Woodkid – Run Boy Run

Auf Woodkids neuesten Song Run Boy Run freue ich mich schon seit Langem, spätestens aber, seit der Track Basel zum Kochen brachte. Grossartiges Stück, das sich langsam aber merklich steigert. Und ebenfalls eine Augenweide ist das Video von Yoann Lemoine, wie Woodkid wirklich heisst. Die Flucht eines Kindes wird langsam zum Angriff, zu dem es mit einigen zottigen Genossen ruft. Das erste Album „The Golden Age“ kommt im Herbst. Heisst es.

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Bild der Woche #68

Wer mich ein bisschen kennt, weiss, dass ich ein riesiger Fan des Franzosen Yoann Lemoine alias Woodkid bin. Ich liebe nicht nur seine Musik, sondern auch seine ganze Ideologie. Deswegen bin ich aber nicht ans Konzert gefahren, sondern schon wegen der Musik. Und: Im exklusiven Schweizer Konzert gabs exklusive Musik vom exklusiven kommenden Album. Es war grandios, und Woodkid brachte genau das, was man erwartete: Eine ruhige, aber coole Show und viele Tracks, die einen dank Trommeln, Bläsern und fettem Bass einfach nur wegbliesen. Nach „Iron“ gabs minutenlangen, nicht enden wollenden Applaus. Für die deutschen Leser ist noch zu erwähnen, dass Woodkid morgen, also heute, also am 9. Mai 2012 in Köln spielt. Don’t miss it. Die grossartige neue Single „Run Boy Run“ kommt am 21. Mai. Stay tuned.

Bildercredit geht an die most awesomeste Alice. Die vielleicht bald auch noch das Filmchen von „Iron“ in seiner epischsten Version hochlädt.

OCTANONE – None

Ein verdammt geiles Set des Baslers OCTANONE, den ich schon seit einem Weilchen im Auge habe. Um meine Liebe zu verstehen muss man vielleicht auch die anderen Tracks auschecken, in denen er über etwas ruhigere Mixes singt. Schweizerdeutsch. Klingt vermutlich ganz unpassend, aber OCTANONE kriegt das erstaunlich souverän hin.

Pfeif(en)skandal

Gestern Abend hat die Schweizer Fussballnati unter der Führung von Ottmar Hitzfeld gegen Wales gespielt. In der Gruppe G gilt man als Favorit für das EM-Ticket hinter England. Umso grösser war die Enttäuschung, dass man nach zwei Spielen, gegen England und der „Schande von Montenegro“ noch mit null Punkten und einem Score von 1:4 dastand. Für weiteren Unmut sorgten Fakten, wie dass man seit dem Spiel gegen Spanien an der WM nicht mehr gewinnen konnte, und in den letzten 13 Spielen nur fünf Tore für die Schweizer fielen. Eine weitere Statistik, die gerne verwendet wurde, um aufzuzeigen, wie sehr die Schweiz am Arsch ist, war, dass das letzte Stürmertor aus dem September vergangenen Jahres stammt.

Daher war die Schweiz also unter Zugzwang. Um die WM-Qualifikation wieder auf die richtige Bahn zu bringen, und um die Fans zu beruhigen, mussten ein Sieg und Tore her, und nicht zuletzt, sollte man nun wieder gut spielen, und nicht rumharzen, wie man das seit geraumer Zeit zu tun pflegte. Die Schweiz erfüllte alle Wünsche mit dem 4:1-Sieg, es gab Tore, es wurde gut und fair gespielt und auch die Stürmer trafen endlich wieder, für Marco Streller ging sogar eine dreijährige Durststrecke zu Ende. Und obendrein gleichte man das Negativscore nun zu 5:5 aus. Soweit so gut, doch für die Misstöne sorgten diesmal die Fans selbst.

Dass Stürmerstar und Rekordtorjäger Alex Frei seit einer Weile eine gewisse Ladehemmung hat, das ist kein Geheimnis. Auch gestern gelang ihm wieder kein Treffer, was das Publikum, erneut, nach einem verschossenen Penalty gegen Australien, dazu veranlasste, ihn auszupfeifen. Dass Frei sich aber sonst für seine Teamkollegen abgerackert hat, zahlreiche Bälle wiedererobert hat und vielfach auch als Vorbereiter tätig war, vergass man in der Hektik um die Negativquote. Ich verstand noch, dass Frei unmittelbar nach dem verschossenen Penalty damals gegen Australien ausgepfiffen wurde, aber auch dort war es für mich unbegreiflich, dass er nachher das Spiel durch ausgebuht wurde.

Es ist also durchaus begreiflich, dass sich Frei nun einen Rücktritt überlegt, was seine Gesten unmittelbar nach dem Pfeifen deutlich machten. Aber ich hoffe trotzdem, dass es Hitzfeld gelingt, Frei umzustimmen, und dass Frei doch noch zurückkehrt, denn auch trotz seines Personenkults ist er ein wertvoller Spieler, was er gestern wieder bewiesen hat.

Bilderquelle: Wldcup.com

Freitagsfüller XIX

Eine langweilige und kinogeprägte Woche habe ich hinter mir 🙂 Und das Weekend fängt für einmal etwas früher an.

1. Zum Frühstück gabs wieder sonen Ernährungsgesundheitsdrink.

2. Ich habe keinen Stress und das ist auch gut so .

3. Der letzte Fehler für den ich mich entschuldigen musste war der Fussball, den ich dem Kollegen mit voller Wucht an den Hinterkopf geknallt habe. Muss halt nicht vor dem Lattenkreuz rumwatscheln 😉.

4. Erlaubt: Drinnenhocken bei diesem Wetter.

5. Ich habe mich sehr geärgert als Basel mit arrogantem Auftreten in Cluj unterging.

6. Ich behalte den Wunsch für mich, wenn ich jetzt spontan einen Wunsch bei der guten Fee äußern dürfte.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Sturmfrei 1, morgen habe ich TCW und vermutlich la Ville geplant und Sonntag möchte ich das Sozialpraktikum organisieren!

Mir pfyffe druff

Heute um vier Uhr morgens gingen in der Basler Innenstadt die Lichter aus. Die riesengrosse Menschenmasse, die sich dort versammelt hatte, jubelte jedoch erstaunlicherweise. Was denn los war? Heute morgen fingen in Basel die „drey scheenschte dääg“ an, die Fasnacht, die bis Donnerstag um 4 Uhr früh andauern werden. Begonnen hat das alles mit dem „Morgestraich“, bei dem alle Cliquen, also Fasnachtsgruppen mit ihren Wagen durch die Strassen ziehen. Die Wagen sind von innen beleuchtet und zeigen Sujets, die das Jahr prägten. Arg drunter kamen dieses Jahr Gaddafi und Steinbrück, die „immer uff die glaini“ gehen und natürlich die Schweizer Gegenseite, Bundesrat Merz. Ein ebenfalls oft gewähltes Motiv war der Cervelat, der ja leider keine Rindsdärme mehr verwenden darf, was seinerzeit auf Unverständnis und Unmut im Volk stiess. Umrahmt wird das Ganze vom grössten Pfeifkonzert der Welt, bei dem die maskierten Fasnächtler Piccolo- und Trommelmärsche spielen.

So machten mein Bruder und ich uns um zwanzig vor Eins auf den Weg nach Basel, in Zürich mussten wir eine Stunde warten, was wir dann noch in einer Beiz taten. Danach gings im Extrazug nach Basel, wobei wir ein Abteil mit einem Goldküsten-Bünzli-Ehepaar erwischten, das sich schonmal schwertat, uns Platz zu machen. Darauf diskutierten sie lautstark darüber, dass man Jugendgewalt eindämmen könne, wenn man dem Kind verbiete, in Baggys rumzulaufen :mrgreen: In Basel kauften wir dann noch zwei „Blaggette“, Fasnachtsplaketten, mit denen einerseits die Cliquen finanziert werden, und die seit hundert Jahren Fasnachtstradition haben.

Wir verzehrten dann noch rasch zwei Bratwürste, obwohl es in den „Broootwirscht“ gar kein Brot hatte (Flachwitz, ich weiss :P). Dann gings los. Um 4 Uhr ging die Beleuchtung aus und die Menge schrie und jubelte wie an einem Popkonzert o.O Die Cliquen beschritten immer wieder andere Routen, sodass sie mal links von einem, dann rechts durchkamen. Da es regnete, machten wir uns dann kurz nach 5 auf, um in einer Beiz die traditionelle Mehlsuppe oder die Kääs- oder Zibelekueche zu essen. Die Stimmung war echt gemütlich 🙂 Auf dem Weg zum Bahnhof entdeckten wir noch einen Crèpes-Stand, an dem wir uns noch mit Crèpes eindeckten, und dann gings heimwärts. Für unsern Basler Grossvater wollten wir auch noch ein Blaggette kaufen, kamen aber leider nicht mehr dazu, da keine Verkäufer mehr zu sehen waren. So muss ich vielleicht demnächst nochmal nach Basel 🙂 Um 7 Uhr kamen wir dann schliesslich zu Hause an, wo wir uns synchron schlafen legten 😉