch ganz brav. Vielleicht fast zu brav. Trotzdem ist Zootopia sehr zu empfehlen. Der Film bietet charismatische Figuren und ist sehr schön animiert.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Cooler als Cool Runnings: Eddie the Eagle, die Geschichte um den verbissenen Michael Edwards, der 1988 Calgary unsicher machte. Wie die Geschichte der jamaikanischen Bobfahrer geht es auch bei diesem Film um einen Underdog, dem niemand eine Chance gibt, und der sich dadurch nicht vom Weg abbringen lässt – und schliesslich sogar an den Olympischen Spielen teilnimmt. Der Film ist mit Taron Egerton und Hugh Jackman toll besetzt und kann neben all den Absurditäten und dem Fremdscham auch noch eine berührende Story vermitteln.

Kino_SchrottBatmanvSuperman

Batman v Superman: Dawn of Justice – Zack Snyder
Seit 24. März 2016

Einmal will ich noch. Mich darüber aufregen, dass Zack Snyder mit Batman v Superman: Dawn of Justice soviel Potential verschwendet hat. Die Prämisse wäre eigentlich gut, Ben Affleck gibt einen guten Batman ab und der Score kann was. Leider ist so ziemlich der ganze Rest bestenfalls genügend, in den meisten Fällen aber schwer ungenügend. Ein unkoordiniertes Chaos. Dann noch viel Spass mit eurem Shared Universe, DC.

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