Movie Logo Letter Quiz

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Beim Aufräumen meiner Festplatte habe ich diese Grafik gefunden, die ich vor Jahren einmal gestaltet hatte (die Idee habe ich beim Empire geklaut, die vor Jahren auf ihrer Website ein solches Quiz hatten). Da die Idee aber eigentlich geklaut war und vorallem weil es sich nicht wirklich anbot, behielt ich diese Grafik zurück und liess sie auf meiner Festplatte versauern. Bis heute. Und weil ich nicht noch einmal drei Jahre warten will, poste ich sie eben hier. Es geht darum herauszufinden, aus welchen Filmlogos ich die Buchstaben rausgeschnippelt habe. Ich weiss lustigerweise noch jeden Film auf Anhieb, aber ich bin auch ein kleiner Typographie-Geek. Postet eure Vorschläge doch im Kommentarbereich (ihr könnt eure Vermutungen ja leicht überprüfen).

Spotlight (2015)

Spotlight
ZFF2015

„How do you say no to god?“

Ich mag Filme über Journalisten, die allen Widrigkeiten zum Trotz einer Story nachgehen und sich für die grössere Sache einsetzen. In einer turbulenten Zeit wie heute, die von Vertuschungen und Geheimniskrämerei geprägt ist, braucht das Publikum vielleicht einfach solche Geschichten über einsame, unerschütterliche Helden, die der Wahrheit nachgehen. Eine solche Geschichte erzählt Thomas McCarthy in Spotlight. In dieser Verfilmung einer wahren Begebenheit deckt eine Gruppe von Journalisten anfangs der Jahrtausendwende in Boston einen Skandal auf, bei dem die katholische Kirche zahlreiche Übergriffe von Priestern unter den Teppich gekehrt hat. Im erzkatholischen Boston weht ihnen mit ihrem Vorhaben ein starker Wind entgegen. Was Spotlight so stark macht, ist, dass McCarthy in seinem Film stets objektiv bleibt. Er führt keine Hetzkampagne gegen die Kirche – wie die Reporter im Film sammelt er brav seine Fakten und lässt diese sprechen. In Anbetracht des emotionalen Themas ist das eine starke Leistung!

Das soll nicht heissen, dass Spotlight sein Publikum kalt lässt – im Gegenteil. McCarthys Film regt zum Nachdenken an und wühlt auf. Der Filmemacher setzt den Zuschauer geschickt in die Runde der Journalisten und lässt ihn mit den Reportern mitfiebern und leiden. In einer Zeit, in der die katholische Kirche noch einen besseren Stand hatte als heute, fällt es auch den Journalisten nicht leicht, diese Institution an den Pranger zu stellen. McCarthy gibt dem Zuschauer Gelegenheit, sich mit diesen Figuren zu identifizieren und ihre Hemmungen und Zweifel an der Sache nachzuvollziehen. Dabei mausert sich Mark Ruffalos Charakter des aufbrausenden jungen Journalisten Mike Rezendes mit zunehmender Laufzeit zum Protagonisten dieser Geschichte. Ruffalo stellt mit seiner Energie den restlichen, ebenfalls sehr gut aufspielenden Cast um Michael Keaton, Rachel McAdams, Brian d’Arcy James und Liev Schreiber problemlos in den Schatten.

In Kürze:

Spotlight ist ein berührender Film über Enthüllungen, Vertuschungen und Lügengeflechte, der stets objektiv bleibt und von starken Darstellern getragen wird. Einer meiner Favoriten für die diesjährige Award-Season.

Wertung:

5 von 5 Kopien des Katechismus

Trailer: Hunt for the Wilderpeople

HuntWilderpeople

Taika Waititi ist ein fleissiger Kerl. Der Neuseeländer ist für die Promo von What We Do In The Shadows um die Welt gejettet und hat Geld gesammelt, um den Film auch in den USA ins Kino zu bringen. Wer denkt, dass sich der Filmemacher danach eine Auszeit gegönnt hat, irrt aber gewaltig. Schon diesen Sommer dreht er für Marvel den Superheldenblockbuster Thor: Ragnarok und bereits laufen die Vorbereitungen für We’re Wolves, das Spin-Off zur legendären Vampirkomödie. Dass er in der Zwischenzeit noch einen kleinen Indie-Film gedreht hat, ging dabei fast ein bisschen unter. Hunt for the Wilderpeople feierte in Sundance Premiere und erzählt in gewohnt bissiger Waititi-Manier die Geschichte eines richtig bösen Jungen (Julian Dennison), der seinen Platz in der Gesellschaft sucht. Gekonnt mit dem durch Mad Max: Fury Road wieder in den Fokus gerückten Dies Irae unterlegt, verspricht der Trailer zu diesem Film Grosses. Waititi wird seinen absurden Humor für den dritten Thor-Streifen wohl zügeln müssen, aber hier scheint er noch einmal alles zu geben. Ein neuer Eagle vs. Shark? Hoffen wir’s.

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The Force Awakens, die Dreizehnte.

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The Road to Star Wars: Episode VII – The Force AwakensIIIIIIIVVVIVIIVIII – IX XXIXIIReview

In diesen Tagen dürfte Star Wars: Episode VII – The Force Awakens offiziell die Marke von 2 Milliarden Dollar überschreiten und damit zu Titanic und Avatar aufschliessen. Interessant ist, dass man damit zwar schneller auf die goldene Marke kommt als seinerzeit James Cameron’s Science-Fiction-Spektakel, letztlich aber wohl nicht mit dessen Total von 2,8 Milliarden mithalten kann. Das dürfte Disney aber herzlich egal sein, denn der Mickey-Mouse-Konzern darf das Projekt Star Wars auf jeden Fall als Erfolg verbuchen. Und anders als bei anderen Franchises lässt man sich bei Disney auch nicht acht Jahre Zeit bis der nächste Teil kommt.

Astérix: Le Domaine des Dieux (2014)

AsterixDomaine
Animontag

„Les Gaulois veulent vivre comme des Romains!“

Die Asterix-Comics haben sich, wenn es um Verfilmungen geht, in den letzten zehn Jahren ein bisschen vom Wunder- zum Sorgenkind gemausert. Die Reihe, die 1999 ganz vernünftig mit der international produzierten Realverfilmung Astérix et Obélix Contre César (Asterix und Obelix gegen Caesar) mit Christian Clavier und Gérard Dépardieu in den Hauptrollen begann, gipfelte irgendwann im schrecklich lustlosen vierten Realfilmabenteuer Astérix et Obélix: Au Service De Sa Majesté (Asterix und Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät), den auch gar niemand mehr sehen wollte. Gleichzeitig zur Produktion des bis dato letzten Spielfilms sass ein kleines Studio namens Mikros Image an einer 3D-animierten Verfilmung, die damit an die Tradition der animierten Abenteuer der mutigen Gallier anknüpft. Astérix: Le Domaine des Dieux (Asterix im Land der Götter) erzählt die Geschichte des gleichnamigen Comics (bei uns Die Trabantenstadt), in dem Cäsar versucht, die Gallier zu besiegen, indem er ihnen eine Stadt direkt vor ihrer Nase baut, in der Hoffnung, den Unbeugsamen so die Zivilisation aufzuzwingen.

Technisch leisten die Macher dieses Filmes solide Arbeit, auch wenn die Animationen nicht immer gleich flüssig und dynamisch daherkommen. Man merkt dem Film an, dass das zuständige Studio noch sehr jung ist – Mikros Image hat bisher erst an drei Animationsfilmen gearbeitet (darunter auch Le Petit Prince). Dennoch kann Astérix: Le Domaine des Dieux überzeugen. Der Film fängt mit seiner Fülle an visuellen Gags geschickt den Witz der alten Zeichentrickfilme ein und wird auch dem Charme der Comicvorlage gerecht. Regisseur Alexandre Astier lässt es sich nicht nehmen, den Film zudem mit einer gewissen Aktualität zu versehen – den Einzug der Römer in die Nähe des Gallierdorfes spiegelt er geschickt mit den aktuellen Flüchtlingsströmen, wobei er den Galliern den Part der Ewiggestrigen, die sich über die Verfremdung empören, zugesteht. Goscinny wäre stolz.

In Kürze:

Die Zeit der peinlichen Realverfilmungen ist definitiv vorbei – die liebevolle 3D-Umsetzung beweist, dass es viel besser geht. Astérix: Le Domaine des Dieux ist ein witziger und kurzweiliger Spass im Geiste der Comicvorlage.

Wertung:

4 von 5 Fläschchen mit Zaubertrank

The Revenant (2015)

TheRevenant

„He’s afraid. He knows how far I came for him.“

Es gibt Filme, die man eigentlich gar nicht sehen möchte, letztlich dann aber doch sehen muss, weil man wissen will, ob sie wirklich so gut sind, wie das alle sagen. The Revenant mit Leonardo DiCaprio ist ein solcher Film, der mich nie wirklich interessiert hat. Seine übermässig von Pathos durchzogene Marketingkampagne liess mich kalt, und gleichzeitig wusste ich, dass ich diesen schon lange im Vorfeld gesetzten Oscar-Kandidaten am Ende dann doch gesehen haben musste. Und dann passierte, etwas, mit dem ich nicht gerechnet hätte: Alejandro González Iñárritus Film haute mich weg. Restlos. Die Geschichte des Trappers Hugh Glass, der in der eisigen Wildnis Nordamerikas zurückgelassen wird und schwerverletzt seinen Weg zurück finden muss, ist vom ersten, bis zum letzten Augenblick packend. Und das will bei einem dreistündigen Film etwas heissen.

Iñárritu mag ein sonderbarer Wirrkopf sein, dessen Attitüden das Budget künstlich aufblähten – doch der Mexikaner beweist mit The Revenant eindrücklich, dass er in einer eigenen Liga spielt. Sein das Wilde im Menschen beschwörendes Drama ist eine Wucht von einem Film. Ein rohes Meisterwerk, das in der kompromisslosen Art, wie es die Aufmerksamkeit des Publikums an sich reisst, bestenfalls mit Mad Max: Fury Road zu vergleichen ist. Das ist sicherlich auch Emmanuel „El Chivo“ Lubezki zu verdanken, der mit langen Takes und geschickten Perspektivwechseln die Spannung aufrecht erhält und gleichzeitig die Bedrohlichkeit dieser Wildnis heraufbeschwört. Und natürlich darf man auch Leonardo DiCaprio nicht vergessen, der in der Hauptrolle besticht. Iñárritu entlockt seinem Hauptdarsteller eine wilde und rohe Performance, die den Film trägt und der „ewigen Brautjungfer“ endlich den verdienten Oscar einbringen dürfte.

In Kürze:

Für mich ist The Revenant zusammen mit Mad Max: Fury Road einer der stärksten Filme der diesjährigen Oscar-Season. Ein kompromissloses und ungeschöntes Meisterwerk über die rohe Natur und das Wilde im Menschen.

Wertung:

5 von 5 quiekenden Bärenjungen

The Road to Episode VIII – Part 1

StarWarsEpisodeVIII

Sind das gute oder schlechte Nachrichten? Obi-Wan würde ja sagen „many of the truths we cling to depend greatly on our own point of view.“ Und darum verkündet Disney auch, dass Star Wars: Episode VIII aufgrund des erfolgreichen Dezember-Starts von The Force Awakens auf den 15. Dezember 2017 verschoben wurde. Der Kinostart hätte ursprünglich im Mai 2017 erfolgen sollen, also genau 40 Jahre nachdem der erste Film in die Kinos kam. Der Grosserfolg von J.J. Abrams‘ siebtem Star Wars-Film dürfte sicher mitentscheidend gewesen sein, aber ich denke, dass dieser Terminwechsel (wie übrigens schon bei The Force Awakens) in erster Linie aufgrund des knapp bemessenen Zeitplans geschehen sein dürfte. Erst kürzlich machten Gerüchte die Runde, dass organisatorische Probleme den Drehstart für Episode VIII um einen Monat auf kommenden Februar verschoben hatten. Das macht saubere Arbeit für einen Film dieses Ausmasses schier unmöglich, weshalb es anzunehmen ist, dass Disney mit diesem Entscheid seinem Regisseur Rian Johnson Luft verschaffen wollte. Dieser hat sich dann auch gleich mit passender Musik zu Wort gemeldet:

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Mal sehen, ob sich mein Tweet trotzdem bewahrheitet:

Star Wars: Episode VIII kommt nun also am 15. Dezember 2017. Meine Freundin hat übrigens bereits gesagt, dass wir für den Filmstart vor Weihnachten wieder nach London fliegen werden. Nur, dass ihr das alle wisst (jetzt kann sie keinen Rückzieher mehr machen).

Creed (2015)

Creed

„One step at a time. One punch at a time. One round at a time.“

Eigentlich hatte ich nicht vor, mir Creed anzusehen, da ich weder mit den Rocky-Filmen vertraut war (ja, ich habe keinen davon gesehen), noch wirklich das Gefühl hatte, dass das etwas sein würde, was ich unbedingt im Kino erleben müsste. Die tollen Kritiken stimmten mich dann aber um, und ich beschloss, diesem Spin-Off doch noch eine Chance zu geben. Zumindest auf dem Papier klang das ja auch ganz vielversprechend: Adonis Johnson, der Abkömmling des grossen Apollo Creed will auch Boxer werden und sucht dafür den in die Jahre gekommenen Rocky Balboa auf, der ihn trainieren soll. Ryan Coogler, den ich anlässlich seines Debütfilms Fruitvale Station in Zürich treffen durfte, schrieb und führte bei diesem Film Regie und besetzte die Hauptrolle erneut mit Michael B. Jordan, der nach Fantastic Flop Wiedergutmachung betreibt – und wie. Jordan besticht in der Hauptrolle dieses jungen Wilden, der aller Welt beweisen will, dass er mehr zu bieten hat, als nur einen berühmten Nachnamen. Er ist ein Underdog, mit dem man gerne mitfiebert – auch weil Coogler mehr zu bieten hat, als die ersten Minuten erahnen lassen.

Der Film beginnt nämlich damit, dass Adonis im Jugendknast sitzt. Von der Mitleidsnummer des schwarzen Juvie, der sich beweisen will, löst sich Coogler zum Glück schnell und bietet uns stattdessen ein generationenüberspannendes Buddie-Movie über Verbissenheit und Durchhaltewillen. Coogler inszeniert die Boxszenen packend, dass selbst Ahnungslose wie ich sich dafür begeistern können und der pumpende Soundtrack von Ludwig Göransson bewegt sich geschickt in den Fussstapfen von Gonna Fly Now und Konsorten. Sylvester Stallone ist stark in seiner Nebenrolle und erinnert in der Art und Weise, wie er die Fackel an eine neue Generation überreicht, an den gealterten Han Solo. Sly und Jordan harmonieren dabei so gut, dass es nicht wirklich stört, dass die andere Beziehung in Creed – nämlich jene zwischen Adonis und der hippen Sängerin Bianca – ein ziemlicher Totalausfall ist.

In Kürze:

Ryan Coogler schafft mit Creed einen starken Film. Dieser siebte Teil ist quasi ein Rocky: Episode VII – eine frische Umsetzung, die die Franchise einer neuen Generation näherbringen soll.

Wertung:

4 von 5 rot-weiss-blau-gestreiften Hosen

Anomalisa (2015)

Anomalisa
Animontag

„Each person you speak to has had a day, some other days have been good, some bad.“

Es ist irgendwie schon faszinierend, dass dieses Jahr gleich drei von den fünf für den Oscar nominierten Animationsfilmen eigentlich gar nicht in erster Linie an Kinder gerichtet sind. Inside Out erreicht die jungen Zuschauer zwar noch mit Slapstick und einer berührenden Erzählung, richtig toll wird dieser Film aber erst, wenn man die Pubertät hinter sich gelassen hat und sich mit den Figuren identifizieren kann. O Menino e o Mundo ist mit seiner subversiven Gesellschaftskritik und der erratischen Erzählstruktur für Kinder wohl zu anspruchsvoll und Anomalisa, nun… wer diesen Film mit seinen Kindern schaut, ist sehr mutig. Charlie Kaufmans Stop-Motion-Film erzählt die Geschichte von Michael Stone, einem gefeierten Autoren, der auf der Tour für seinen Ratgeber How May I Help You Help Them? auf die schrullige Lisa trifft – in seinen Augen die Frau seines Lebens. Anomalisa ist nicht nur ein wunderschön geschriebener Film über die wahre Liebe und Zugehörigkeit, er ist auch aus handwerklicher Sicht ein enorm faszinierendes und gelungenes Experiment.

Inszeniert von Dino Stamatopoulos, den man vielleicht als Starburns aus Community kennt, und seiner Produktionsfirma Starburns Industries (get it?) ist dies einer der sonderbarsten Animationsfilme der letzten Jahre. Es dauert nicht lange, bis man vergisst, dass es sich bei Anomalisa um einen Stop-Motion-Film handelt, die Figuren sind glaubhaft und die Animation ist makellos. Das Einzige, was irritierend, wenn auch nie störend auffällt, sind die Gesichter der Charaktere, die die einzelnen, abnehmbaren Gesichtspartien erahnen lassen. Doch Kaufman lässt sich davon nicht stören und schafft mit Anomalisa einen einzigartigen Film, der so philosophisch daherkommt, wie schon lange kein Animationsfilm mehr. Es ist ein kurioses Kammerspiel, in dem alle Menschen gleich aussehen und gleich klingen – ausser Michael und Lisa, eben. Doch gehören die beiden deswegen auch zwingend zueinander?

In Kürze:

Anomalisa ist ein erwachsener Film (mit Sex-Szenen und so), der beweist, dass Animationsfilme für Erwachsene nicht zwingend Hentai sein müssen (trotz Sex-Szenen und so). Spass beiseite: Charlie Kaufman schafft mit Anomalisa ein schräges Kammerspiel, das eindrücklich beweist, dass Animation Medium und nicht Genre ist.

Wertung:

5 von 5 spermaschleudernden japanischen Puppen

Carol (2015)

Carol

„Just when it can’t get any worse, you run out of cigarettes.“

Ich bin kein grosser Fan von Cate Blanchett, aber selbst ich muss eingestehen, dass sie unglaublich talentiert ist. Die australische Schauspielerin hat ihren Oscar für Blue Jasmine mehr als verdient, und auch in Carol von Todd Haynes spielt sie wieder einmal oscarwürdig. Die Liebesgeschichte zweier Frauen im New York der 50er-Jahre ist einer der schönsten Filme, den ich im vergangenen Jahr gesehen habe. Die Beziehung zwischen der gutbetuchten Carol und der burschikosen Spielzeugverkäuferin Therese funktioniert deshalb so gut, weil Haynes mit Cate Blanchett und Rooney Mara auf zwei der versiertesten Charakterdarstellerinnen unserer Zeit setzt. Blanchett und Mara harmonieren wunderbar und sind für mich – vielleicht zusammen mit Max Rockatansky und Imperator Furiosa – das bezauberndste Screen Couple des vergangenen Jahres. Zwei auf ihre ganz eigene Art und Weise starke Frauen, die sich auf Augenhöhe begegnen.

Dass Carol so ein schöner Film geworden ist, ist aber auch – wenig überraschend – Todd Haynes‘ Verdienst. Der Regisseur erzählt von einer fragilen Beziehung, die in ihrer Zeit so eigentlich gar nicht sein darf. Behutsam und sinnlich inszeniert er die Annäherung dieser beiden aus völlig unterschiedlichen Welten stammenden Frauen und ihren Umgang mit der Ablehnung, die sie von ihrem Umfeld erfahren. Es ist eine kühle Welt in der sich diese Figuren bewegen, und dennoch bringt Haynes mit dieser ehrlichen und leidenschaftlichen Beziehung viel Wärme in die Szenerie des vorweihnachtlich-hektischen New York. Das verdankt er sicherlich auch seinem Kameramann Ed Lachman, der diese Geschichte in stimmungsvollen Bildern einfängt und für mich eine der bezauberndsten Arbeiten des Kinojahres abliefert.

In Kürze:

Todd Haynes‘ Liebesgeschichte ist eine der Berührendsten ihrer Art. Mit Cate Blanchett und Rooney Mara setzt der Filmemacher für Carol zudem auf zwei Hauptdarstellerinnen, die diesen Film zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Wertung:

5 von 5 Modelleisenbahnen

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